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Christian Horner arbeitet an einer prominenten Rückkehr in die Formel 1 – über eine mögliche Beteiligung an Alpine. Gespräche laufen unter anderem mit MSP Sports Capital, der Investmentfirma, die zuvor McLaren Racing unterstützt hat. Der 52-jährige ehemalige CEO und Teamchef von Red Bull Racing, der Milton Keynes im Juli 2025 nach zwei Jahrzehnten an der Spitze des titelgewinnenden Teams verlassen hat, bringt sich nun für ein neues Kapitel im Sport in Stellung – diesmal als Teameigentümer statt als operativer Leiter.
Laut Berichten von Sky News führt Horner Gespräche mit einem Konsortium aus institutionellen Investoren, Family Offices und vermögenden Privatpersonen, das darauf abzielt, den 24-Prozent-Anteil von Otro Capital am Team aus Enstone zu erwerben. MSP Sports Capital, die US-Investmentfirma, die McLaren Racing im September 2025 nach einem großen Refinanzierungsdeal verlassen hat, gehört zu den zentralen Akteuren, die den Vorstoß unterstützen.
Die Beteiligung von MSP Sports Capital verleiht Horners Plänen erhebliches Gewicht. Das Unternehmen investierte 2020 in McLaren Racing und hielt bis zum jüngsten Ausstieg 2025 eine bedeutende Minderheitsbeteiligung – im Rahmen eines Deals, der das Team aus Woking mit über 5 Milliarden US-Dollar bewertete. Nachdem MSP mit McLaren bereits Investment-Erfolge in der Formel 1 verbuchen konnte, scheint die Firma nun darauf aus zu sein, neue Chancen in der wachsenden kommerziellen Landschaft der Meisterschaft zu prüfen.
Der potenzielle Deal könnte Alpine mit rund 1,8 Milliarden Pfund (2,5 Milliarden US-Dollar) bewerten – ein Spiegel der stark gestiegenen Bewertungen von F1-Teams in den vergangenen Jahren. Allerdings wäre für jede Transaktion die Kooperation der Renault Group erforderlich, die mit 76 Prozent weiterhin die Mehrheit am französischen Konstrukteur hält.
Seit seinem Abschied von Red Bull verfolgt Horner einen abgewogenen Ansatz für seine F1-Zukunft. Als er auf Spekulationen über seinen nächsten Schritt angesprochen wurde, betonte der Engländer, er würde nur unter bestimmten Voraussetzungen zurückkehren: „Ich würde nur für die richtige Gelegenheit zurückkommen – mit den richtigen Leuten, die ähnlich ticken und gewinnen wollen. Ich habe kein Interesse daran, einfach nur dabei zu sein.“
Er führte seine Vorstellung weiter aus: „Schau, ich glaube, ich habe meinen Dienst getan. Wenn ich zurückkäme, dann in einer etwas anderen Rolle als der, die ich in den letzten etwa 21 Jahren ausgeübt habe.“ Diese Aussage deutet darauf hin, dass Horner eher eine Mehrheits- oder Kontrollbeteiligung anstrebt als eine operative Managementrolle – ein naheliegender nächster Schritt nach zwei Jahrzehnten Titel-Erfolg bei Red Bull, wo er acht Fahrertitel und sechs Konstrukteursmeisterschaften verantwortete.

Alpines aktuelle Lage macht das Team zu einem spannenden Übernahmeziel. Der französische Konstrukteur wurde in der Konstrukteurswertung 2025 Letzter – ein dramatischer Absturz für die traditionsreiche Marke. Gleichzeitig hat das Team strategische Veränderungen angestoßen, die die Wende bringen sollen. Am bedeutendsten: Für 2026 ist Alpine auf Mercedes-Antriebe umgestiegen, nachdem das hauseigene Renault-Formel-1-Motorenprogramm geschlossen wurde – und sich damit Leistung vom Klassenprimus gesichert, der die Hybrid-Ära geprägt hat.
Zudem verlagerte Alpine bereits früh im Jahr 2025 Entwicklungsressourcen auf das 2026er-Chassis, um die umfassenden neuen technischen Regeln, die in dieser Saison eingeführt wurden, maximal auszunutzen. Dieser vorausschauende Ansatz bietet potenziellen Investoren eine klare Performance-Perspektive und eine echte sportliche Chance – genau die Art von „spannendem“ Projekt, die Horner zufolge ihn zurücklocken würde.
Alpine bestätigte Horners Interesse offiziell im Januar 2026 und erklärte: „Eine der Parteien, die Interesse bekundet haben, ist eine Investorengruppe, zu der auch Christian Horner gehört.“ In der Mitteilung betonte das Team, dass etwaige Verhandlungen direkt mit den Anteilseignern Otro Capital und der Renault Group geführt würden – nicht mit dem operativen Team oder dem aktuellen Boss Flavio Briatore.
Die Umstrukturierung der Eigentümerlandschaft in der Formel 1 nimmt weiter Fahrt auf. Neben Alpine gab es in der Meisterschaft zuletzt erhebliche Investment-Aktivitäten, da mehrere Akteure den Einstieg in den Sport suchen, während die kommerziellen Bewertungen weiter steigen. Für Horner, der nach seinem Red-Bull-Abgang derzeit frei ist, stellt die Alpine-Option einen wirklich überzeugenden Weg dar, die Zukunft des Sports mitzugestalten – vorausgesetzt, finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen lassen sich mit den bestehenden Anteilseignern finalisieren und das Konsortium um MSP Sports Capital schließt seine Finanzierung.
Das Drama im Vorstand rund um Alpines Eigentümerstruktur wird die F1-Transferspekulationen in den kommenden Wochen zweifellos dominieren.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.