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Die Eigentümerstruktur in der Formel 1 könnte vor einem seismischen Wandel stehen. Einem Bericht der Times zufolge könnte Red Bull gezwungen sein, sein Schwesterteam Racing Bulls zu verkaufen, falls die FIA beschließt, strenge Maßnahmen gegen Doppelbesitz im Sport einzuführen.
Red Bull ist seit Ende 2005 Eigentümer des Rennstalls aus Faenza, nachdem das Vorgängerteam Minardi übernommen wurde. In den vergangenen zwei Jahrzehnten diente die Beziehung als unschätzbare Talentschmiede, die es Red Bull ermöglichte, Akademie-Fahrer wie Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo und Max Verstappen an die Spitze zu führen.
Diese fast 20-jährige Verbindung hat jedoch zwangsläufig anhaltende Fragen zur sportlichen Integrität aufgeworfen. McLaren-CEO Zak Brown hat sich als wohl schärfster Kritiker dieser Konstellation hervorgetan und seine Bedenken konsequent geäußert, ohne jedoch direkt ein offizielles Verbot durch die FIA zu fordern.

Der Druck auf die Dynamik zwischen Red Bull und Racing Bulls scheint von der Spitze des Weltverbandes zuzunehmen. Im Gespräch mit Medien, darunter die Times, bestätigte FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem, dass die FIA aktiv prüft, ob Beschränkungen für Doppelbesitz in der Formel 1 eingeführt werden müssen.
Während unklar bleibt, welche Form solche Regulierungen annehmen würden, machte Ben Sulayem unmissverständlich klar, dass er persönlich gegen die aktuelle Vereinbarung zwischen den beiden Red-Bull-Einheiten ist.
„Ich glaube, dass der Besitz von zwei Teams nicht der richtige Weg ist. Das ist mein persönlicher Standpunkt, aber wir untersuchen das, weil es ein komplizierter Bereich ist“, erklärte Ben Sulayem.
Nach aktuellem Stand schreiben die Formel-1-Regularien vor, dass jedes Team als eigenständige Einheit agieren muss. Die laufende Überprüfung könnte jedoch zu deutlich strengeren Regeln führen.

Seit einigen Monaten kursieren Gerüchte, dass Red Bull gezwungen sein könnte, Racing Bulls zu verkaufen, sollten die FIA oder die Formel 1 ihre Position offiziell ändern. Während Red Bull von einer regulatorischen Überarbeitung am stärksten betroffen wäre, könnten die Auswirkungen noch weiter reichen. Berichten zufolge ist Mercedes daran interessiert, Anteile an Alpine zu erwerben – ein Deal, der unter strengeren Eigentumsrichtlinien theoretisch blockiert werden könnte.
Sollte Red Bull gezwungen sein, Racing Bulls auf den Markt zu bringen, gäbe es einen offensichtlichen Interessenten. Einem Bericht aus dem letzten Jahr zufolge hat Red Bull bereits ein Angebot in Höhe von 1,1 Milliarden Pfund für Racing Bulls abgelehnt. Wenn man bedenkt, dass sie nur etwa 20 Millionen Pfund für Minardi gezahlt haben, ist das Gewinnpotenzial enorm. Doch wenn das Hauptziel nur der Profit wäre, hätte ein Verkauf schon vor langer Zeit stattfinden können. Die beiden Teams sind seit fast 20 Jahren aufeinander abgestimmt, was Red Bull einen unschätzbaren Weg zur Talententwicklung bietet.
Sollte sich eine Gelegenheit ergeben, wird der chinesische Hersteller BYD, der den Einstieg in die Formel 1 anstrebt, aufmerksam sein, auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Verbindungen zu Racing Bulls gibt.
Während die FIA ihre komplexe Überprüfung fortsetzt, steht die Zukunft des Doppel-Team-Imperiums von Red Bull auf dem Spiel.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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