
Ferrari enthüllt den SF-26: Die Scuderia jagt in der richtungsweisenden Saison 2026 die Wiedergutmachung
von Simone Scanu
Ferrari hat den SF-26 offiziell enthüllt – der Startschuss für eine Saison, die für die Scuderia und ihr Fahrerduo prägend werden könnte. Am Freitag, dem 23. Januar, zog das ikonische italienische Team in seinem Testzentrum in Fiorano, unweit des Hauptsitzes in Maranello, die Abdeckung von seinem Herausforderer für 2026 – mit Lewis Hamilton und Charles Leclerc vor Ort, um die neue Maschine zu begrüßen. Die Präsentation ist weit mehr als ein routinemäßiger Launch: Sie markiert den Beginn einer entscheidenden Mission, einen besorgniserregenden Abwärtstrend umzukehren und endlich fast zwei Jahrzehnte ohne Weltmeistertitel zu beenden.
Das Timing von Ferraris offensivem Ansatz in der Vorbereitung auf 2026 ist nicht zu übersehen. Teamchef Fred Vasseur bestätigte, dass die Endmontage des SF-26 erst einen Tag vor der Enthüllung am 23. Januar abgeschlossen werde – ein klares Zeichen für den Willen der Scuderia, in dieser entscheidenden neuen technischen Ära jede Minute Entwicklungszeit auszureizen. Wie Vasseur anmerkte, entspricht der straffe Zeitplan zwar dem Vorgehen der Konkurrenz, doch die Absicht ist eindeutig: Im Kampf um Wettbewerbsfähigkeit soll nichts dem Zufall überlassen werden.
Eine Saison der Wiedergutmachung nach der Enttäuschung 2025
Der Kontext rund um diesen Launch macht ihn besonders bedeutsam. Ferrari erlebte eine eher enttäuschende Saison 2025 und wurde mit 398 Punkten Vierter in der Konstrukteurswertung. Charles Leclerc belegte mit 242 Punkten Rang fünf in der Fahrerwertung, während Hamilton mit nur 156 Punkten Sechster wurde – eine ernüchternde Realität für einen siebenfachen Weltmeister in seinem ersten Jahr bei der Scuderia.

Hamiltons Wechsel zu Ferrari erwies sich als deutlich schwieriger als erwartet. Dem Briten gelang in seiner Debütsaison kein einziges Grand-Prix-Podium – eine in seiner glanzvollen Karriere beispiellose Durststrecke. Seine Integration ins Team verlangte Anpassungen auf mehreren Ebenen: beim Auto, beim Antrieb, in der Ingenieursphilosophie und in der Organisationskultur von Maranello selbst. Doch Hamiltons Entschlossenheit bleibt ungebrochen. Rückblickend auf 2025 räumte er die Schwierigkeiten ein und bekräftigte zugleich seinen unerschütterlichen Einsatz: „Wir werden es schaffen – und wir werden es gemeinsam schaffen.“
Strukturelle Veränderungen und hohe Erwartungen

Der SF-26 entsteht unter der Leitung einer neu aufgestellten technischen Führung, mit Loic Serra und Enrico Gualtieri an der Spitze der Entwicklungsarbeit, um das neue Regelwerk der Formel 1 bestmöglich zu nutzen. Der umfassende Neustart der technischen Vorschriften bietet Ferrari genau die Chance, die das Team braucht, um seine Wettbewerbsrichtung neu auszurichten.
Die neue Lackierung – ikonisches Ferrari-Rot kombiniert mit markanten weißen Akzenten und dem Corporate-Blau von HP als Titelsponsor – ziert ein Auto, das frühzeitig mit Blick auf die Regeln für 2026 entwickelt wurde. Ferrari stellte bereits im April den gesamten aerodynamischen Entwicklungsfokus auf das 2026er Auto um – ein Beleg für das langfristige strategische Denken, das in der modernen Formel 1 erforderlich ist.
Wie es weitergeht: Tests und der Weg nach Australien
Nach der Präsentation in Fiorano und dem Shakedown bereitet sich Ferrari wie alle Teams auf private Testfahrten in Barcelona (26.–30. Januar) vor, gefolgt von zwei Testblöcken in Bahrain im Februar. Der Saisonauftakt findet vom 6. bis 8. März in Melbourne statt – die Vorbereitung lässt kaum Spielraum für Fehler.
Diese Saison 2026 ist für Ferrari weit mehr als nur der nächste Schritt auf der Jagd nach dem Titel – sie ist ein Alles-oder-nichts-Moment, sowohl für die Institution als auch für Hamiltons Vermächtnis in Rot. Der SF-26 muss liefern – und zwar schnell.

Simone Scanu
Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.

