WEC- und GT-World-Challenge-Kollision erzwingt PlanÀnderung

Rennen in PortimĂŁo auf Samstagabend vorverlegt
Der Endurance Cup der GT World Challenge Europe teilt sich 2026 sein Oktoberwochenende mit der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). FĂŒr Fahrer und Teams, die in beiden Rennserien antreten, entsteht dadurch eine erhebliche logistische Herausforderung.
Auslöser der Kollision ist die Entscheidung der WEC, Katar als vorletzten Lauf ihrer Saison 2026 durch Barcelona zu ersetzen. Da der Circuit de Barcelona-Catalunya und PortimĂŁo nun am selben Wochenende auf dem Kalender stehen, hat die SRO Motorsports Group das dreistĂŒndige Rennen an der Algarve auf Samstag, den 17. Oktober, um 17:00 Uhr Ortszeit vorverlegt.
Der ĂŒberarbeitete Zeitplan soll Fahrern mit EinsĂ€tzen in beiden Serien ermöglichen, an beiden Veranstaltungen teilzunehmen. Dennoch bleibt der Plan Ă€uĂerst anspruchsvoll: Die beiden Rennstrecken liegen auf dem Landweg mehr als zehn Stunden voneinander entfernt, sodass nur eine Flugreise realistisch ist. Die Fahrer mĂŒssten von Barcelona nach Faro fliegen, anschlieĂend rund eine Stunde nach PortimĂŁo weiterreisen und auĂerdem den Zeitunterschied von einer Stunde zwischen Spanien und Portugal berĂŒcksichtigen.
âEhrlich gesagt weiĂ ich noch immer nicht, was die Fahrer letztlich schaffen können oder welche Entscheidungen sie treffen werden. Die Idee ist jedoch, ihnen die Teilnahme an beiden Serien zu ermöglichenâ, sagte SRO-GrĂŒnder Stephane Ratel gegenĂŒber Motorsport.com.

Hersteller stehen vor schwierigen Entscheidungen
Im Mittelpunkt der Ăberlegungen stehen vertragliche Verpflichtungen, die Positionen in den Meisterschaften und die VerfĂŒgbarkeit von Ersatzfahrern.
Daniel Juncadella und Jules Gounon gehören zu den betroffenen Fahrern. Beide fahren in der GT World Challenge Europe einen Mercedes fĂŒr Verstappen Racing und verfĂŒgen zugleich ĂŒber WEC-VertrĂ€ge fĂŒr die gesamte Saison â Juncadella bei Genesis, Gounon bei Alpine. Mercedes muss auĂerdem eine Entscheidung ĂŒber Maxime Martin treffen, der ein LMGT3-Programm von Iron Lynx mit einem PRO-Einsatz fĂŒr GetSpeed Performance verbindet.
Auch Aston Martin muss die ĂŒberschneidenden Verpflichtungen von Mattia Drudi und Marco Sorensen klĂ€ren. Beide sind Teamkollegen im Aston Martin Vantage GT3 mit der Startnummer 007 von Comtoyou Racing. Sorensen könnte möglicherweise durch einen der IMSA-Fahrer von The Heart of Racing ersetzt werden; Roman De Angelis oder Ross Gunn gelten als mögliche Optionen.
Bei Ferrari ist die Lage Ă€hnlich komplex. Alessio Rovera kĂ€mpft weiterhin um den LMGT3-Titel, wĂ€hrend Nicklas Nielsen zur Hypercar-Besetzung des 499P mit der Startnummer 50 gehört. Beide sind zudem zentrale Bestandteile des Ferrari 296 GT3 EVO mit der Startnummer 51. Ferraris umfangreiche Entwicklungsarbeit fĂŒr 2027 steht ohnehin unter Beobachtung, was die Bedeutung der Programmplanung zusĂ€tzlich erhöht.

Auch McLaren, Garage 59 und Team WRT setzen in beiden Meisterschaften mehrere Fahrer und Fahrzeuge ein. Tom Fleming, Benjamin Goethe, Marvin Kirchhofer, Raffaele Marciello, Augusto Farfus und Dan Harper gehören zu den Fahrern, deren Verpflichtungen eine Neuordnung erforderlich machen könnten. Sean Gelael muss sich zwischen dem BMW von WRT und dem Ferrari von AF Corse entscheiden.
Meisterschaftsstand könnte PrioritÀten bestimmen
Bis zur endgĂŒltigen Festlegung der Fahreraufstellungen bleibt noch Zeit. Der Lauf des NĂŒrburgring Endurance Cup sowie die WEC-Rennen in Austin und Fuji werden die TitelkĂ€mpfe vor Oktober maĂgeblich beeinflussen â und letztlich möglicherweise entscheiden, welche Programme in Barcelona und PortimĂŁo Vorrang erhalten. Weitere HintergrĂŒnde zum Rennkalender und zu PortimĂŁo bietet auch der Bericht ĂŒber McLarens PortimĂŁo-Test.
