Menü
Folgen Sie uns
Ferrari ersetzt Hamiltons Renningenieur nach turbulenter erster Saison in Rot

Ferrari ersetzt Hamiltons Renningenieur nach turbulenter erster Saison in Rot

5 Min. Lesezeit

In einem Schritt, der einen entschlossenen Neuanfang für sowohl Lewis Hamilton als auch Scuderia Ferrari signalisiert, hat die italienische Marke bekannt gegeben, dass Riccardo Adami in der Saison 2026 nicht mehr als Hamiltons Renningenieur fungieren wird. Damit endet eine Partnerschaft, die nur 24 Rennen dauerte und keinen einzigen Podestplatz hervorbrachte. Adami, der zuvor bereits Sebastian Vettel und Carlos Sainz bei Ferrari betreute, wird innerhalb der Scuderia Ferrari Driver Academy eine neue Rolle als Manager der Driver Academy und für Testfahrten mit Vorjahreswagen übernehmen.

Die Entscheidung ist ein klares Eingeständnis, dass Hamiltons Debütsaison in Rot hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist – nicht nur bei den Ergebnissen, sondern auch in der entscheidenden Beziehung zwischen Fahrer und Ingenieur, die das Fundament für den Erfolg in der modernen Formel 1 bildet.

Eine Saison geprägt von Unstimmigkeiten und Enttäuschungen

Hamiltons Kampagne 2025 bei Ferrari war alles andere als einfach. Der siebenmalige Weltmeister blieb zum ersten Mal in seiner Karriere ohne Podestplatz, während er im Qualifying-Duell gegen seinen Teamkollegen Charles Leclerc in 19 von 24 Rennen unterlag. Besonders deutlich wurde der Leistungsunterschied in der Weltmeisterschaftswertung: Hamilton beendete die Saison mit 86 Punkten Rückstand auf Leclerc – ein krasser Gegensatz zu seinen dominanten Jahren bei Mercedes.

Abseits der Statistiken rückte das Verhältnis zwischen Hamilton und Adami immer wieder in den Fokus der Kritik, insbesondere durch angespannte Funksprüche, die weltweit übertragen wurden. Hamiltons genervte Kommentare – darunter die Aufforderung "Lass mich einfach machen" beim Saisonauftakt in Australien oder der Vorwurf, Ferrari würde während strategisch wichtiger Momente in Miami eine "Teepause" einlegen – zeichneten das Bild eines frustrierten Fahrers und einer mangelhaften Kommunikation seitens der Technik.

Trotz dieser öffentlichen Spannungen betonten sowohl Hamilton als auch Ferrari stets, dass die Partnerschaft zu retten sei. Die aktuelle Ankündigung deutet jedoch auf das Gegenteil hin. Dieser Wechsel ist mehr als nur eine personelle Umstrukturierung; er symbolisiert Ferraris Entschlossenheit, Hamilton das optimale Umfeld für die Jagd nach seinem beispiellosen achten Weltmeistertitel zu bieten.

Adamis neue Rolle: Die Gestaltung der zukünftigen Ferrari-Talente

Anstatt Ferrari komplett zu verlassen, wurde Adami innerhalb der Infrastruktur für die Fahrerentwicklung neu positioniert. Sein Wechsel in die Rolle des Managers der Scuderia Ferrari Driver Academy und für Testfahrten mit Vorjahreswagen ist eine Anerkennung seiner umfassenden Erfahrung an der Rennstrecke und seines tiefgreifenden Formel-1-Wissens.

Die Ferrari Driver Academy, die von Jerome d’Ambrosio geleitet wird, ist eine zentrale Talentschmiede für die Identifizierung und Förderung zukünftiger F1-Stars. Zum aktuellen Programm gehören aufstrebende Talente wie Dino Beganovic und Rafael Camara sowie die F1-Academy-Teilnehmerinnen Maya Weug und Alba Larsen. Die Academy hat in der Vergangenheit bereits Weltklasse-Fahrer wie Charles Leclerc, Sergio Pérez und zuletzt Ollie Bearman hervorgebracht.

In der offiziellen Erklärung von Ferrari betonte das Team, dass Adami in seiner neuen Rolle "seine umfangreiche Erfahrung an der Rennstrecke und sein Formel-1-Fachwissen" einbringen werde, um "zur Entwicklung zukünftiger Talente beizutragen und die Leistungskultur im gesamten Programm zu stärken." Diese Positionierung verdeutlicht, dass Ferrari Adamis Wechsel nicht als Degradierung sieht, sondern als gezielte Nutzung seiner Erfahrung für die institutionelle Weiterentwicklung.

Der Kontrast zu Mercedes: Warum Bonnington nicht folgte

Hamiltons Wechsel zu Ferrari wurde durch ein bedeutendes Fehlen erschwert: Peter „Bono“ Bonnington, Hamiltons langjähriger Mercedes-Renningenieur, der ihn zu sechs seiner sieben Weltmeisterschaften begleitete. Trotz Hamiltons Bemühungen, Bonnington von einem Wechsel nach Maranello zu überzeugen, entschied sich der erfahrene Ingenieur, auch in der Saison 2026 bei Mercedes zu bleiben.

Diese Entscheidung unterstreicht, wie wichtig Kontinuität in der Beziehung zwischen Fahrer und Ingenieur ist. Bonningtons Anwesenheit hätte Hamiltons Integration bei Ferrari vermutlich erleichtert, da er die vertraute Stimme und die etablierten Kommunikationsmuster mitgebracht hätte, die Hamiltons Karriere geprägt haben. Stattdessen startete Hamilton mit Adami in seine erste Ferrari-Saison – eine Partnerschaft, die zwar kompetent, aber letztlich nicht kompatibel war.

Ein entscheidendes Jahr 2026: Es steht mehr auf dem Spiel als je zuvor

Die Saison 2026 stellt einen potenziellen Wendepunkt in Hamiltons F1-Karriere dar. Mit 41 Jahren könnte dies seine letzte Chance sein, auf höchstem Niveau um den Titel zu kämpfen. Ein achter Weltmeistertitel ist damit nicht nur erstrebenswert, sondern möglicherweise seine letzte realistische Gelegenheit, Geschichte zu schreiben. Das neue technische Reglement, das 2026 in Kraft tritt, wird die Karten im Feld neu mischen und sowohl für Teams als auch für Fahrer neue Unsicherheiten und Chancen schaffen.

Die Ernennung eines neuen Renningenieurs wird für Hamiltons Erfolg entscheidend sein. Ferrari hat versprochen, Adamis Nachfolger "zu gegebener Zeit" bekannt zu geben. Die Entscheidung des Teams in dieser Angelegenheit könnte den Ausschlag geben. Der ideale Kandidat muss technisches Scharfsinn mit der zwischenmenschlichen Chemie verbinden, die zwischen Hamilton und Adami so offensichtlich fehlte – ein empfindliches Gleichgewicht, auf dem Weltmeisterschaften aufgebaut werden.

Da die Vorsaisontests bereits am 26. Januar unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona beginnen, drängt die Zeit. Hamilton geht mit neuem Fokus und der vollen Unterstützung der Organisation in das Jahr 2026, doch die Uhr für seine Jagd nach dem größten Erfolg im Motorsport tickt.

Ferrari ersetzt Hamiltons Renningenieur nach turbulenter erster Saison in Rot | F1 Live Pulse