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Ford bereitet den Aufstieg aus der LMGT3-Kategorie in die höchste Klasse der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr vor. Gemeinsam mit dem Partner Proton Competition verfolgt der Hersteller ein klares Ziel: Fords Le-Mans-Erbe wiederzubeleben und zugleich um die Weltmeisterschaft zu kämpfen.
Das Projekt nähert sich einer entscheidenden Phase, denn die offiziellen Tests des neuen Hypercars aus Michigan beginnen bereits in wenigen Tagen. Bevor der Prototyp jedoch die Rennstrecke erreicht, hat Ford den Prüfstand in Dearborn genutzt, um den hauseigenen 5,4-Liter-Coyote-V8 mit Saugmotor einem ungewöhnlich anspruchsvollen virtuellen Test zu unterziehen.
Die Prüfstandskammer hat eine komplette Runde auf dem 13,626 Kilometer langen Circuit de la Sarthe nachgebildet. So konnte Ford jeden Gangwechsel, jede Bremszone und jeden Abschnitt mit Vollgas in Echtzeit simulieren. Ziel ist es, die Entwicklung des Motors zu überprüfen und Bereiche zu identifizieren, in denen vor dem Beginn der Streckentests noch nachgebessert werden muss.
„Wir warten nicht auf die Rennstrecke, um mit dem Lernen zu beginnen“, sagte Christian Hertrich, leitender Ingenieur für Ford-Racing-Antriebsstränge. „Das können wir uns nicht leisten. Jedes Mal, wenn wir unsere Prüfstandszelle in Dearborn starten, hält der Raum den Atem an. Dann springt der Motor an, die Zahlen steigen – und für ein paar Minuten sind wir nicht mehr in Michigan, sondern in Le Mans.“
Hertrich zufolge laufen die Arbeiten am Motor bereits seit Monaten im Hintergrund. Dabei verfolgt Ford denselben Ansatz wie in seinen anderen Motorsportprogrammen. Der Ablauf ist direkt: den Motor bauen, ihn gründlich analysieren und die nächsten Prioritäten von den Daten bestimmen lassen.

Das aktuelle Programm wird zudem von Fords früheren Erfolgen geprägt. Die Motorsportgeschichte des Unternehmens begann mit Henry Fords Sieg im Jahr 1901. Später beendete der GT40 Ferraris sechsjährige Siegesserie in Le Mans und blieb von 1966 bis 1969 bei dem Rennen ungeschlagen.
Dieses Erbe befindet sich in unmittelbarer Nähe des neuen Projekts. Hertrich wies darauf hin, dass die Testkammer des Hypercars nur wenige Meter von der Anlage entfernt liegt, in der der GT40 entwickelt und weiter perfektioniert wurde.
Parallel dazu sammeln Logan Sargeant, Mike Rockenfeller, Sebastian Priaulx, Matt Campbell, Tom Blomqvist und Nick Yelloly Erfahrungen am Simulator im Ford Technology Centre in North Carolina. Ihre Arbeit soll sicherstellen, dass die Fahrer das Auto bereits vor seinem ersten Einsatz auf der Strecke verstehen.
Während Ford in ein hart umkämpftes Langstreckenumfeld einsteigt, lässt sich die größere Meisterschaftslage in unserer Analyse des WEC-Titelkampfs verfolgen. Für Hertrich ist die Botschaft kompromisslos: Jeder Prüfstandslauf und jede Stunde am Simulator zählt, denn Ford will Le Mans ohne Überraschungen erreichen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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