São Paulo Grand Prix — Qualifying

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Nachrichten

FIA hat endlich Petronas’ nachhaltige Kraftstoffe für Mercedes-F1-Power-Units genehmigt

Petronas kämpft um die FIA-Homologation seines nachhaltigen F1-Kraftstoffs für 2026 vor dem Großen Preis von Australien. Mercedes, McLaren, Williams und Alpine könnten sonst mit einer provisorischen Mischung in die Saison starten, falls die Zertifizierung sich verzögert.

FIA hat endlich Petronas’ nachhaltige Kraftstoffe für Mercedes-F1-Power-Units genehmigt
© Formula 1 via Getty Images

Während sich die Formel 1 auf ihre tiefgreifendste Regelreform seit über einem Jahrzehnt vorbereitet, hat Petronas eine entscheidende Hürde genommen. Der malaysische Kraftstoffhersteller, der Mercedes, McLaren, Williams und Alpine beliefert, hat in letzter Minute die Homologation für seine nachhaltige Kraftstoffmischung erhalten – nur wenige Tage bevor der Saisonauftakt beim Großen Preis von Australien am 6.–8. März beginnt.

Die Komplexität der modernen Kraftstoffzertifizierung

Diese Genehmigung auf den letzten Drücker verdeutlicht einen grundlegenden Wandel darin, wie die F1 Kraftstoffe reguliert. Bis zum vergangenen Jahr war die Zertifizierung vergleichsweise unkompliziert: Hersteller reichten Proben bei einem FIA-angegliederten Labor ein, und die Freigabe kam in der Regel innerhalb von etwa 20 Tagen. Das Verfahren war effizient – wurde jedoch mit der Einführung von 100% nachhaltigen Kraftstoffen obsolet.

Ab dieser Saison hat die FIA die Zertifizierungsaufgaben an eine externe Stelle übertragen, die nicht nur das Endprodukt prüft, sondern die gesamte Produktionskette. Das ist eine wesentliche Veränderung der regulatorischen Kontrolle. Zertifizierungsfachleute besuchen nun die Produktionsstätten direkt, um die Einhaltung in jeder Phase zu verifizieren, prüfen die Zertifikate einzelner Komponenten und validieren alle Partner in der Lieferkette. Fehlt auch nur ein einziges Zertifikat eines Zulieferers, kann die gesamte Kraftstoffmischung nicht homologiert werden – unabhängig davon, ob die Mischung selbst die FIA-Spezifikationen erfüllt. Genau dieser bürokratische Engpass bei den Zulieferzertifizierungen verursachte die Verzögerung bei Petronas.

Die Revolution der nachhaltigen Kraftstoffe 2026

Der Umstieg auf fortschrittliche nachhaltige Kraftstoffe ist zentral für das ambitionierte Netto-Null-Ziel der F1 bis 2030. Diese E-Fuels sollen aus Quellen wie CO₂-Abscheidungstechnologien, kommunalen Abfällen und nicht essbarer Biomasse stammen – ohne Bestandteile, die aus Rohöl gewonnen werden.

Der Kraftstoff von Mercedes ist als „Drop-in-Lösung“ positioniert: Er soll keine Neuentwicklung des Motors erfordern und zugleich gemäß der neuesten EU-Richtlinie für erneuerbare Energien mindestens 65% Treibhausgas-Einsparung liefern.

Diese ökologische Ambition hat jedoch auch sportliche Konsequenzen. Anders als in früheren Epochen, in denen Teams faktisch mit nahezu identischen Kraftstoffmischungen fuhren, erlaubt 2026 stark unterschiedliche Formulierungen je Hersteller. Damit öffnet sich die Tür zu einem technischen Wettrüsten, bei dem Kraftstoffentwickler die Performance der Power Units spürbar beeinflussen können.

Krise in Melbourne abgewendet

Branchenquellen zufolge lag die größte Hürde in der Verzögerung bei der Beschaffung jener detaillierten Komponentenzertifikate von Partnerunternehmen. Da Berichte nahelegten, dass Rivalen wie Red Bull die Freigabe für den Kraftstoff von ExxonMobil bereits deutlich früher erhalten hatten, wuchs der Druck auf Petronas, nicht schon zum Saisonstart ins Hintertreffen zu geraten.

Wäre die Genehmigung nicht rechtzeitig erfolgt, hätten die Regeln den Teams erlaubt, mit einer provisorischen Kraftstoffmischung anzutreten, die ausschließlich aus zuvor genehmigten Komponenten besteht. Diese Notlösung hätte zwar die Teilnahme gesichert, aber enorme Unsicherheit hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit in der Auftaktrunde mit sich gebracht.

Auch wenn Petronas und Mercedes öffentlich zu den Details der Verzögerung geschwiegen haben, bedeutet diese offizielle Freigabe in letzter Minute eine enorme Erleichterung für die vier Teams, die zusammen fast die Hälfte des Grids stellen. Der gesamte Vorgang unterstreicht, wie radikal die 2026er-Regeln selbst die grundlegendsten technischen Bausteine der Formel 1 verändert haben – und zeigt, dass das Rennen abseits der Strecke inzwischen genauso zermürbend ist wie das auf ihr.

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