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Fernando Alonsos erwartete Renaissance bei Aston Martin steht nach einer besorgniserregenden Vorsaison auf wackligen Beinen – und wirft ernste Fragen über seine Zukunft in der Formel 1 auf. Der 44-jährige zweifache Weltmeister hat angedeutet, dass 2026 seine letzte Saison sein könnte – allerdings nicht aus den Gründen, die sich das Team beim Aufbau seines ambitionierten Projekts erhofft hatte.
Die Risse im Fundament von Aston Martin wurden bei den Vorsaisontests in Bahrain sichtbar, als das Team mit gravierenden technischen Problemen zu kämpfen hatte. Besonders alarmierend waren die Schwierigkeiten mit dem Antrieb: Alonso erlebte während der Testtage mehrere Ausfälle. Das steht in deutlichem Kontrast zu dem Optimismus, der die Rekrutierungsoffensive begleitet hatte – inklusive Design-Legende Adrian Newey und der Partnerschaft mit Honda als neuem Motorenlieferanten.
Der Leistungsrückstand ließ sich nicht mehr wegdiskutieren: Aston Martin wirkte im Vergleich zur Konkurrenz deutlich zu langsam. Für ein Team, das unter den neuen Regeln um Titel kämpfen wollte, sind diese frühen Anzeichen äußerst beunruhigend.
Statt einen sofortigen Abschied anzukündigen, verfolgt Alonso einen pragmatischen Ansatz. In Interviews skizzierte er ein bedingtes Rücktrittsszenario: Wenn Aston Martin ein konkurrenzfähiges Auto baut, wird 2026 „wahrscheinlich“ sein letztes Jahr; wenn das Auto nicht überzeugt, könnte er seine Karriere verlängern, um zu einem befriedigenderen Abschluss zu kommen.
„Ich weiß, es ist meine letzte Chance“, erklärte Alonso und räumte ein, dass die technischen Regeln für 2026 einen entscheidenden Moment in seiner Laufbahn markieren. Nach einer 218-Rennen-Siegflaute seit seinem letzten Grand-Prix-Erfolg 2013 mit Ferrari hat die Aussicht, in einem titelreifen Auto zu fahren, für ihn eine enorme emotionale Bedeutung.
Aston-Martin-Teamchef Andy Cowell stellte jedoch klar, dass es keine formellen Rücktrittsgespräche gegeben habe. Sein Fokus liege vollständig darauf, 2026 konkurrenzfähige Performance zu liefern. Auch die F1-Führung zeigte sich zuversichtlich, dass sowohl Alonso als auch Lewis Hamilton ihre Karrieren fortsetzen werden.

Die neue technische Ära ist zugleich Alonsos größte Gelegenheit und möglicherweise sein letztes Kapitel. Mit „nur“ seinen Renault-Meisterschaften 2005–2006 als Ausbeute aus zwei Jahrzehnten im Sport treibt ihn die Aussicht an, auf höchstem Niveau wieder voll relevant zu sein. Doch Aston Martin muss die aktuellen Defizite schnell beheben, um diese Motivation in Realität zu verwandeln.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Gelingt es Aston Martin, die Probleme mit dem Antrieb in den Griff zu bekommen und konkurrenzfähig zu werden, dürfte Alonso seine glanzvolle Karriere mit einem Höhepunkt beenden. Bleiben die Schwierigkeiten bestehen, könnte der legendäre Spanier sein sportliches Glück anderswo im Motorsport suchen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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