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Toto Wolff hat weitere Details zu den Motorproblemen geliefert, die das Wochenende von George Russell beim Großen Preis von Belgien beeinträchtigten. Dabei unterschied er zwischen einem Defizit im Qualifying und einem separaten Ausfall am Renntag.
Russell hatte in Spa wiederholt über einen Mangel an Topspeed auf den Geraden in seinem W17 geklagt. Besonders deutlich wurde dies im Qualifying, wo er allein im letzten Sektor vier Zehntelsekunden auf seinen Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli verlor. Wolff erklärte, das Team habe nun ein motorbezogenes Problem identifiziert, das die Energie reduzierte, die Russell vor der „Bus Stop“-Schikane (Kurve 18) abrufen konnte.

„Bei George gab es am Wochenende definitiv ein Problem am Motor, das wir identifiziert haben. Es führte dazu, dass er vor Kurve 18 weniger Energie zur Verfügung hatte“, sagte Wolff gegenüber Medienvertretern, darunter RacingNews365.
Laut dem Mercedes-Teamchef war dieses Problem für etwa die Hälfte oder etwas mehr von Russells Rückstand im Qualifying auf Antonelli verantwortlich. Wolff fügte hinzu, dass das Problem beim nächsten Rennen in Budapest schwerer zu erkennen gewesen wäre, da die Strecke dort nicht so energieintensiv ist. Die Offenlegung in Spa gab Mercedes daher einen klareren Hinweis auf die zugrunde liegende Ursache.
Das Problem wurde auch leistungstechnisch quantifiziert. Wolff erklärte, dass Russell zu Beginn der Runde mehr Energie zur Verfügung hatte und am Ende weniger, was in den Qualifying-Modi zu einem Optimierungsdefizit von etwa zwei bis zweieinhalb Zehntelsekunden führte. Bei den Longruns war der Verlust deutlich geringer.

Russells Rennen wurde durch ein anderes Problem beeinträchtigt. In der ersten Runde erlitt er beim Herausbeschleunigen aus Kurve 1 einen plötzlichen Leistungsverlust und wurde auf dem Weg nach Les Combes „geschluckt“. In der Folge kollidierte er mit Lewis Hamilton und schied aus.
Wolff betonte, dass dies in keinem Zusammenhang mit Russells früheren Beschwerden stand, und bezeichnete es als „eine neue Sache“, die im Simulator nicht ohne gezielte Suche hätte identifiziert werden können.
Das Problem in Kurve 1 beschränkte sich nicht nur auf Russell. Wolff enthüllte, dass alle acht Autos mit Mercedes-HPP-Antrieb an dieser Stelle einen Energiemangel erlebten, wobei es Russell jedoch schwerer traf als Antonelli. Auch der jüngere Mercedes-Pilot verlor dadurch an Boden, konnte die Gerade nicht als Dritter beenden und fiel stattdessen auf den fünften Platz zurück.

Die Konsequenzen waren für Mercedes gravierend: Russell verlor die Chance auf Punkte, während Antonelli zwei Positionen einbüßte. Wolff hob zudem die Auswirkungen der Kollision mit Hamilton hervor und bezeichnete die verlorenen Punkte sowohl für Russell als auch für die Konstrukteurswertung als unglücklich.
Die Enthüllung folgt auf eine frühere Analyse von Russells Leistungsdefizit in Spa, doch Wolffs jüngste Erklärung macht deutlich, dass Mercedes über das Wochenende hinweg mit zwei unterschiedlichen Energiemanagement-Problemen zu kämpfen hatte.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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