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Audi reiste mit der Hoffnung nach Miami, an die vielversprechenden Leistungen des bisherigen Saisonverlaufs anzuknüpfen. Stattdessen erlebte das Team sein chaotischstes und kostspieligstes Wochenende des Jahres. Eine Abfolge von unabhängigen Defekten, operativen Fehleinschätzungen und Zuverlässigkeitsproblemen zwang sowohl Nico Hülkenberg als auch Gabriel Bortoleto dazu, ständig Brände zu löschen – sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne.
Über drei Tage hinweg litt der deutsche Hersteller unter einem leckbedingten Feuer, einer Disqualifikation, einem Getriebewechsel, einem Bremsenbrand und schließlich einem Ausfall durch Motorüberhitzung. Keines dieser Probleme hing mit dem anderen zusammen, und genau das war das Problem: Audi stolperte jeden Tag über etwas Neues.

Der Ärger begann noch bevor der Sprint überhaupt gestartet war. Hülkenberg schaffte es gar nicht erst in die Startaufstellung, nachdem ein Leck – das das Team bereits identifiziert und für behoben gehalten hatte – auf seiner Installationsrunde ein Feuer auslöste. Es war eine operative Fehleinschätzung mit schwerwiegenden Folgen.
Bortoleto hingegen startete zwar zum Sprint, wurde aber nicht in der Wertung geführt. Ein Anstieg des Luftdrucks im Motoreinlass führte zu seiner Disqualifikation inmitten anhaltender Motorprobleme, was die wenigen Fortschritte, die er gemacht hatte, zunichtemachte.
Der Samstag brachte keine Erleichterung. Bortoleto benötigte vor dem Qualifying einen Getriebewechsel und erlitt dann am Ende von Q1 einen Bremsenbrand. Hülkenberg überstand die Session zumindest, doch sein Sonntag sollte nur von kurzer Dauer sein.

Hülkenbergs Grand Prix dauerte nur eine Handvoll Runden. In Kurve 1 eingeklemmt, war er zu einem frühen Stopp für einen neuen Frontflügel gezwungen. Doch das eigentliche Problem lauerte tiefer im Auto: der Motor überhitzte. Er wurde zurück an die Box gerufen, blieb angeschnallt, während das Team versuchte, die Situation zu retten, stieg aber schließlich aus und akzeptierte das Unvermeidliche.
Bortoleto, der vom Ende des Feldes startete, konnte zumindest noch etwas retten. Seine Aufholjagd durch das Feld war einer der wenigen Lichtblicke an einem ansonsten düsteren Wochenende.

Renndirektor Allan McNish gab eine ausgewogene, aber ehrliche Einschätzung des Wochenendes ab, wobei er den Kampfgeist des Teams anerkannte, aber auch das Ausmaß der Probleme unterstrich.
"Es war insgesamt ein herausforderndes Wochenende für uns. Gabi hat heute eine sehr starke Leistung gezeigt, sich mit gutem Tempo, Gelassenheit und einigen wohlüberlegten Überholmanövern zurückgekämpft, was das Potenzial des Autos unterstreicht", erklärte McNish.
"Gleichzeitig gebührt dem Team, insbesondere den Mechanikern, viel Anerkennung, die auf einen sehr schwierigen Tag gestern mit echter Entschlossenheit und Fokus reagiert haben. Das ist der Geist, der uns weiter vorantreibt."

McNish war ebenso deutlich bezüglich der Enttäuschung auf der anderen Seite der Garage: "Für Nico war es frustrierend. Er wurde in Kurve 1 eingeklemmt, was einen frühen Wechsel des Frontflügels bedeutete, und leider zwang ihn ein technisches Problem später zur Aufgabe. Von seiner Startposition aus war er durchaus in der Lage, Punkte zu holen, daher ist das natürlich enttäuschend."
Mit drei Wochen bis Montreal betonte McNish die Notwendigkeit, sich neu zu formieren: "Unsere Priorität ist es nun sicherzustellen, dass wir dieses Potenzial konsequent in Ergebnisse ummünzen."
"Wir werden die Lehren aus diesem Wochenende ziehen, uns während der Pause neu aufstellen und bereit zurückkehren, um die Chance in Montreal zu maximieren", schloss McNish.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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