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Die zweite Hälfte der Langstrecken-Weltmeisterschaft 2026 wird vier Rennen in etwas mehr als zwei Monate quetschen. Nach zwei Kalenderänderungen infolge des Iran-Kriegs sorgt das für einen ungewöhnlich intensiven Endspurt.
Das abgesagte Rennen in Katar wurde durch den ersten WEC-Auftritt in Barcelona ersetzt, während Monza Bahrain als Saisonfinale ablöst. Diese Änderungen haben mehr als nur die Reihenfolge der Rennen verändert: Sie reduzieren auch die im Titelkampf verfügbaren Punkte.
Bei beiden Sechsstundenrennen werden den siegreichen Crews maximal 25 Punkte gutgeschrieben. Beim Qatar 1812 km und den 8 Stunden von Bahrain wären dagegen jeweils 38 Punkte möglich gewesen, da es sich um Rennen mit Bonuspunkten handelte. Der überarbeitete Kalender streicht damit 26 Punkte aus der Meisterschaft – praktisch den Wert eines kompletten Sechsstundenrennens.
Da das Rennen in Le Mans mit doppelter Punktzahl bereits absolviert ist, wurden rund 55 Prozent der insgesamt verfügbaren Punkte vergeben. Durch den Wegfall Bahrains gewinnt der 24-Stunden-Klassiker zusätzlich an Bedeutung: Ein schwaches Ergebnis in La Sarthe kann nun nicht mehr so leicht mit einem starken Auftritt in einem achtstündigen Saisonfinale ausgeglichen werden. Toyota nutzte diesen Weg 2024, um Porsches Vorsprung zu drehen und in Bahrain die Herstellermeisterschaft zu gewinnen.

Trotz der geringeren Punktechancen ist die Meisterschaft weiterhin offen. In den verbleibenden Rennen in Amerika, Asien und Europa können insgesamt 104 Punkte gewonnen werden – darunter jeweils ein Punkt für die Poleposition. Kein Team hat bisher mehr als 75 Punkte gesammelt.
Robin Frijns und René Rast führen die Hypercar-Wertung gemeinsam mit den Le-Mans-Siegern Kamui Kobayashi, Nyck de Vries und Mike Conway an. Beide Crews haben 75 Punkte. Sheldon van der Linde liegt mit BMW offiziell auf Platz drei, kann jedoch nicht mehr um den Titel kämpfen, nachdem er das Saisonauftaktrennen in Imola wegen einer Überschneidung mit der IMSA SportsCar Championship verpasst hat.
Damit liegt Ferraris Trio aus James Calado, Antonio Giovinazzi und Alessandro Pier Guidi effektiv mit 57 Punkten auf Rang drei – nur einen Punkt vor Toyotas Brendon Hartley, Sébastien Buemi und Ryo Hirakawa. BMW und Toyota sind die aussichtsreichsten Titelkandidaten, doch auch Ferrari bleibt trotz eines bislang ausstehenden Sieges in Reichweite.
Cadillacs Norman Nato und Will Stevens liegen im von Jota eingesetzten V-Series.R mit der Startnummer 12 33 Punkte hinter der Spitze. In der Herstellerwertung führt Toyota BMW mit fünf Punkten Vorsprung an, während Ferrari weitere 39 Punkte zurückliegt.

Barcelona bietet nur wenige aktuelle WEC-Vergleichswerte. Mehrere Hersteller haben dort jedoch getestet, und einige LMGT3-Teams sind auf dem Kurs in der GT World Challenge Europe angetreten. Die größeren Auswirkungen des Kalenders auf diese Rennserie zeigen sich auch in der Kollision von WEC und GT World Challenge, die eine Planänderung in Portimão erzwang.
Monza war dagegen von 2021 bis 2023 fester Bestandteil des WEC-Kalenders, sodass die Teams über umfangreiche Daten von der 5,7 Kilometer langen Strecke verfügen. Die langen Geraden werden erneut Höchstgeschwindigkeit, geringen Luftwiderstand und die Balance of Performance besonders wichtig machen. Aufgrund dieser sehr unterschiedlichen Herausforderungen sind Toyotas etablierte Stärke in Bahrain und Ferraris Doppelsieg in Losail keine Garantie für den weiteren Saisonverlauf.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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