Darum bekommt der F1-Kalender 2027 zehn Sprint-Rennen

Der offizielle Formel-1-Kalender für 2027 steht fest, und neben den bekannten Highlights bringt er eine bedeutende strukturelle Veränderung mit sich: Die Meisterschaft erweitert ihre Sprint-Wochenenden auf zehn – die höchste Zahl, seit das Format 2021 eingeführt wurde. Hier erfährst du alles, was du wissen musst.
Warum die große Erhöhung?
Der Sprint hat sich als echter Volltreffer erwiesen, und die Zahlen erklären genau, warum. Seit dem Debüt des Konzepts im Jahr 2021 zeigen die Daten, dass die Gesamtzuschauerzahl bei Sprint-Wochenenden um 12 Prozent höher liegt als bei Wochenenden ohne Sprint. Das Sprint-Qualifying wiederum ist bei den Fans bis zu dreimal beliebter als das Training – kein Wunder, ersetzt es doch das zweite Freie Training am Freitagnachmittag.
Die Wachstumskurve ist stetig. Die Meisterschaft fuhr 2021 und 2022 jeweils drei Sprints aus, steigerte sich zwischen 2023 und 2026 auf sechs pro Saison, bevor sie im kommenden Jahr auf die geplanten zehn springt. Der Appetit ist eindeutig: 82 Prozent der Besucher von Sprint-Wochenenden geben an, dass der Sprint ihren Ticketwert erhöht – mit wettbewerbsintensiven Sessions, die sich über drei statt zwei Tage erstrecken – während 75 Prozent der F1-Fans glauben, dass Sprint-Events den Wert einer Saison steigern.

Fünf Strecken feiern ihr Sprint-Debüt
Bahrain – das den Saisonauftakt ausrichtet – sowie Australien, Japan, Monaco und das Saisonfinale in Abu Dhabi werden erstmals überhaupt einen Sprint austragen. Ja, Monaco bekommt einen. Das Qualifying ist eine der spektakulärsten Sessions im Formel-1-Kalender im Fürstentum, wenn die Fahrer sich durch die engen, verwinkelten Straßen von Monte Carlo kämpfen. Jetzt bekommen die Fans gleich zwei dieser spektakulären Sessions: das Sprint-Qualifying am Freitag, den Sprint am Samstagmorgen (anstelle des FP3), bevor später am Samstag das Grand-Prix-Qualifying folgt.
Der Rest der Liste ist vertraut. Kanada kehrt zum zweiten Mal in Folge zurück, nachdem es einen sensationellen Mercedes-Zweikampf um die Führung zwischen George Russell und Kimi Antonelli geliefert hat. Silverstone erhält seinen dritten Sprint, Monza seinen zweiten, und Brasilien baut seine Bestmarke mit einer sechsten Auflage in Interlagos aus. Katar ist mit einer vierten Auflage in fünf Jahren auf dem Lusail International Circuit wieder dabei.

Da auch Abu Dhabi auf der Liste steht, endet die Saison mit zwei aufeinanderfolgenden Sprints, die den letzten beiden Grand-Prix-Wochenenden zusätzliche Punkte verleihen. Am anderen Ende bedeuten Bahrain, Australien und Japan, dass die Saison mit drei Sprints in den ersten vier Rennwochenenden startet – eine Belohnung für Teams, die von Anfang an schnell sind.
Weitere Details zum erweiterten Kalender und dem kompletten 24-Rennen-Programm findest du in unserer ausführlichen Berichterstattung zur offiziellen Kalenderbestätigung sowie in Domenicalis Versprechen von mehr Intensität und Drama.
So funktioniert das Sprint-Format
Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein kurzes Rennen. Es geht über 100 km – etwa ein Drittel einer typischen Grand-Prix-Distanz – und dauert rund 30 Minuten. Pflichtboxenstopps gibt es nicht, und obwohl Stopps nicht verboten sind, ist das Zeitfenster so eng, dass sich ein Boxenstopp für frische Reifen kaum lohnt. Punkte gibt es für die besten acht Fahrer, mit acht Zählern für den Sieger bis hinunter zu einem Punkt für P8.

Ein Sprint-Wochenende reduziert das Training von drei einstündigen Einheiten auf eine einzige 60-minütige Session. Das Sprint-Qualifying ist eine verkürzte Version der eigentlichen Qualifikation: Das SQ1 dauert 12 Minuten, das SQ2 zehn und das SQ3 nur acht. Das Ergebnis? Mehr wettbewerbsintensive Sessions im Laufe einer Saison – und eine 2027er-Kampagne, die genau das verspricht.
