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Vorsaison-Tests in Bahrain: Nur eine Stunde Fernsehübertragung genehmigt?

Vorsaison-Tests in Bahrain: Nur eine Stunde Fernsehübertragung genehmigt?

von Simone Scanu

3 Min. Lesezeit

Die Vorfreude auf die Formel-1-Saison 2026 hat einen Siedepunkt erreicht: Revolutionäre neue Antriebsregeln und spektakuläre Fahrer-Storylines versprechen ein unvergessliches Jahr. Doch die Übertragungsstrategie der Serie droht, die Begeisterung der Fans zu dämpfen, noch bevor überhaupt eine einzige konkurrenzfähige Runde gefahren wurde. Die F1-Tests 2026 werden mit beispiellosen Einschränkungen für Zuschauer einhergehen, sodass Unterstützer entscheidende Vorbereitungseinheiten nicht verfolgen können – trotz des dramatischen Regelumbruchs, der eigentlich eine umfassende Analyse verlangt.

Der Vorsaison-Testplan umfasst drei getrennte Zeitfenster von Ende Januar bis Mitte Februar, doch der Zugang zur Übertragung unterscheidet sich je nach Phase erheblich. Der erste, nicht öffentliche Test in Barcelona (26.–30. Januar) wird laut den neuesten Zeitplandetails keinerlei TV-Berichterstattung oder Livestreams bieten. Das bedeutet einen vollständigen Informations-Blackout während der verpflichtenden Shakedown-Phase, in der die Teams ihre radikal neuen Autos erstmals einsetzen.

Bahrain-Tests: eine Geschichte von zwei Wochen

Etwas besser – wenn auch alles andere als zufriedenstellend – wird es, sobald die Meisterschaft nach Bahrain weiterzieht. Der erste dreitägige Test (11.–13. Februar) ist stark eingeschränkt: Es gibt täglich nur eine Stunde Berichterstattung, beginnend um 15 Uhr UK-Zeit. Dieses stark komprimierte Zeitfenster erlaubt pro Tag lediglich Einblicke in eine einzige Nachmittagssession, während das wichtige Vormittagsprogramm für das weltweite Publikum komplett unsichtbar bleibt. Zuvor hatten die Teams mit einer vollständigen Abdeckung beider Sessions an allen Tagen gerechnet, weshalb diese Kürzung eine deutliche Enttäuschung darstellt.

Der Lichtblick folgt jedoch in der zweiten Bahrain-Woche (18.–20. Februar): Dieser Test wird umfassend übertragen, mit Beginn der Action um 7 Uhr UK-Zeit. Damit erhalten Fans ihre einzige echte Gelegenheit, die Wettbewerbsbereitschaft einzuschätzen, bevor der Große Preis von Australien 2026 die Saison offiziell eröffnet.

Die Regelsensation verstehen: Was die Teams testen werden

Trotz der eingeschränkten Sichtbarkeit bleibt das Programm der Vorsaison-Tests 2026 außergewöhnlich ambitioniert und technisch hochkomplex. Alle 11 Teams – einschließlich Neuling Cadillac – werden brandneue Pirelli-Mischungen evaluieren, die speziell für die neue Ära der Antriebseinheiten entwickelt wurden. Über die Reifen hinaus werden die Teams intensiv die neu eingeführten X-Mode- und Z-Mode-Konfigurationen an Front- und Heckflügeln erproben – grundlegende aerodynamische Innovationen innerhalb des neuen Regelwerks.

Das Testprogramm verbindet klassische Diagnosemethoden mit modernsten technischen Anwendungen. Ingenieure werden Flow-Vis-Lack einsetzen – eine fluoreszierende Flüssigkeit, die Strömungsmuster über Sidepods, Heckflügel und Frontflügelelemente sichtbar macht –, um aerodynamische Prognosen zu verifizieren. Ebenso wichtig ist die Rückkehr der Aero-Rakes: leichte, mit Sensoren bestückte Gestelle, die direkt an Chassiskomponenten montiert werden und Druckunterschiede, Temperaturverläufe sowie Strömungseigenschaften in kritischen Bereichen wie dem Frontflügel und den Reifennachlaufzonen messen.

Dieser umfassende Ansatz zur Datenerhebung erfüllt eine zentrale Aufgabe: Teams können reale Messwerte, die mit Aero-Rakes auf der Strecke gewonnen werden, direkt mit Windkanal-Simulationen abgleichen und so aerodynamische Setups für spezifische Strecken optimieren. Der eingeschränkte Übertragungsplan begrenzt letztlich die externe Beobachtung dieser entscheidenden Entwicklungsarbeit – was jedoch eher beabsichtigt als zufällig wirkt: ein strategisches Abschirmen, während die Teams in dieser transformierenden Regellära ihre Wettbewerbsvorteile schützen.

Simone Scanu

Simone Scanu

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.

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