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Sergio Pérez hat bei Cadillac ein neues Gefühl von Wertschätzung und Sinnhaftigkeit gefunden – ein klarer Kontrast zu seinem turbulenten letzten Kapitel bei Red Bull. Der Mexikaner erklärte kürzlich, dass sein Feedback zur Fahrzeugentwicklung beim amerikanischen Team „deutlich mehr geschätzt“ werde als bei seinem früheren Arbeitgeber. Das deutet auf einen grundlegenden Wandel hin, wie seine Expertise im neuesten Formel-1-Projekt eingesetzt wird.
Nach einer schwierigen Saison 2024, in der Pérez lediglich 152 Punkte sammelte, während Teamkollege Max Verstappen dominante 437 Zähler einfuhr, trennten sich die Wege von Pérez und Red Bull. Ein Jahr abseits des Vollzeit-Wettbewerbs verschaffte ihm eine wichtige neue Perspektive. „Definitiv waren die letzten sechs Monate meiner Zeit bei Red Bull in allen Bereichen schwierig“, reflektierte Pérez. „Ich hatte wirklich das Gefühl, eine Pause zu brauchen.“ Diese Auszeit erwies sich als wegweisend: Sie half ihm, seine Prioritäten neu zu ordnen und mit Klarheit darüber zurückzukehren, was seine Leidenschaft für den Rennsport wirklich antreibt.
Was Pérez’ Rolle bei Cadillac besonders macht, ist das strategische Gewicht, das sein technisches Feedback nun in Entwicklungsentscheidungen hat. Anders als in seiner Position als zweiter Fahrer innerhalb der auf Titelgewinne ausgerichteten Struktur von Red Bull ist Pérez nun ein zentraler Baustein im ersten Formel-1-Projekt von Cadillac. „Ich habe definitiv das Gefühl, dass meine Kommentare viel mehr geschätzt werden“, erklärte er und betonte, wie dieser kooperative Ansatz die aerodynamische Entwicklung und das Setup des Teams prägt.
Der Unterschied liegt in der Organisationsphilosophie. Bei Red Bull flossen die Ressourcen in erster Linie in die Unterstützung von Verstappens Titelkampf. Bei Cadillac hingegen fungieren beide Fahrer – Pérez und Valtteri Bottas – als integrale Entwicklungspartner, deren Einschätzungen die Weiterentwicklung des MAC-26 direkt beeinflussen. „Die Art und Weise, wie das Auto entwickelt wird und wie wir gemeinsam in dieselbe Richtung arbeiten, hilft enorm“, so Pérez.
Cadillac-CEO Dan Towriss unterstrich diese bewusste Strategie und betonte, dass Erfahrung bei der Fahrerauswahl oberste Priorität hatte. „Man holt sich jemanden mit Erfahrung, der mit den Höhen und Tiefen eines Teams im ersten Jahr umgehen kann, der weiß, wie sich ein Auto anfühlen muss, und der aus Entwicklungssicht die richtige Richtung vorgibt“, erklärte Towriss. Pérez’ 15 Saisons – von Mittelfeldfahrzeugen bei Force India bis hin zu titelreifen Red Bulls – liefern dem Team wertvolles Know-how.
Neben seinen technischen Beiträgen hat sich auch Pérez’ Einstellung grundlegend verändert. Sein oberstes Ziel ist es nun, das Racing wieder zu „genießen“ – „so wie früher im Kartsport“ – und Erfüllung ebenso hoch zu gewichten wie Leistung. Diese mentale Neuausrichtung, kombiniert mit echter Wertschätzung für seinen Input, deutet darauf hin, dass Cadillac ein Umfeld geschaffen hat, in dem der Routinier nicht nur substanziell beitragen, sondern auch die Freude am Sport neu entdecken kann.
Während Cadillac sein Formel-1-Abenteuer beginnt, steht Pérez’ Verpflichtung für mehr als nur Erfahrung – sie verkörpert das klare Bekenntnis zu einer kollaborativen Entwicklungskultur, in der die Stimme jedes Fahrers entscheidendes Gewicht hat.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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