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Der Circuit de Barcelona-Catalunya hat seine Formel-1-Zukunft gesichert – trotz erheblicher Unsicherheit rund um den europäischen Kalender der Königsklasse. Nach wochenlangen Verhandlungen bestätigte die Formel 1, dass Barcelona bis 2032 Teil des WM-Kalenders bleibt – im Rahmen einer Rotationsvereinbarung mit dem Belgien-Grand-Prix in Spa-Francorchamps.
Die Einigung kommt für die traditionsreiche Strecke zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Barcelona stand vor dem letzten Jahr seines bisherigen Vertrags – einer Partnerschaft, die bis zur Eröffnung der Anlage im Jahr 1991 zurückreicht. Noch dringlicher: Die Einführung eines neuen Spanien-Grand-Prix in Madrid ab 2026 warf ernsthafte Fragen zur Zukunft der Strecke in Montmeló auf dem zunehmend überfüllten F1-Kalender auf.
Im Rahmen des neuen Deals wird Barcelona die Formel 1 in den Jahren 2028, 2030 und 2032 ausrichten und sich dabei mit Spa-Francorchamps abwechseln, das die Weltmeisterschaft in 2027, 2029 und 2031 empfängt. Diese Regelung spiegelt die Herausforderung der modernen F1 wider, Traditionsstrecken mit neuen kommerziellen Chancen in Europa in Einklang zu bringen.
Die Rotation bedeutet, dass die Formel 1 in jedem zweiten Jahr zwei Rennen in Spanien haben wird – das permanente Madrid-Rennen (derzeit bis 2035 angesetzt) und Barcelonas Großer Preis von Barcelona-Catalunya. Dass die Strecke den Titel „Spanien-Grand-Prix“ verliert, ist ein symbolischer Einschnitt, auch wenn das Rebranding Kataloniens breitere Identität als Motorsport-Destination unterstreicht.

Barcelonas Verbleib hängt auch mit erheblichen Investitionen in die Infrastruktur zusammen. Die Formel 1 nannte den Bau einer Dachkonstruktion, erweiterte Hospitality-Bereiche sowie die Installation von Solarmodulen auf dem gesamten Gelände als entscheidende Faktoren für die Verlängerung der Partnerschaft. Diese Upgrades unterstreichen das Bekenntnis der Strecke zur Modernisierung – eine Voraussetzung, um gegenüber neueren Austragungsorten, die um Plätze im Europa-Kalender konkurrieren, bestehen zu können.
Ebenso überzeugend war das wirtschaftliche Argument. Das jährliche Formel-1-Event sorgt in Katalonien für eine wirtschaftliche Wirkung von über 300 Millionen Euro und ist damit ein strategischer Faktor weit über den Motorsport hinaus.
Während Barcelona feiert, beendet die Rotation faktisch Spas Bestrebungen nach einer dauerhaften Rückkehr in den Kalender. Die belgischen Promoter hatten aktiv für einen festen Platz geworben, doch die neue Regelung zementiert die Rotation mindestens bis 2032.
Formel-1-Präsident Stefano Domenicali betonte die Bedeutung und sagte: „Barcelona ist eine unglaubliche Stadt, und die Formel-1-Fans dort empfangen uns immer mit so viel Leidenschaft.“
Mit Barcelonas gesichertem Status und Madrid als dauerhaftem Fixpunkt markiert die Saison 2026 einen Wendepunkt für den spanischen Motorsport – ein Balanceakt zwischen Tradition und Weiterentwicklung.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.