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Lewis Hamiltons Umbruch verschĂ€rft sich: AbgĂ€nge von SchlĂŒsselpersonal bedrohen sein Team

Lewis Hamiltons Umbruch verschĂ€rft sich: AbgĂ€nge von SchlĂŒsselpersonal bedrohen sein Team

von Simone Scanu

4 Min. Lesezeit

Lewis Hamiltons Versuch, seine Ferrari-Karriere zu retten, gerĂ€t erneut ins Wanken, denn der siebenfache Weltmeister erlebt nur wenige Wochen vor dem Start der Saison 2026 am 8. MĂ€rz in Melbourne einen spĂŒrbaren Aderlass im Team. Die AbgĂ€nge wichtiger Personen unterstreichen das Ausmaß der Umstrukturierung bei der Scuderia Ferrari, wĂ€hrend Hamilton nach einer katastrophalen ersten Saison mit dem „Cavallino Rampante“ auf Wiedergutmachung aus ist.

Der Zeitpunkt dieser AbgĂ€nge könnte kaum ungĂŒnstiger sein: ausgerechnet jetzt, wo Hamilton dringend StabilitĂ€t und ein eingespieltes UnterstĂŒtzungsnetz braucht, um das umzusetzen, was viele als letzten Versuch sehen, seine Titelambitionen wiederzubeleben.

Ein Doppelabgang: Hynes und Yeboah verlassen das Lager

Der bedeutendste Abgang betrifft Manager Marc Hynes, von dem sich Hamilton bereits zum zweiten Mal trennt. Hynes, ehemaliger britischer Formel-3-Champion, arbeitete erstmals von 2015 bis 2021 mit Hamilton zusammen und wurde fĂŒr die Saison 2025 als Chief Executive von „Project 44“ zurĂŒckgeholt. Die Trennung soll einvernehmlich und in freundschaftlichem Ton erfolgt sein, auch wenn Insider berichten, Hamilton habe die Neuaufstellung nach seinem enttĂ€uschenden ersten Jahr bei Ferrari angestoßen.

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Hynes zieht es nun zu Cadillac und damit zum neuesten US-Franchise der Formel 1 fĂŒr 2026; sein LinkedIn-Profil weist bereits auf die neue Rolle hin, in der er die Vertretung von Zhou Guanyu managt. Parallel zu Hynes’ Abgang hat auch Pressesprecherin Ella Yeboah Hamiltons engstes Umfeld verlassen: Ihre Zeit bei Lewis Hamilton Ventures endete im Januar 2026, nachdem sie im November 2024 als Trackside-PR-Managerin eingestiegen war.

Der Dominoeffekt: Turbulenzen beim Renningenieur und Unsicherheit

Die AbgĂ€nge beschrĂ€nken sich nicht auf Management und Kommunikation: Riccardo Adami – Hamiltons Renningenieur und 2025 hĂ€ufig Auslöser kontroverser Funkduelle – ist von seiner Trackside-Rolle zurĂŒckgetreten. Die Spannungen zwischen Adami und Hamilton prĂ€gten weite Teile der Debatte rund um die podiumlose Saison des Briten; Adamis Versetzung in Ferraris Fahrerakademie und Testprogramm gilt als EingestĂ€ndnis der zerrĂŒtteten Arbeitsbeziehung.

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Ein offizieller Nachfolger wurde bislang nicht bestĂ€tigt, doch McLarens Cedric Michel-Grosjean, frĂŒher Performance Engineer von Oscar Piastri, gilt weithin als Favorit fĂŒr den Posten. In den Vorsaisontests teilt sich Hamilton derzeit den Ingenieur Bryan Bozzi seines Teamkollegen Charles Leclerc – eine weitere Ebene der Unsicherheit in seinem operativen Setup.

