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Alpines Weg zurück an die Spitze begann am Mittwoch in Silverstone, wo der französische Rennstall einen entscheidenden Shakedown seines 2026er F1-Autos, dem A526, unter typisch britischen Regenbedingungen durchführte. Pierre Gasly, der 2026 gemeinsam mit Jack Doohan für das Team an den Start gehen wird, übernahm das Steuer für die Jungfernfahrt. Er pilotierte den neuen Boliden des in Enstone ansässigen Teams weniger als eine Woche vor Beginn der offiziellen Testfahrten vor der Saison, die vom 26. bis 30. Januar in Barcelona stattfinden.
Der Shakedown war weit mehr als eine reine Routineübung für die Mechaniker. Es war für Alpine die erste Gelegenheit, den A526 auf der Strecke zu validieren und – was noch wichtiger ist – die revolutionäre neue Antriebskonfiguration in der Praxis zu testen. Alpine hat das langjährige Werksprogramm von Renault aufgegeben und ist zu Mercedes-Kundenmotoren gewechselt – ein radikaler Kurswechsel in der Philosophie des Teams nach Jahrzehnten der hauseigenen Motorenentwicklung. Als viertes Team, das nach Audi, Cadillac und den Racing Bulls einen Shakedown für 2026 absolvierte, unterstrich Alpine das Bestreben, die Vorbereitungszeit vor der neuen Ära des Reglements maximal zu nutzen.

Die Saison 2025 war für Alpine ein herber Rückschlag. Das Team beendete das Jahr auf dem letzten Platz der Konstrukteursweltmeisterschaft – eine demütigende Position für einen Rennstall mit der glorreichen Tradition von Enstone. Die strategische Entscheidung, die Entwicklung des A525 bereits Anfang Juni einzustellen, erwies sich als ebenso notwendig wie symbolisch wichtig: Sie verdeutlichte das Eingeständnis des Managements, dass eine Erholung einen kompletten Neustart und nicht nur schrittweise Verbesserungen erforderte.
Steve Nielsen, Geschäftsführer von Alpine, formulierte die Ambitionen des Teams beim Saisonfinale in Abu Dhabi mit erfrischender Offenheit. "Ich möchte jede Woche Rennen fahren, im Idealfall um Punkte", erklärte Nielsen. "Das ist uns in diesem Jahr an dem einen oder anderen Wochenende gelungen, aber viel zu oft waren wir weit abgeschlagen am Ende des Feldes. Das ist nicht der Platz, an den dieses Team gehört, es ist nicht das, wofür Enstone traditionell steht, und es ist nicht das, wo wir sein wollen. Wir müssen jedes Wochenende im oberen Mittelfeld um Punkte kämpfen."
Dies sind keine leeren Worthülsen. Die Reglementänderungen, die 2026 in der Formel 1 in Kraft treten – und sowohl die Chassis-Architektur als auch die Spezifikationen der Antriebseinheiten betreffen –, bieten ambitionierten Mittelfeld-Teams eine echte Chance, ihre Wettbewerbsposition neu zu definieren. Alpines Wette lautet: Der Wechsel auf Mercedes-Kundenpower wird einen historischen Nachteil eliminieren, während der neue technische Rahmen es dem Ingenieursteam ermöglicht, ein konkurrenzfähigeres Paket von Grund auf neu zu entwickeln.
Die Shakedown-Fahrt von Alpine schließt eine kritische Vorbereitungsphase ab. Das Team plant seine offizielle Saisonpräsentation für 2026 am Freitag, den 23. Januar, an Bord eines Kreuzfahrtschiffes vor der Küste Barcelonas im Rahmen der Partnerschaft mit MSC. Dieser unkonventionelle Präsentationsort signalisiert den Wunsch des Teams, ein Zeichen zu setzen – und die Geschichte ihres Comebacks eher als Spektakel denn als Standard-Präsentation im Fahrerlager zu inszenieren.
Der nächste wichtige Meilenstein sind die Testfahrten in Barcelona, bei denen Alpine die Erkenntnisse aus dem Shakedown mit der wettbewerbsorientierten Realität der Konkurrenzteams abgleichen wird. Mit Gasly, einem Fahrer, der hungrig darauf ist, sein Können auf höchstem Niveau unter Beweis zu stellen, und dem gesamten Erbe der Ingenieurskunst aus Enstone im Rücken, startet Alpine mit berechtigten Hoffnungen in das Jahr 2026, um wieder eine prominente Rolle im Mittelfeld einzunehmen und den alten Glanz seiner traditionsreichen Fabrik wiederherzustellen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.