Formel 3: Tuukka Taponen holt Q2-Pole am MADRING

Tuukka Taponen war auf den Punkt da: Mit einer späten Rundenzeit von 1:49,750 sicherte sich der MP-Motorsport-Pilot die Pole-Position im 2. Qualifying der Formel 3 am MADRING und verwies Titelanwärter Ugo Ugochukwu um gerade einmal 0,021 Sekunden auf Rang zwei.
Das zweite Qualifying entschied über die Startaufstellung für das abschließende Hauptrennen am Sonntag und besaß im Meisterschaftskampf eine enorme Tragweite. Ugochukwu jagt am finalen Rennwochenende der Saison Spitzenreiter Freddie Slater hinterher.
Wie bereits in unserem MADRING-Guide beleuchtet, wurde der neue Stadtkurs in Madrid zwar schon für Formel-3-Testfahrten genutzt, doch das Qualifying bot den ersten echten sportlichen Gradmesser auf dem 5,414 Kilometer langen Layout.
Slater schlägt nach Problemen in Qualifying 1 früh zurück
Nach seinem schwierigen Auftakt im ersten Zeittraining verlor Slater keine Zeit und setzte sich prompt an die Spitze.
Zunächst hatte Taito Kato mit einer Zeit von 1:50,847 die Richtmarke gesetzt, ehe Slater mit einer 1:49,972 konterte und nach zwei absoluten Sektorbestzeiten kurzzeitig die Führung übernahm.
Danach überschlugen sich die Ereignisse.
Kato drückte die Bestmarke auf 1:49,916, bevor Ugochukwu mit einer 1:49,901 noch schneller war. Pedro Clerot schob sich kurz darauf an die Spitze, während die Strecke kontinuierlich schneller wurde – ein klarer Beweis dafür, wie rasant der Grip im Verlauf der 20-minütigen Session zunahm.
Mit Blick auf die Meisterschaft wirkte Ugochukwu immer souveräner.
Ugochukwu erhöht im Titelkampf den Druck
Der Fahrer von Campos Racing legte in den Schlussminuten noch einmal nach: Mit einer Zeit von 1:49,771 eroberte er die provisorische Pole-Position zurück.
Es war genau die Antwort, die Ugochukwu liefern musste.
Er war mit 15 Punkten Rückstand auf Slater nach Madrid gereist, nachdem er beim Saisonendspurt in Monza Boden gutgemacht hatte. Das Hauptrennen am Sonntag aus der ersten Startreihe in Angriff zu nehmen, verschafft ihm eine glänzende Ausgangslage, um seinen Rivalen weiter unter Druck zu setzen.
Für Slater verlief der Nachmittag hingegen erneut bitter.
Der TRIDENT-Pilot steuerte gegen Ende des Zeittrainings wieder die Boxengasse an, da jenes technische Problem, das ihn schon in Qualifying 1 ausgebremst hatte, offenbar fortbestand. Angesichts der rasant abtrocknenden und schneller werdenden Strecke erwies sich das Verpassen der finalen Versuche als teurer Rückschlag.
Taponen schlägt im entscheidenden Moment zu
Während die Protagonisten des Titelkampfes ihr eigenes Duell austrugen, zauberte Taponen klammheimlich die schnellste Runde der Session auf den Asphalt.
Die Uhr für den MP-Motorsport-Piloten blieb bei 1:49,750 stehen – hauchdünne 0,021 Sekunden vor Ugochukwu. Damit schnappte sich der Finne die Pole-Position für das letzte Hauptrennen der Saison 2026.
Es war eine fehlerfreie Runde zum perfekten Zeitpunkt.
Taponen hatte bereits bei den vergangenen Rennen eine starke Formkurve gezeigt, unter anderem mit einem Podestplatz in Monza. Nun bewies er erneut sein Gespür dafür, das Maximum aus dem Auto herauszuholen, als der Kurs den meisten Grip bot.
Hinter dem Führungsduo endete das Duell um Startplatz drei dramatisch.
Clerot befand sich auf einer weiteren schnellen Runde, schlug jedoch im letzten Sektor in die Streckenbegrenzung ein – nur wenige Meter vor der Ziellinie. Seine frühere Zeit reichte zwar immer noch für Rang drei, doch der Unfall vereitelte jede Chance, Taponen noch von der Pole abzufangen.
Vorentscheidende Startaufstellung für den Titel-Showdown
Taponen geht somit von Startplatz eins in das entscheidende Hauptrennen am Sonntag, flankiert von Ugochukwu in der ersten Startreihe und Clerot auf Rang drei.
Für Taponen bietet sich die Chance, eine beachtliche Saison mit einem weiteren Spitzenergebnis zu krönen.
Für Ugochukwu steht ungleich mehr auf dem Spiel.
Da Slater die Schlussphase des Qualifyings nicht nutzen konnte, hat sich der Campos-Pilot die ideale Basis geschaffen, um den Meisterschaftsführenden im großen Saisonfinale direkt zu attackieren.
Es war von Beginn an klar, dass der Kurs in Madrid für einen unberechenbaren Abschluss der Formel-3-Saison sorgen würde.
Nach dem zweiten Qualifying ist klar: Der Titelkampf bleibt packend bis zum Schluss.