Beunruhigende Ungewissheit lÀsst Alarmglocken schrillen

Die Kettenreaktion an AbgĂ€ngen hat im Fahrerlager echte Besorgnis ausgelöst. Sky-Sports-F1-Experte Karun Chandhok warnte, bei Ferrari wĂŒrden „die Alarmglocken lĂ€uten“ – Ausdruck der NervositĂ€t ĂŒber den zersplitterten Zustand von Hamiltons UnterstĂŒtzerteam nur wenige Wochen vor dem Neustart des Wettbewerbs. Dass es weiterhin keine BestĂ€tigungen fĂŒr Nachbesetzungen gibt – weder die Position von Hynes noch die von Yeboah ist offiziell neu besetzt – verstĂ€rkt die Sorge, Hamilton sei organisatorisch auf sich gestellt, wĂ€hrend die Saison immer nĂ€her rĂŒckt.

Angela Cullen, Hamiltons Physiotherapeutin und langjĂ€hrige Vertraute, bleibt die eine konstante GrĂ¶ĂŸe und sorgt fĂŒr KontinuitĂ€t in einer ansonsten turbulenten Neuordnung.

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Die verzweifelt enttÀuschende Saison 2025

Wie dringend diese Umstrukturierung ist, zeigt Hamiltons katastrophale Saison 2025. Der Brite erlebte eine Saison ohne Podium, wurde Sechster in der Fahrerwertung – 86 Punkte hinter Teamkollege Charles Leclerc und ganze 267 ZĂ€hler hinter Weltmeister Lando Norris. Hamilton selbst nannte 2025 „die schlimmste Saison ĂŒberhaupt“ – ein vernichtendes Urteil aus dem Mund eines siebenfachen Weltmeisters.

Die Generation der Ground-Effect-Autos von 2022 bis 2025 kollidierte grundlegend mit Hamiltons bevorzugtem Fahrstil. Sein markantes, aggressives Anbremsen und das scharfe Einlenken – das „V-förmige“ Anfahren von Kurven – passten nicht zum „U-Turn“-Ansatz, den die aerodynamischen Eigenschaften dieser Ära erforderten.

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Optimismus nach den Vorsaisontests in Barcelona

Trotz des institutionellen Chaos hat Hamilton in den Vorsaisontests ermutigende Signale gesendet. Er fuhr beim privaten fĂŒnftĂ€gigen Shakedown in Barcelona die Bestzeit und deutete damit eine mögliche RĂŒckkehr an. Noch wichtiger: Hamilton ließ durchblicken, dass die neuen Autos der Reglement-Ära 2026 deutlich besser zu seiner Fahrweise passen als ihre VorgĂ€nger.

„Diese Autogeneration macht tatsĂ€chlich wieder etwas mehr Spaß zu fahren – sie ist ĂŒbersteuernd, bissig und rutscht, aber sie lĂ€sst sich leichter abfangen“, erklĂ€rte Hamilton. „Was das VerstĂ€ndnis fĂŒrs Auto und die Balance angeht, haben wir deutlich weniger Abtrieb als in den vergangenen Jahren.“ Er beschrieb das Erlebnis als angenehm und deutete an, dass QualitĂ€ten zurĂŒckkehren, die er frĂŒher besonders mochte.

KontinuitÀt versus VerÀnderung

Hamiltons Neuaufstellung ist ein mutiges Vabanquespiel: kompromisslos werden Strukturen gekappt, die nicht geliefert haben, wÀhrend parallel neue operative Rahmenbedingungen entstehen sollen, um seine WettbewerbsfÀhigkeit wieder zu entfachen. Ob sich dieser institutionelle Umbruch zu einer geschlossenen Einheit formt, die die verzeihenderen Regeln von 2026 ausnutzen kann, bleibt die zentrale Frage.

Der Große Preis von Australien am 8. MĂ€rz wird die erste eindeutige Antwort liefern.

Simone Scanu

Simone Scanu

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist MitbegrĂŒnder von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugĂ€nglich, anschaulich und leicht verstĂ€ndlich macht.

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