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Jack Doohan hat sich in der Formel 1 eine Lebenslinie gesichert und stößt für die Saison 2026 als Ersatzfahrer zum Haas F1 Team. Der Australier wird sich die Reserveaufgaben mit Japans Ryo Hirakawa teilen – ein bedeutender Wendepunkt nach einer turbulenten Phase bei Alpine, in der sein Renncockpit innerhalb weniger Wochen verschwand.
Der 23-Jährige, Sohn der Motorrad-Legende Mick Doohan, kommt mit frischer F1-Erfahrung und dem festen Willen zum US-Team, sich in der Königsklasse des Motorsports zu beweisen. Nach drei Jahren als Alpine-Ersatzfahrer in den Saisons 2023, 2024 und 2025 ist Doohans Ernennung zugleich ein stabilisierender Schritt für seine Karriere und eine strategische Verstärkung von Haas’ technischer Infrastruktur, während sich die Serie mit Blick auf 2026 auf weitreichende Regeländerungen vorbereitet.
Doohans Alpine-Kapitel war schmerzhaft, aber kurz. Der Australier gab sein F1-Debüt beim Großen Preis von Abu Dhabi 2024 und bestritt zu Beginn der Saison 2025 die ersten Rennen. Doch sein Einsatz währte nicht lange: Er startete sieben Grands Prix für das Team aus Enstone, konnte jedoch keine WM-Punkte einfahren, bevor er bereits im Mai durch den Argentinier Franco Colapinto ersetzt wurde.
Trotz des Rückschlags erkannte Haas-Teamchef Ayao Komatsu den Wert von Doohans Erfahrung. „Ich persönlich freue mich sehr, dass Jack zu uns ins Team kommt – angesichts der Stärke seines Renn-Lebenslaufs und natürlich seiner Erfahrung als Ersatzfahrer in der Formel 1“, erklärte Komatsu. Der Teamchef betonte zudem die oft unterschätzten Anforderungen der Reserve-Rolle: „Die Hingabe, die nötig ist, um scharf und bereit für einen Renneinsatz zu bleiben, während man gleichzeitig versteht, wie das Team arbeitet und so weiter – das ist für jeden Fahrer eine Herausforderung, besonders für jemanden, der offensichtlich immer noch sehr darauf brennt, auf diesem Niveau wieder Rennen zu fahren.“
Doohans Wechsel zu Haas erfolgte, nachdem sein geplanter Schritt in die Super Formula in letzter Minute platzte. Der Australier sollte 2026 in Japans wichtigster Formelserie antreten, doch seine Pläne scheiterten nach einem schweren Unfall beim Suzuka-Rookie-Test im Dezember, bei dem er in Kurve Degner 2 dreimal verunfallte.
Diese Kehrtwende zwang Doohan, seine Optionen neu zu bewerten – doch das Angebot von Haas kam zur rechten Zeit. Statt ungewisse Alternativen zu verfolgen, sicherte sich das US-Team einen Fahrer mit direkter Erfahrung in modernen F1-Abläufen – ein Faktor, der in der heutigen simulatorgetriebenen Entwicklungsumgebung besonders ins Gewicht fällt.

Die Verpflichtung spiegelt Haas’ pragmatischen Ansatz für den Neustart 2026 wider. Mit den anstehenden großen technischen Regeländerungen profitiert das Team davon, einen Ersatzfahrer zu haben, der bereits in die eigene Infrastruktur eingebunden ist. Doohan bringt aus seiner Zeit bei Alpine Einblicke in unterschiedliche Motoren- und Chassis-Philosophien mit und liefert damit nützliche Vergleichswerte in frühen Entwicklungsphasen, in denen die Designrichtung noch nicht festgezurrt ist.
Ein Großteil von Doohans Beitrag wird im Simulator stattfinden, denn durch Testbeschränkungen werden Rennwochenenden zunehmend in der Arbeit abseits der Strecke vorbereitet. Simulator-Feedback beeinflusst Fahrzeugbalance, Upgrade-Pfade und Setup-Richtung – zentrale Bereiche, in denen Doohans Präsenz sofortigen Mehrwert liefern kann.
Mit Blick auf den Wiederaufbau seiner Karriere zeigte sich Doohan begeistert von seiner neuen Rolle. „Ich freue mich riesig, dem TGR Haas F1 Team beizutreten“, sagte der Australier. „Es ist der ideale Ort, um meine Formel-1-Karriere fortzusetzen. Ich möchte dem Team dafür danken, dass es mir die Möglichkeit gibt, mich weiterzuentwickeln und die große Herausforderung 2026 gemeinsam anzugehen. Ich kann es kaum erwarten, mit dem Team zu arbeiten und an einer erfolgreichen Saison mitzuwirken.“
Für Doohan bietet dieser Reserveposten einen möglichen Weg zurück zu regelmäßigen Renneinsätzen – sollten sich durch Verletzungen oder schwache Leistungen der Stammpiloten Chancen ergeben. Vor allem aber verankert er ihn unmittelbar im Formel-1-Betrieb: mit technischen Briefings, Testaufgaben und Simulator-Sessions, die sicherstellen, dass er rennbereit bleibt.
Die Saison 2026 beginnt mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne am 8. März – für Doohan eine symbolische Rückkehr in die Heimat, wenn sein Haas-Kapitel startet. Ob diese Rolle zum Sprungbrett in ein konkurrenzfähiges Cockpit wird oder vor allem eine wertvolle Lernphase bleibt: Doohans zweiter Akt in der Formel 1 beginnt jetzt offiziell.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.