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Sergio Perez’ Formel-1-Comeback steht schon jetzt unter genauer Beobachtung – und der Routinier hat noch nicht einmal eine komplette Renndistanz für Cadillac absolviert. Der ehemalige Grand-Prix-Pilot David Coulthard hat eine klare Einschätzung zum erfahrenen Fahrerduo des US-Teams abgegeben und angedeutet, dass Valtteri Bottas im internen Duell einen deutlichen Vorteil hat – vor allem wegen Perez’ einjähriger Auszeit vom Sport.
Beide Fahrer verabschiedeten sich Ende 2024 aus dem Vollzeitbetrieb, doch ihre Wege entwickelten sich danach sehr unterschiedlich. Während Bottas sich eine Rolle als Ersatzfahrer bei Mercedes sicherte – weiterhin mitten in hochmodernen technischen Abläufen, inklusive umfangreicher Simulatorarbeit – entschied sich Perez für das, was er selbst als „Familienzeit“ bezeichnete, und zog sich komplett aus dem Fahrerlager zurück.
Coulthards Kritik geht über reine Oberflächenbeobachtungen hinaus. In seiner Einschätzung im Podcast Up to Speed räumte er ein, Cadillac habe eine „kluge Entscheidung“ getroffen, indem man sichere, erfahrene Hände statt ungetesteter Rookies verpflichtet habe. Doch mit Blick auf die teaminterne Dynamik machte der frühere McLaren- und Red-Bull-Fahrer eine entscheidende Schwachstelle in Perez’ Ausgangslage aus.
„Ich glaube, Bottas ist besser vorbereitet, weil er diese Mercedes-Informationen mitbringt. Er hat das ganze letzte Jahr mit Mercedes gearbeitet, Simulatorarbeit und so weiter“, erklärte Coulthard. „Ich bin ein bisschen besorgt um Perez, der die Siesta eines freien Jahres wirklich genossen hat. Ich zweifle nicht an seinem Einsatz, aber kannst du den Schalter wieder umlegen, wenn du ihn einmal ausgemacht hast?“
Die Aussage unterstreicht eine im Motorsport selten offen thematisierte Herausforderung: die Wettkampfschärfe über längere Pausen hinweg zu konservieren. Die Formel 1 lebt von Rhythmus und Wiederholung; ohne die ständigen Reize lässt die Routine schnell nach. Bottas hingegen blieb an die technische Entwicklung des Sports angebunden – und bewahrte zugleich jene Automatismen, die für Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde entscheidend sind.
Jetzt, da beide bei Cadillac sind, hat sich die Ausgangslage grundlegend verändert. Anders als in den Jahren, in denen sie Lewis Hamilton beziehungsweise Max Verstappen unterstützten, hat nun jeder realistische Chancen, die Rolle des Teamleaders zu übernehmen. Coulthard formulierte es deutlich: „Ich glaube, Bottas hat die bessere Chance, Perez zu schlagen – allein schon, weil er einfach aktueller ist.“
Diese Einschätzung spiegelt ein Grundprinzip der Formel-1-Teamdynamik wider. Wie Coulthard betonte: So sehr es den gemeinsamen Teamerfolg braucht, so gnadenlos bleibt der interne Vergleich – der Erfolg deines Teamkollegen ist dein Misserfolg. In einem Duell zweier erfahrener Profis mit historisch ähnlich gelagertem Niveau entscheiden Nuancen. Aktuelle Rennkilometer, mentale Wachheit und technische Aktualität könnten am Ende die ausschlaggebenden Faktoren sein – in einer der spannendsten Nebenhandlungen der Saison 2026.
Cadillac setzt auf Stabilität statt Risiko. Ob diese Rechnung eher Bottas’ kontrolliertem Neustart oder Perez’ Versuch der Wiedergutmachung zugutekommt, ist die nächste fesselnde Frage der Formel 1.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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