Madring im Detail: Alles zum F1-Debüt in Madrid

Die Formel 1 schlägt an diesem Wochenende ihre Zelte in Madrid auf, um den ersten Großen Preis von Spanien auf dem neu errichteten Madring auszutragen. Der Hybridkurs verbindet öffentliche Straßen mit eigens dafür gebauten Abschnitten rund um das IFEMA-Messegelände und Valdebebas. Damit entsteht ein Streckenprofil, das sich grundlegend von allen bisherigen spanischen F1-Austragungsorten unterscheidet.
Die Strecke misst 5,414 Kilometer, umfasst 22 Kurven und ist Schauplatz eines 57 Runden langen Rennens über eine Gesamtdistanz von 308,399 Kilometern. Einen offiziellen Rundenrekord gibt es naturgemäß noch nicht. Die Boliden dürften Topspeeds von bis zu 340 km/h erreichen, während rund 45.000 Zuschauer das Geschehen an der markanten Passage La Monumental live verfolgen werden.
Einen umfassenden Überblick über das Rennwochenende finden Sie in unserem Leitfaden zum Großen Preis von Spanien 2026.

Neuer Schauplatz mit historischer Madrid-Tradition
Auch wenn der Madring seine Feuertaufe in der Königsklasse feiert, blickt Madrid bereits auf eine lange Formel-1-Historie zurück. Das erste Rennen in der spanischen Hauptstadt fand 1968 auf dem Circuito del Jarama statt, der rund 30 Kilometer nördlich der Metropole liegt und sich damals im jährlichen Wechsel mit dem Montjuïc Circuit in Barcelona abwechselte.
Nach einem tragischen Unfall auf dem Montjuïc trug Madrid den Grand Prix von 1976 bis 1979 sowie noch einmal 1981 als ständiger Gastgeber aus. Motorsportgrößen wie James Hunt und Mario Andretti trugen sich dort in die Siegerlisten ein. In den Folgejahren verschwand das Rennen aufgrund nachlassenden Interesses und widriger Wetterbedingungen vorübergehend aus dem Kalender, ehe Jerez und später Barcelona als feste Größen übernahmen.

Die fahrtechnischen Herausforderungen des Madrings
Den wahren Charakter des Kurses werden die Fahrer wohl erst im 1. Freien Training am Freitag, den 11. September, vollständig begreifen. Das Layout sowie die vorangegangenen Testfahrten der Formel 3 liefern jedoch schon jetzt aufschlussreiche Erkenntnisse darüber, was Fans und Teams vom Streckenprofil erwarten können.
Nach dem Start führt ein kurzer Sprint von etwa 200 Metern direkt in Kurve 1. Der anschließende Rechtsknick leitet das Feld in Richtung Kurve 3 und auf die längste Gerade der Strecke. Darauf folgt eine heftige Bremszone, die durch einen Höhenunterschied und den blinden Scheitelpunkt von Kurve 8 zusätzlich erschwert wird.
Vom Straßenabschnitt geht es anschließend auf den permanenten Rundkurs, wo eine Schikane direkt in La Monumental mündet. Diese 550 Meter lange Steilkurve weist eine Überhöhung von bis zu 24 Prozent auf und ermöglicht unterschiedliche Rennlinien – ein optisches wie fahrerisches Highlight des Wochenendes. Nach einer weiteren Vollgaspassage verengt sich die Strecke in einen technisch anspruchsvollen Sektor, bevor eine letzte enge Kurve zurück auf die Start-Ziel-Gerade führt.

Straight Mode und Overtake Mode
Auf der Strecke sind zwei Zonen für den Straight Mode eingerichtet: die Start-Ziel-Gerade sowie die Passage zwischen den Kurven 3 und 4. Für den Overtake Mode gibt es einen einzigen Messpunkt kurz vor Kurve 22, wobei die Aktivierung unmittelbar nach der letzten Kurve auf dem Weg zur Ziellinie erfolgt.
Für den gebürtigen Madrilenen Carlos Sainz steht zudem sein erstes echtes Heimspiel an. Als offizieller Streckenbotschafter verleiht er diesem historischen Grand-Prix-Debüt eine ganz besondere persönliche Note.
