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Nach einer schwierigen Saison 2025 hat Lewis Hamilton bei Ferrari einen deutlichen Mentalitätswechsel ausgemacht und zeigt sich nach einem produktiven Barcelona-Shakedown ehrlich optimistisch mit Blick auf 2026. Die Aussagen des siebenmaligen Weltmeisters markieren einen klaren Stimmungsumschwung nach einem zähen Debütjahr bei der Scuderia – und deuten darauf hin, dass Ferraris konsequenter Ansatz in der Vorbereitung und technischen Entwicklung dem Team aus Italien neuen Sinn und Fokus gegeben haben könnte.
Der Barcelona-Shakedown bot Hamilton die ideale Bühne, um Ferraris SF-26 und die größeren Auswirkungen des umfassenden technischen Neustarts der Formel 1 für 2026 einzuordnen. Die neue Fahrzeuggeneration setzt auf agilere, schmalere Chassis und konventionellere Unterböden, die im Vergleich zur vorherigen Ground-Effect-Ära weniger Abtrieb erzeugen sollen.

Hamiltons erster Eindruck fiel erfrischend positiv aus. „Die neue Autogeneration macht tatsächlich ein bisschen mehr Spaß zu fahren“, sagte er und erklärte, dass die Charakteristik des Wagens – übersteuernd, bissig und rutschfreudig – für ein intensiveres Fahrerlebnis sorge. „Es ist ein bisschen leichter abzufangen und ich würde definitiv sagen: angenehmer“, ergänzte er – ein deutlicher Kontrast zu seinen dokumentierten Frustrationen mit der Fahrzeuggeneration von 2022 bis 2025.
Über drei Testtage in Spanien absolvierte Hamilton 209 Runden im neuen Ferrari-Paket und trug damit zu Ferraris beeindruckender Arbeitsleistung während des Tests bei. Das Team gehörte in Barcelona zu den fleißigsten – und war neben Mercedes eines von nur zwei Teams, die die Marke von 400 Runden übertrafen. Das unterstreicht sowohl die mechanische Zuverlässigkeit als auch die zielgerichtete Vorbereitung.

Bemerkenswert: Hamiltons schnellste Runde war eine Zehntelsekunde schneller als George Russells Bestzeit vom Vortag – ein Hinweis darauf, dass Ferrari aus dem Winter-Entwicklungsprogramm spürbare Performance herausgeholt hat. Gleichzeitig blieb Hamilton realistisch, was die Hackordnung angeht, und räumte ein, dass auch Mercedes, Red Bull und Haas ermutigende Runs gezeigt hätten.
Noch aussagekräftiger als reine Rundenzeiten war Hamiltons Eindruck von der psychologischen Stimmungslage innerhalb Ferraris. „Ich spüre die Siegmentalität bei jeder einzelnen Person im Team mehr denn je“, erklärte der Brite und betonte den kooperativen Geist, der sich in Debriefings und technischen Diskussionen gezeigt habe.
Das ist eine spürbare Abkehr von der Erzählung der Vorsaison. Ferrari erlebte 2025 eine sieglos gebliebene Saison – eine große Enttäuschung für die Traditionsmarke – und auch Hamiltons eigenes Jahr verlief besonders frustrierend. So hatte er zum Saisonende bekanntlich gesagt, er werde in der Winterpause komplett abschalten. Die Entscheidung, die Entwicklung nach den ersten fünf oder sechs Rennen von 2025 weg zu verlagern, war strategisch nachvollziehbar, schuf aber ein psychologisch anspruchsvolles Umfeld für Fahrer und Team.

Trotz der ermutigenden Signale zeigte Hamilton die nötige Vorsicht mit Blick auf den Weg, der noch vor ihnen liegt. „Wir machen uns da nichts vor. Wir wissen, dass wir Arbeit vor uns haben“, betonte er und unterstrich, dass Weiterentwicklung absolut entscheidend für Ferraris Wettbewerbsfähigkeit über die Saison hinweg sein werde.
Der Ansatz des 41-Jährigen spiegelt die Lehren aus seinem schwierigen ersten Jahr in Maranello wider. Hamilton hob hervor, wie wichtig es sei, „nichts unversucht zu lassen“ und bei Entscheidungen „klar und präzise zu kommunizieren“ – deutliche Hinweise auf Bereiche, in denen Ferrari noch optimieren könnte. Zudem räumte er ein, dass „ein paar große Sprünge nötig sein könnten“, was darauf hindeutet, dass auch die Ferrari-Führung die Dimension der Aufgabe erkannt hat.

Nach dem Barcelona-Shakedown treffen sich Hamilton und Ferrari in Bahrain wieder – dort steht der erste offizielle Vorsaisontest an, bevor die Saison 2026 beim Großen Preis von Australien am 6.–8. März beginnt. Diese zusätzlichen Testmöglichkeiten werden entscheidend sein, um den SF-26 fein abzustimmen und die in Spanien angedeutete positive Entwicklung zu untermauern.
Hamiltons neu gewonnener Optimismus – gestützt auf greifbare Anzeichen von Teamzusammenhalt, technischem Fortschritt und einer fahrerfreundlicheren Autogeneration – liefert echte Gründe zur Hoffnung, dass Ferraris Saison 2026 sowohl den Fahrer als auch die Marke zurück in den Kampf um die Meisterschaft führen könnte.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.