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Die Motorsportwelt erlebte ein bemerkenswertes Manöver im Rennkalender, als die Nürburgring Langstrecken-Serie eine entscheidende Terminänderung bekannt gab – und damit faktisch den Weg ebnete, damit Max Verstappen 2026 seine 24-Stunden-Nürburgring-Ambitionen verfolgen kann. Das größte Hindernis, das den viermaligen Weltmeister bislang von einer Teilnahme abgehalten hatte, wurde durch abgestimmte Bemühungen von Mercedes und den Serienorganisatoren gezielt aus dem Weg geräumt.
Zuvor war das NLS2-Vorbereitungsrennen für den 28. März angesetzt – und fiel damit direkt mit dem Großen Preis von Japan zusammen. Durch die Vorverlegung auf den 21. März passt der Lauf nun nahtlos zwischen die Grands Prix von China und Japan und beseitigt den Terminkonflikt, der Verstappens Planung belastet hatte.
Während Toto Wolff klarstellte, dass seine persönliche Beteiligung begrenzt geblieben sei, arbeitete Mercedes-AMG direkt mit den NLS-Organisatoren zusammen, um die Änderung zu ermöglichen. Der Mercedes-Teamchef begründete das Eingreifen als „No-Brainer“ und verwies auf die beispiellosen Auswirkungen auf die Reichweite: Frühere Verstappen-Auftritte am Nürburgring brachten rund 750.000 YouTube-Views – im Vergleich zu den üblichen 10.000 bei normalen NLS-Läufen.
Diese kommerzielle Realität prägte die Entscheidung. Die Terminverschiebung hilft nicht nur Verstappen, sondern stärkt die gesamte Langstreckenserie, weil sie ein weltweites Publikum anzieht, das sich sonst kaum für klassischen Nürburgring-Content interessiert.

Verstappen hat die organisatorische Flexibilität begrüßt und betont, wie entscheidend eine gute Vorbereitung auf der legendären Strecke ist. Zwar sicherte sich der Niederländer im September 2025 die erforderliche Nürburgring-Lizenz, doch ihm ist bewusst, dass ein Schein auf dem Papier etwas anderes ist als echte Rennerfahrung.
„Ich würde das wirklich gern machen. Wir arbeiten hart daran, dass es klappt“, sagte Verstappen und unterstrich damit die Notwendigkeit eines Vorbereitungslaufs, bevor er sich an die harte 24-Stunden-Distanz wagt.
Seine Bedenken drehen sich vor allem um Abläufe, die in der GT3-Konkurrenz zwingend dazugehören – insbesondere Fahrerwechsel und Boxenstopp-Prozesse, also Elemente, die ihm aus der Formel 1 in dieser Form völlig fremd sind.
Das Wochenende der 24 Stunden Nürburgring vom 14. bis 17. Mai liegt zudem günstig zwischen den Grands Prix von Miami und Kanada – und nimmt damit logistische Zwänge aus dem Spiel, die zuvor kaum überwindbar schienen.
Verstappens bestätigter Einsatz in einem Winward Racing Mercedes-AMG GT3 ist eine spannende Schnittstelle zwischen Formel-1-Exzellenz und den Anforderungen des Langstreckensports. Der Wechsel von Qualifying-Pace über eine Runde hin zu Kraftstoffmanagement und strategischer Optimierung der Boxenstopp-Fenster stellt für den Red-Bull-Piloten eine reizvolle professionelle Herausforderung dar – zumal vor dem Hintergrund seiner gut dokumentierten Unzufriedenheit mit den F1-Regeln für 2026.
Da die organisatorischen Hürden Schritt für Schritt abgebaut wurden, wirkt Verstappens Teilnahme zunehmend wahrscheinlich – und könnte ein weiteres spektakuläres Kapitel in der „Grünen Hölle“ schreiben.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.