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Die Rennkommissare der Formel 1 standen nach dem Großen Preis der Niederlande erneut im Zentrum der Kritik, nachdem Franco Colapinto und Arvid Lindblad jeweils Durchfahrtsstrafen für Überholmanöver unter gelber Flagge erhalten hatten.
Die Vorfälle ereigneten sich nach dem schweren Unfall von Max Verstappen in der ersten Runde in Zandvoort. Sowohl die Fahrer von Alpine als auch von Racing Bulls widersprachen den Entscheidungen, während die Urteile insbesondere bei den Fans in Argentinien für heftige Reaktionen sorgten. Eine Führungskraft, die mit einem der Hauptsponsoren von Colapinto in Verbindung steht, stellte zudem in einem später gelöschten Social-Media-Beitrag die Integrität der FIA-Rennkommissare in Frage.
Die FIA bestätigte daraufhin, dass sie rechtliche Schritte prüfe, nachdem Rennbeamte beleidigt worden waren. Die Episode verstärkte die Aufmerksamkeit rund um Colapinto, dessen Position in der Formel 1 weiterhin im Fokus steht, wie auch die Entscheidung von Alpine, Franco Colapinto für die Saison 2027 zu behalten, unterstreicht.

Während des FIA American Congress in Buenos Aires wurde FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem gefragt, ob für Formel-1-Veranstaltungen mehr südamerikanische Rennkommissare ernannt werden könnten. Er erklärte, dass die Organisation bereits an Schulungs- und Rotationsplänen arbeite.
„Für uns geht es um alle Fahrer“, sagte Ben Sulayem. „Aber ich stimme Ihnen zu. Wir führen jetzt Schulungen durch. Wir haben sogar einen Ausbildungskurs ausgeschrieben. Wir haben die ASNs [FIA-Mitgliedsclubs] gebeten, uns Namen zu nennen, die wir ausbilden können, da wir die Rennkommissare rotieren werden.“
Ben Sulayem betonte, dass sich Beschwerden über die Arbeit der Rennkommissare nicht auf Argentinien beschränkten, und enthüllte, dass er ähnliche Bedenken auch aus Großbritannien vernommen habe. Er wies die Vermutung zurück, dass die FIA Fahrer aus einem bestimmten Land gezielt benachteilige, kündigte jedoch an, das Thema zu untersuchen und direkt mit Colapinto zu sprechen.
„Man kann hart sein, aber man muss fair bleiben. Fairness ist die Mission der FIA“, sagte er. „Ich werde mir das ansehen und prüfen. Und ich werde mit ihm [Colapinto] sprechen. Ich werde Franco selbst anrufen. Ich möchte hören, was er dazu zu sagen hat.“

Der FIA-Präsident bekräftigte zudem seinen Widerstand gegen Online-Belästigungen, die sich gegen Fahrer, Journalisten und Offizielle richten. Er erklärte, dass die Kampagne der Organisation gegen Missbrauch die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Verbänden, Medien und Teams erfordere.
Ben Sulayem zitierte eine Studie, wonach 70 % der Beleidigungen aus Nord- und Südamerika stammten, während weitere Vorfälle ihren Ursprung in Europa und anderen Regionen hätten. Er betonte, dass das Problem alle Sportarten betreffe, nicht nur den Motorsport, und beschrieb den Kampf dagegen als eine langfristige, gemeinsame Aufgabe.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.