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Die Formel 1 bereitet eine grundlegende Neustrukturierung ihres Rennwochenend-Formats vor: Liberty Media und FIA-Verantwortliche prüfen aktiv, die Zahl der Sprint-Rennen von derzeit sechs auf potenziell 12 pro Saison ab 2027 zu erhöhen. Auslöser sind Rückmeldungen von Fans, Broadcastern und Streckenpromotern, die an jedem Tag eines Grand-Prix-Wochenendes echten Wettbewerb auf der Strecke sehen wollen.
F1-CEO Stefano Domenicali bestätigte die Expansionspläne im Dezember 2025 und betonte, dass der Sport Teams und Fahrern in den kommenden Monaten ein umfassendes Paket an Änderungen vorlegen werde. Während für die Saison 2026 keine Sprint-Rennen angesetzt sind, gilt der Kalender 2027 als Schwelle für diesen ambitionierten Umbau, den Liberty Media als entscheidend ansieht, um die kommerzielle Dynamik und die Zuschauerbindung zu erhalten.
Der Vorstoß zur Verdopplung der Sprints hat einen hartnäckigen Hintergrund: Freitage boten Fans historisch oft nur wenig wirklich Relevantes. Die klassischen Freien Trainings—vor allem auf Fahrzeugabstimmung und Datensammlung ausgerichtet—haben häufig nicht die dramatische Anziehungskraft von echtem Racing. Mit mehr Sprint-Wochenenden und wettbewerbsorientierten Elementen am Freitag will die F1 sicherstellen, dass Zuschauer an allen drei Tagen einen Grund haben, vor Ort zu sein oder einzuschalten.
Für Wochenenden ohne Sprint prüft die F1 Alternativen, darunter längere Trainings, exklusive Einsatzzeit für Nachwuchsfahrer oder die Einführung von Qualifying-Elementen am Freitag. Domenicali erklärte: „Wir denken darüber nach, jeden Tag, an dem wir auf der Strecke sind, relevant zu halten – und natürlich die Zeit zu schützen, die Rookies brauchen, um fahren zu können.“

Die Ausweitung hat Rückendeckung von einflussreichen Stimmen, darunter Alpines Flavio Briatore, der sogar noch ambitioniertere Änderungen befürwortet. Briatore argumentierte: „Mit einem Wochenendformat mit Sprints am Freitag kämpfen die Fahrer um etwas“ – und rahmte mehr Wettbewerb als Weg, Freitage von ingenieursgetriebenen Sessions in zuschauerfreundliche Unterhaltung zu verwandeln.
Gleichzeitig muss die F1 Bedenken zur Nachwuchsförderung ausräumen. Weniger Freies Training durch zusätzliche Sprints könnte unerfahrene Fahrer benachteiligen, die viel Streckenzeit brauchen, um sich an unbekannte Kurse zu gewöhnen. Als Lösung will die F1 im überarbeiteten Wochenendablauf gezielt Zeitfenster für Rookie-Einsätze verankern.
Obwohl das 12-Sprint-Konzept an Fahrt aufgenommen hat, ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Domenicali deutete an, dass eine Bestätigung zur exakten Sprint-Anzahl 2027 „in den nächsten Monaten“ erwartet werde – mit genügend Zeit, um zu bewerten, wie sich mehr wettbewerbsintensive Wochenenden auf die Rennqualität und das Wohl der Fahrer auswirken.
Diese Entwicklung spiegelt die übergeordnete Ambition der F1 wider, kommerzielle Interessen mit sportlicher Integrität auszubalancieren – damit jeder Moment eines Grand-Prix-Wochenendes echte WM-Dramatik liefert.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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