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Die technische Führung von Racing Bulls hat dem 18-jährigen Arvid Lindblad nach dem privaten Shakedown des Teams in Barcelona ein unmissverständliches Vertrauensvotum ausgestellt. Teamchef Alan Permane zog dabei eindrucksvolle Parallelen zwischen dem Rookie und dem ehemaligen Racing-Bulls-Piloten Isack Hadjar.
Die Gemeinsamkeiten sind bemerkenswert: Hadjar durchlief in seiner Rookie-Saison 2025 einen ähnlichen Entwicklungsweg über das Red-Bull-Schwesterteam, bevor er den Sprung ins Hauptteam schaffte – an die Seite des vierfachen Weltmeisters Max Verstappen. Nun befindet sich Lindblad in einer vergleichbaren Ausgangslage, und die ersten Eindrücke deuten darauf hin, dass er das Temperament und das technische Gespür mitbringt, um sich in der Eliteklasse der Formel 1 zu behaupten.

Isack Hadjars Werdegang liefert eine überzeugende Blaupause für den britisch-schwedischen Hoffnungsträger. Nach einer starken Debütsaison mit Racing Bulls 2025 beeindruckte Hadjar die Red-Bull-Führung so sehr, dass er die begehrte Beförderung ins A-Team erhielt – ein seltenes Kunststück, das die enorme Konkurrenz innerhalb des Red-Bull-Systems unterstreicht.
Lindblad, der die Formel-2-Saison als Sechster beendete und dabei drei Siege aus fünf Podestplätzen holte, übernimmt nun den Racing-Bulls-Sitz, den Hadjar freigemacht hat, und fährt an der Seite von Liam Lawson. Die strukturelle Ähnlichkeit ist gewollt: Racing Bulls fungiert weiterhin als Brutstätte für Red Bulls vielversprechendste Talente.

Während des Testfensters in Barcelona vom 26. bis 30. Januar beobachtete Permane bei Lindblad Eigenschaften, die ihn sofort an Hadjars Ruhe unter Druck erinnerten. „Sehr beeindruckt von beiden. Er ist sehr ruhig, sehr cool – nichts scheint ihn aus der Fassung zu bringen“, erklärte Permane. „Er ist ein bisschen so, wie ich Isack letztes Jahr beschrieben habe – er will einfach lernen, er will so viele Informationen wie möglich aufsaugen. Er stellt unheimlich viele Fragen, er holt sich ständig Rat – wie soll er dies machen, wie soll er das machen?“
Diese Beobachtungen sind entscheidend: Sie deuten darauf hin, dass Lindblad über emotionale Intelligenz und intellektuelle Neugier verfügt – zwei Eigenschaften, die häufig mit erfolgreichen Rookie-Saisons einhergehen. Statt mit Überheblichkeit an die Formel 1 heranzugehen, scheint Lindblad sich der Wissenslücke, die er schließen muss, sehr bewusst zu sein. Diese Demut, kombiniert mit nachgewiesenem Speed – Permane räumte ein, dass „das Tempo so aussieht, als wäre es da“ – bildet eine ermutigende Grundlage.

Racing Bulls’ Chief Technical Officer Tim Goss untermauerte Permanes Einschätzung mit ebenso überschwänglichem Lob und hob die Professionalität sowie die technische Kommunikation des 18-Jährigen hervor. „Er ist wirklich ruhig, wirklich professionell, das Feedback ist sehr geradlinig. Für jemanden, der so jung ist, ist das wirklich, wirklich beeindruckend“, sagte Goss. Gerade in der modernen Formel 1 ist diese Feedback-Schleife zentral: Fahrer müssen feine Nuancen im Fahrzeugverhalten präzise beschreiben, damit die Ingenieure die Entwicklung gezielt vorantreiben können.
Goss betonte die Komplexität, vor der Lindblad steht: „Sie sind sehr, sehr unterschiedlich – nicht nur das generelle Handling des Autos, sondern auch, wie man die Energie managen muss und das Energiemanagement insgesamt. Und er ist dabei einfach wirklich, wirklich cool, ruhig, professionell. Während wir uns an die Balance des Autos herantasten, war sein Feedback einfach sehr simpel, sehr klar.“

Lindblad steigt in ein außergewöhnlich anspruchsvolles Reglement-Umfeld ein. Als einziger offizieller Rookie im 2026er Feld trägt er einen Druck, der in seiner Kohorte einzigartig ist: Er muss sich auf eine komplett neue Generation von Autos und Antriebseinheiten einstellen – im Rahmen der Red-Bull-Ford-Partnerschaft. Dieser Reglement-Neustart gleicht die Vorbereitungszeiten zwar bis zu einem gewissen Grad an, doch Erfahrung bleibt unbezahlbar.
Nach dem Shakedown in Barcelona stehen weitere Tests in Bahrain an – in zwei Sessions: 11.–13. Februar und 18.–20. Februar. Diese wichtigen Vorbereitungsfenster liefern zusätzliche Datenpunkte, um Lindblads Bereitschaft für den Saisonauftakt in Albert Park einzuschätzen.

Alan Permanes Optimismus, gestützt auf direkte Eindrücke von Lindblads Auftreten und Leistung, deutet darauf hin, dass Racing Bulls ein Talent verpflichtet hat, das Hadjars Erfolgsweg nachzeichnen könnte. Wenn der 18-Jährige weiterhin die in Barcelona gezeigte Gelassenheit, Professionalität und intellektuelle Neugier an den Tag legt, könnte die Formel 1 einen weiteren Red-Bull-Schützling gefunden haben – bereit für einen schnellen Aufstieg.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.