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Nicola Lacortes Albtraum im Melbourne Feature Race wurde nach dem Zieleinlauf noch schlimmer, als die Stewards der FIA Formel 3 wegen eines Verstoßes gegen das Technische Reglement eine zusätzliche Zeitstrafe von 10 Sekunden aussprachen. Der DAMS-Lukas-Oil-Pilot, der während des 23-Runden-Rennens im Albert Park bereits mit mehreren Zwischenfällen zu kämpfen hatte, wurde durch die Strafe in der Endwertung von P19 auf P25 zurückgestuft.
Der Verstoß betraf konkret, dass Auto 29 das Start-Set-up-Verfahren nicht aktiviert hatte – eine zentrale technische Vorgabe gemäß Artikel 37.6 der Sportlichen Regeln der FIA Formel 3. Der Bericht des Technischen Delegierten veranlasste die Stewards zu einer formellen Prüfung. Nach Anhörung von Lacorte und einem Teamvertreter kamen sie zu dem Schluss, dass der Regelverstoß vorlag, und verhängten die entsprechende Strafe.
Lacortes Nachmittag auf dem Albert-Park-Kurs war bereits turbulent, noch bevor die Strafe nach dem Rennen hinzukam. Im Feature Race geriet der DAMS-Fahrer in mehrere Schwierigkeiten, die seine schwierige Phase in der Serie unterstrichen. Schon in der Einführungsrunde tat er sich auffällig schwer: Beim Anfahren von seiner Startposition zögerte er, was das Feld hinter ihm kurzzeitig aus dem Rhythmus brachte.
Nach dem Start fand sich Lacorte mitten im Geschehen wieder und lieferte sich einen harten Kampf um die Positionen im Mittelfeld. Etwa zur Rennmitte kollidierte er mit Brando Badoer, wodurch sich der Rodin-Pilot drehte – Badoer konnte das Rennen jedoch von Platz 12 aus fortsetzen. Später folgte eine weitere Kollision mit Noah Stromsted, die deutlich folgenschwerer war: Lacorte verlor dabei einen Teil seines Frontflügels. Die Stewards belegten ihn für diesen Zwischenfall mit einer Fünf-Sekunden-Strafe, was seinen Frust zusätzlich verstärkte.
Die Strafe von Melbourne reiht sich in ein größeres Muster disziplinarischer Probleme des italienischen Nachwuchsfahrers ein. Nur wenige Wochen zuvor hatte Lacorte in Monaco und Spanien eine katastrophale Phase erlebt und 18 Strafpunkte innerhalb einer einzigen Woche gesammelt – eine enorme Zahl, die automatisch zu einer Rennsperre für das Red-Bull-Ring-Wochenende in Österreich führte. Diese beispiellose Häufung ging unter anderem auf Verstöße wie das Ignorieren einer schwarzen Flagge, mehrere Kollisionen sowie zu hohes Tempo unter Safety-Car-Bedingungen zurück.
Der technische Verstoß in Melbourne unterstreicht den wachsenden Druck auf den Junior der Alpine F1 Academy. Ob es sich um ein mechanisches Versäumnis, eine Kommunikationspanne mit dem Team oder Verwirrung im Ablauf handelte – die Strafe macht die zunehmenden Konstanzprobleme deutlich, die seine Saison bislang geprägt haben.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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