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Oscar Piastri ist der Ansicht, dass der McLaren MCL40 nicht durch eine einzelne, definierende Schwäche gebremst wird, sondern durch ein allgemeines Leistungsdefizit. Dieses muss behoben werden, wenn das Team dauerhaft an der Spitze mitkämpfen will.
Der Australier belegte beim Großen Preis von Österreich den vierten Platz. Nachdem er von Startplatz sieben ins Rennen gegangen war, konnte er auf dem Red Bull Ring beide Ferraris hinter sich lassen. Ein Ergebnis, das Piastri als stärker bezeichnete, als McLaren es erwartet hatte – insbesondere angesichts der Position von Ferrari in der Konstrukteurswertung.
Piastri überquerte die Ziellinie knapp 22 Sekunden hinter Rennsieger George Russell, kam jedoch entscheidend vor Lewis Hamilton (Fünfter) und Charles Leclerc (Achter) ins Ziel. Für ein McLaren-Team, das in der Meisterschaft noch immer Ferrari jagt, war Österreich ein bedeutender Schritt – auch wenn es noch kein Beweis für eine vollständige Wende ist.
„Es fühlte sich wie ein gutes Rennen an. Wir konnten es gut umsetzen und einige Dinge anwenden, die ich in den letzten Wochen gelernt habe“, sagte Piastri nach dem Rennen in Spielberg.
„Das Tempo war stärker als erwartet, und die Tatsache, dass wir Ferrari erfolgreich herausfordern und schlagen konnten, war definitiv ein positives Signal für das Team. Ich habe das Gefühl, dass wir das absolute Maximum aus dem Auto herausgeholt haben, und das ist ein gutes Gefühl.“
Dieser Optimismus war jedoch mit einer deutlichen Warnung verbunden. McLaren, das nach dem Erfolg von 2025 sowohl die Konstrukteurs- als auch die Fahrerweltmeisterschaft verteidigt, liegt nach acht Saisonrennen mit 159 Punkten weiterhin auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Das Team hat 143 Punkte Rückstand auf Mercedes und 45 auf Ferrari.
Das Gesamtbild bei McLaren entwickelte sich über das gesamte Österreich-Wochenende hinweg. Andrea Stella forderte das Team bereits dazu auf, die Entwicklungsintensität zu erhöhen, nachdem das Qualifying den Rückstand auf Mercedes deutlich gemacht hatte, wie in dieser Analyse nachzulesen ist.
McLaren hat in dieser Saison noch keinen Grand Prix gewonnen. Die vier Podiumsplätze – jeweils zwei für Piastri und Lando Norris – unterstreichen zwar, dass das Auto gelegentlich die Erwartungen übertreffen kann, aber noch nicht in der Lage ist, jedes Wochenende das Tempo der Spitzenreiter mitzugehen.
Österreich rückte auch das interne Duell bei McLaren stärker in den Fokus. Piastris 12 Punkte brachten ihn auf 80 Zähler in der Fahrerwertung, einen Punkt vor Norris, der als Siebter sechs Punkte holte.
Dennoch war Piastri vorsichtig, den vierten Platz nicht als Beweis dafür zu werten, dass McLaren seine Probleme gelöst habe. Stattdessen sagte er, der MCL40 benötige schlichtweg mehr Grip und Leistung auf der ganzen Linie.
„Wir müssen jedoch noch mehr Tempo finden, wenn wir dort vorne dauerhaft gegen die Top Drei kämpfen wollen“, fügte er hinzu.
„Wir haben keinen spezifischen Schwachpunkt; wir brauchen einfach mehr Gesamtleistung und Grip, um den nächsten Schritt zu machen. Wir werden weiter hart daran arbeiten und uns darauf konzentrieren, diesen Schwung in die nächsten Rennen mitzunehmen.“
Für McLaren war Österreich eine nützliche Bestätigung, dass eine gute Umsetzung weiterhin zu starken Ergebnissen führen kann. Doch Piastris Botschaft war ebenso klar: Ohne einen generellen Sprung bei der Fahrzeugleistung bleibt der Sieg gegen Ferrari in Spielberg eine genutzte Gelegenheit und keine neue wettbewerbsfähige Basis.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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