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Max Verstappen wird im kommenden Monat sein lang erwartetes Debüt bei den 24 Stunden Nürburgring geben und sich einer der größten Herausforderungen im Langstreckensport stellen.
Der viermalige Weltmeister wird einen Mercedes GT3 pilotieren, gemeinsam mit Jules Gounon, Dani Juncadella und Lucas Auer. Das Quartett peilt auf der legendären und gefürchteten Nordschleife den Gesamtsieg an. Verstappen hat bereits mehrere Vorbereitungsrennen auf der Strecke absolviert und damit unterstrichen, wie ernsthaft er dieses Projekt angeht.
Seine Teilnahme fällt in eine entscheidende Phase für das Rennen selbst, denn die Veranstalter haben weitreichende Reglementänderungen für die Ausgabe 2026 bestätigt – allen voran eine umfassende Neugestaltung des Qualifying-Formats.

Die bedeutendste Änderung betrifft das Qualifying. Das bisherige, bis 2025 genutzte Format mit zwei Zeittrainings wurde durch ein dreistufiges System ersetzt, das sich stark an der Formel 1 orientiert.
Ab 2026 wird das Qualifying in Top-Q1, Top-Q2 und Top-Q3 unterteilt, wobei die Top-Klassen – darunter auch Verstappens Team – für die entscheidenden Sessions zugelassen sind.
Maximal sechs Fahrzeuge können sich über eine Vorqualifikation vor dem Event direkt für Top-Q3 qualifizieren. Maßgeblich sind dabei die Ergebnisse der ersten drei NLS-Rennen sowie des 24h Nürburgring Qualifiers im April.
In der NLS erhält ein Startplatz der schnellste Fahrer über alle Qualifying-Sessions hinweg, zwei weitere Plätze gehen an die besten Piloten im Renneinsatz. Der Qualifier steuert einen Platz für das Team bei, das die schnellste Runde aus regulärem Qualifying und Top-Qualifying um die Pole-Position kombiniert erzielt, während die jeweils schnellsten Rennrunden aus beiden Läufen ebenfalls den Einzug sichern.

Das Feld für Top-Q3 mit sechs Fahrzeugen wird am Freitag des Rennwochenendes komplettiert. In Top-Q1 treten alle bereits startberechtigten Fahrzeuge an, die noch nicht für Top-Q3 qualifiziert sind. Bereits qualifizierte Teams dürfen teilnehmen, sind dazu jedoch nicht verpflichtet und fahren außer Wertung.
Aus Top-Q1 ziehen 20 Fahrzeuge in Top-Q2 ein, wo sie in Einzelzeitfahren um den Einzug in Top-Q3 kämpfen. Beide Sessions dauern 35 Minuten, ehe in der finalen Phase maximal zwölf Fahrzeuge um die Pole-Position kämpfen.
Rennleiter Walter Hornung erklärte die Hintergründe der Reform: „Wir haben uns für das neue Format entschieden, weil wir den Ablauf für die Fans verständlicher und transparenter gestalten wollten.“
Neben der Neugestaltung des Qualifyings wird die Veranstaltung den Einsatz von Lichtpaneelen zur Unterstützung der klassischen Flaggensignale ausweiten.

Bislang vor allem in den Abendstunden genutzt, kommt das System künftig auch tagsüber zum Einsatz. Ab 2026 werden 28 Anzeigetafeln rund um die Nordschleife installiert, weitere acht Einheiten befinden sich auf der GP-Strecke.
Die Lichtpaneele ergänzen die Streckenposten mit ihren Flaggen – sie ersetzen sie nicht. Die Flaggensignale behalten weiterhin Vorrang.
Hornung bestätigte, dass das System bereits getestet wurde: „Wir haben dieses System beim zweiten NLS-Rennen 2026 erprobt. Es wurde von den Fahrern und Streckenposten, die damit arbeiten müssen, sehr positiv aufgenommen.“
Das Interesse an der Ausgabe 2026 ist so groß, dass das seit Jahren bestehende Teilnehmerlimit von 150 Teams vollständig ausgeschöpft wurde – eine Seltenheit in den vergangenen Jahren.
Da die Nachfrage das Angebot übersteigt, haben die Veranstalter nach Ablauf der Nennfrist ein Bewertungs- und Auswahlverfahren eingeführt. Dabei werden sowohl die Klassenverteilung als auch die technische und sportliche Qualität von Teams und Fahrzeugen berücksichtigt – ein Spiegelbild der enormen Bandbreite des Rennens, die von seriennahen Fahrzeugen bis hin zu leistungsstarken GT3-Boliden reicht.

Für den Fall, dass zugelassene Teams ihre Teilnahme zurückziehen, ist ein Nachrückverfahren vorgesehen, sodass zuvor nicht berücksichtigte Bewerber nachrücken können.
Die 54. Ausgabe der 24 Stunden Nürburgring startet am Samstag, 16. Mai 2026, um 15:00 Uhr Ortszeit, die Qualifying-Sessions sind für den 18. und 19. April angesetzt.
Während sich Verstappen darauf vorbereitet, die Nordschleife seiner Rennkarriere hinzuzufügen, beginnt für die Veranstaltung selbst eine neue Ära – geprägt von mehr Transparenz, verbesserter Sichtbarkeit und einer nie dagewesenen Nachfrage.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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