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Der scheidende Audi-Teamchef Jonathan Wheatley hat Bedenken hinsichtlich des gemeldeten Schritts von Mercedes, 24 Prozent an Alpine zu erwerben, zurückgewiesen. Trotz der Tatsache, dass das Team aus Enstone derzeit Mercedes-Antriebseinheiten einsetzt, sieht er keinen Interessenkonflikt.
Die Spekulationen nahmen am Wochenende des Großen Preises von China Fahrt auf. Zunächst hieß es, Toto Wolff persönlich wolle sich mit seinem langjährigen Rivalen Christian Horner messen, um Anteile am Team Enstone vom amerikanischen Hedgefonds Otro Capital zu übernehmen. Inzwischen wurde jedoch bekannt, dass Mercedes selbst – und nicht Wolff privat – als Interessent auftritt.
Angesichts von Alpines aktueller Rolle als Kundenteam von Mercedes – nachdem der Rennstall Ende vergangenen Jahres seinen Status als Werksteam aufgegeben hat – sorgt ein mögliches Investment naturgemäß für Aufmerksamkeit.
Flavio Briatore spielte die weiterreichenden Auswirkungen des möglichen Deals umgehend herunter. Gegenüber Medienvertretern beim Großen Preis von China wies er die Vorstellung zurück, eine Minderheitsbeteiligung würde eine ähnliche Zwei-Team-Struktur wie bei Red Bull schaffen.
„Red Bull ist auf diesem Gebiet seit zehn oder fünfzehn Jahren Vorreiter, wie auch immer“, sagte Briatore. „Bei Mercedes prüft eine Gruppe den Kauf der 24 Prozent von Otro. Normalerweise entscheidet ein Unternehmen mit 75 Prozent, und die restlichen 25 Prozent sind ein Beifahrer – das ist die Realität.“
Im Kern stellte Briatore die potenzielle Beteiligung als finanziell bedeutsam, strategisch jedoch begrenzt dar. Entscheidend sei letztlich die Mehrheit im Gesellschafterkreis.

Wheatley, der neben Briatore in der FIA-Pressekonferenz saß, wurde ebenfalls um seine Einschätzung gebeten. Auf Nachfrage äußerte er großes Vertrauen in den regulatorischen Rahmen der Serie.
„Ich bin sehr entspannt … Der Sport verfügt über sehr, sehr klare Governance-Strukturen. Ich sehe auf unserer Seite keinerlei Interessenkonflikt oder Anlass zur Sorge.“
Seine Haltung war eindeutig: Die Governance-Struktur der Formel 1 biete ausreichende Sicherungsmechanismen, um mögliche Konflikte durch teamübergreifende Beteiligungen zu verhindern.
Gleichzeitig räumte er ein, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen – allerdings in gelassener Tonlage.
„Ehrlich gesagt schaue ich einfach zu, esse Popcorn und genieße die Show.“
Wheatleys Aussagen fallen in eine Zeit beruflicher Veränderungen. Kürzlich wurde bestätigt, dass er sein Amt als Audi-Teamchef niederlegen wird, um voraussichtlich in gleicher Funktion zu Aston Martin zu wechseln. Auch wenn seine Zukunft anderswo liegt, spiegeln seine Worte eine persönliche Einschätzung der Lage wider – nicht die offizielle Position eines künftigen Arbeitgebers.
Vorerst scheint er die Entwicklungen gelassen zu beobachten – im Vertrauen darauf, dass die Governance-Mechanismen der Formel 1 robust genug sind, um mögliche Komplikationen im Zusammenhang mit einer Minderheitsbeteiligung von Mercedes an Alpine zu bewältigen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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