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Mercedes und Toto Wolff wollen NLS-Kalender verschieben, um Verstappens Traum vom 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zu unterstützen

Mercedes und Toto Wolff wollen NLS-Kalender verschieben, um Verstappens Traum vom 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zu unterstützen

3 Min. Lesezeit

Max Verstappens ambitionierter Start beim Langstreckenklassiker, dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2026, hat sich von theoretischen Spekulationen zur operativen Realität entwickelt. Eine überraschende Koalition aus Motorsport-Akteuren kämpft nun aktiv gegen bürokratische Hürden, um dies zu ermöglichen. Der entscheidende Wendepunkt kam, als Mercedes eine hochrangige diplomatische Initiative startete, um den Saisonauftakt der NLS (Nürburgring Langstrecken-Serie) zu verschieben. Damit soll das letzte große Hindernis aus dem Weg geräumt werden, das zwischen dem viermaligen Formel-1-Weltmeister und seinem lang ersehnten Debüt beim 24-Stunden-Rennen steht.

Die logistische Herausforderung ist überraschend simpel und doch historisch komplex. Verstappen hat bereits alle notwendigen Lizenzen und Genehmigungen erhalten – einschließlich seiner entscheidenden DMSB-A-Permit, die er durch seine Teilnahme am 65. ADAC ACAS Cup erworben hat. Zudem genießt er die enthusiastische Unterstützung von Mercedes, Red Bull Racing und dem Mutterkonzern Red Bull. Die FIA-Regularien schreiben jedoch vor, dass jeder Teilnehmer am 24-Stunden-Rennen am Nürburgring an mindestens einem vorbereitenden NLS-Rennen teilnehmen muss, um konstante Leistungen über eine längere Renndistanz nachzuweisen. Derzeit überschneiden sich die Termine dieser Qualifikationsrennen jedoch direkt mit dem Formel-1-Kalender.

Die Intervention von Mercedes

In einer beispiellosen konzertierten Aktion haben Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius und Motorsportchef Toto Wolff persönlich dafür lobbyiert, den Termin für das NLS1-Rennen vom 14. März auf den 21. März 2026 zu verschieben. Das vorgeschlagene neue Datum würde strategisch günstig zwischen den Grands Prix von China und Japan liegen. Dies würde es Verstappen theoretisch ermöglichen, die Lizenzvoraussetzungen zu erfüllen, ohne seine Verpflichtungen in der Formel 1 während der kritischen frühen Saisonphase zu vernachlässigen.

„Der Antrag auf eine mögliche Verschiebung wurde nun eingereicht, aber mehr auch nicht“, bestätigte NLS-Serienchef Mike Jäger. Er dämpfte damit die Erwartungen, erkannte aber gleichzeitig den offiziellen Charakter des Mercedes-Antrags an. Die vorsichtige Reaktion spiegelt die Komplexität wider, die die Umplanung einer etablierten Rennserie mit sich bringt. „Wir prüfen das derzeit, aber es ist noch nichts entschieden. Es muss für alle passen“, erklärte Jäger und deutete damit auf konkurrierende Interessen anderer Rennserien und Stakeholder hin.

Der Aufbau des ultimativen AMG-Teams

Während die Kalenderverhandlungen andauern, stellt Verstappen gleichzeitig ein Elite-Fahreraufgebot für seinen Einsatz im Mercedes-AMG GT3 zusammen. Berichten zufolge beabsichtigt der Niederländer, gemeinsam mit dem DTM-Vizemeister Lucas Auer an den Start zu gehen, mit dem ihn eine historische Rivalität aus der Formel-3-Europameisterschaft 2014 verbindet. Weitere Kandidaten sind der Sim-Racer Chris Lulham (sein NLS-Teamkollege bei einem Sieg im Emil Frey Ferrari), Mercedes-Werksfahrer Jules Gounon und Routinier Daniel Juncadella, der sowohl Fachwissen als auch eine Freundschaft mit Verstappen mitbringt, die in ihrer gemeinsamen Leidenschaft für das Sim-Racing wurzelt.

Bemerkenswerterweise scheint Verstappen ein Veto gegen den prominenten Mercedes-Piloten Maro Engel eingelegt zu haben. Hintergrund ist eine Meinungsverschiedenheit in den sozialen Medien nach Verstappens ersten Nordschleifen-Tests, bei denen Engel die Gültigkeit von Verstappens Pace-Angaben infrage gestellt hatte.

Die Vorbereitungen intensivieren sich

Der Niederländer legt dabei dieselbe akribische Vorbereitung an den Tag, die auch seine vier Weltmeisterschaften geprägt hat. Trotz Terminen wie dem F1-Launch von Ford in Detroit spulte Verstappen am 14. und 15. Januar 2026 in Portimão zahlreiche Kilometer im Mercedes-AMG GT3 ab. Dabei testete er sowohl bei nassen als auch bei trockenen Bedingungen, um die wechselhaften Wetterkapriolen der Eifel zu simulieren. Diese kalkulierte Intensität unterstreicht seine Entschlossenheit, bestens vorbereitet an der Nordschleife anzutreten.

Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2026 (15.–17. Mai) kollidiert nicht mit Formel-1-Terminen. Damit bleibt Verstappens Traum in greifbarer Nähe – vorausgesetzt, die Kalender-Diplomatie von Mercedes ist erfolgreich und die NLS-Verschiebung erhält die endgültige Genehmigung durch die Serienverantwortlichen.

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