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Fernando Alonso hat eine abgewogene, aber vielsagende Einschätzung zur aktuellen Entwicklung von Aston Martin abgegeben. Er räumte ein, dass ein nennenswerter Leistungssprung für den AMR26 erst mit den Upgrades rund um die Sommerpause zu erwarten sei. Der zweifache Weltmeister äußerte sich nach dem Großen Preis von Kanada – einem Wochenende, das für den Rennstall aus Silverstone sowohl ermutigende Anzeichen als auch altbekannte Frustrationen bereithielt.
Alonso war am Sonntag vom 19. Startplatz ins Rennen gegangen – eine Position, die für einen Fahrer seines Kalibers absolut nicht repräsentativ ist. Dennoch stellte er sofort sein fahrerisches Können unter Beweis, indem er sich bereits in den ersten Runden in die Top 10 vorkämpfte. Die mutige strategische Entscheidung, auf weichen Reifen zu starten, während einige Konkurrenten auf Intermediates setzten und früh an die Box mussten, verschaffte Aston Martin ein kurzes Zeitfenster für eine Chance. Es war eine kluge Einschätzung der Bedingungen, die sich kurzzeitig auszahlte.
"Wir hatten einen guten Start und kämpften um die Top-10-Plätze", sagte Alonso. "Wir haben mit dem Start auf den weichen Reifen die richtige Entscheidung getroffen, während einige andere auf Intermediates setzten und dann früh stoppen mussten. Leider hatten wir im Rennen ein Problem mit dem Sitz, weshalb wir uns entschieden haben, das Auto abzustellen."
Das Aus in Runde 23 – verursacht durch ein Sitzproblem – beendete das, was kurzzeitig wie eine Chance auf Punkte ausgesehen hatte. Dennoch betonte Alonso schnell, dass sich die reine Pace in Montreal deutlich stärker anfühlte als in Miami, selbst ohne neue Hardware am Auto.
"Wir schienen hier schneller zu sein als in Miami, mit demselben Paket", merkte er an. "Wir müssen darauf warten, dass die Leistung mit unseren Upgrades rund um die Sommerpause kommt, aber wir werden versuchen, dieses Paket bis dahin weiter zu optimieren."

Mit dem Beginn der europäischen Saison im Fürstentum vom 5. bis 7. Juni sieht Alonso den Großen Preis von Monaco als eine Strecke, die den aktuellen Schwächen von Aston Martin entgegenkommen könnte. Die geringere Bedeutung von reiner Höchstgeschwindigkeit auf einer der langsamsten Strecken im Kalender könnte dem Team in die Karten spielen.
"Monaco ist als Nächstes dran – eine ganz andere Strecke, sehr langsam", räumte Alonso ein. "Der Motor wird dort etwas weniger wichtig sein, also vielleicht ein Funken Hoffnung für Monaco."
Es ist erwähnenswert, dass der Große Preis von Monaco auch das erste Rennen 2026 ohne Aktivierungszonen für den „Straight Mode“ sein wird. Eine regulatorische Änderung, die die Wettbewerbsordnung auf einer Strecke, auf der mechanischer Grip und Setup-Präzision traditionell am wichtigsten sind, weiter verändern könnte.
Auf der anderen Seite der Aston-Martin-Garage lieferte Lance Stroll eine deutlichere Zusammenfassung des Geschehens bei seinem Heimrennen. Der kanadische Fahrer überquerte die Ziellinie auf Platz 15, nachdem er das gesamte Rennen über mit Grip-Problemen und mangelndem Topspeed zu kämpfen hatte, wobei sich das Reifenmanagement als dauerhaftes Problem erwies.
"Es war ein schwieriges Wochenende in Montreal", gab Stroll zu. "Wir konnten die nötigen Temperaturen nicht in die Reifen bekommen und hatten während des gesamten Rennens mit Grip-Problemen zu kämpfen. Auch auf den Geraden hatten wir nicht die nötige Pace. Die Performance des Autos ist nicht dort, wo wir sie brauchen, und es gibt noch viel Arbeit, um dorthin zu gelangen."
Der Kontrast zwischen Alonsos vorsichtigem Optimismus und Strolls offener Frustration zeichnet ein klares Bild davon, wo Aston Martin steht: ein Team, das sich nach einem schwierigen Saisonstart langsam stabilisiert, aber genau weiß, dass die wahre Abrechnung erst kommt, wenn die Sommer-Upgrades endlich eintreffen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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