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Die Formel 1 und die FIA prüfen derzeit aktiv die Möglichkeit, mindestens einen der zu Beginn des Jahres abgesagten Grands Prix nachzuholen, nachdem die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien im April gestrichen werden mussten.
Die beiden Veranstaltungen im Nahen Osten wurden abgesagt, nachdem der regionale Konflikt eskalierte und es zu Angriffen Irans auf benachbarte Nationen kam. Zum damaligen Zeitpunkt erklärten der Automobil-Weltverband und die Formel 1, dass die Rennen „im April nicht stattfinden können“ – eine spezifische Formulierung, die bewusst die Tür für einen Nachholtermin im weiteren Verlauf des Jahres offen ließ.
Anfangs schien es äußerst unwahrscheinlich, einen Ersatztermin zu finden. Der Kalender nach der Sommerpause ist bereits berüchtigt überfüllt und umfasst eine kräftezehrende Serie von 11 Grands Prix an 16 Wochenenden. F1-CEO Stefano Domenicali gab jedoch kürzlich einen Hoffnungsschimmer und bestätigte, dass der Sport „vielleicht eines“ der verlorenen Rennen nachholen könne.

Quellen deuten darauf hin, dass das Wochenende vom 2. bis 4. Oktober – zwischen den Grands Prix von Aserbaidschan und Singapur – derzeit als potenzieller Termin geprüft wird.
Aus Sicht der FIA ist Bahrain die logischste und bevorzugte Option, vor allem deshalb, weil die Fracht der Formel 1 bereits im Land stationiert ist. Berichten zufolge setzen sich jedoch Funktionäre aus Saudi-Arabien stark dafür ein, stattdessen ihr Event wieder in den Kalender aufzunehmen.
Ein weiteres, extremeres Szenario, das derzeit evaluiert wird, ist die Schaffung eines Vierfach-Headers zum Saisonabschluss. Dies würde bedeuten, Saudi-Arabien nach dem Großen Preis von Las Vegas zwischen Katar und Abu Dhabi in den Zeitplan zu quetschen. Um dies zu ermöglichen, müsste das Finale in Abu Dhabi um eine Woche auf den 13. Dezember verschoben werden.
Obwohl dies logistisch machbar wäre, steht dieser Vorschlag vor erheblichen Hürden. Die menschliche Belastung durch einen Vierfach-Header am Ende einer ohnehin schon erschöpfenden Saison könnte das Team-Personal an den Rand des Zusammenbruchs bringen. Darüber hinaus gibt es große vertragliche und fanbezogene Komplikationen. Fans haben bereits Flüge, Hotels und Tickets für den Großen Preis von Abu Dhabi am ersten Dezemberwochenende gebucht. Entscheidend ist zudem, dass der Yas Marina Circuit einen strengen Vertrag besitzt, der besagt, dass er das letzte Rennen der Saison ausrichten muss, was verhindert, dass Saudi-Arabien den vorgeschlagenen Termin am 13. Dezember einnimmt.

Natürlich hängt eine Rückkehr in den Nahen Osten vollständig von einer Lösung des anhaltenden Konflikts ab. Glücklicherweise für die Entscheidungsträger des Sports läuft ihnen die Zeit nicht davon; Quellen deuten darauf hin, dass eine endgültige Entscheidung erst bis Mitte August getroffen werden muss.
Die finanziellen Einsätze sind außergewöhnlich hoch. Entgegen einiger anfänglicher Annahmen wurden die Antrittsgebühren für die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien – insgesamt geschätzte 100 Millionen Pfund – bereits an die Formel 1 gezahlt. Da diese Gebühren im Voraus beglichen werden, wurden die Zahlungen bereits vor den kriegsbedingten Absagen abgewickelt. Folglich haben beide Nationen erhebliches Kapital ausgegeben, ohne dafür eine Veranstaltung zu erhalten.
Sollte der Krieg andauern, könnte sich die Situation für die F1 weiter verschlechtern. Auch die Rennen in Katar und Abu Dhabi am Ende der Saison stünden dann vor der Absage, was den Kalender auf nur noch 20 Rennen schrumpfen ließe und Las Vegas zum unerwarteten Saisonfinale krönen würde.
Im Hintergrund werden alternative europäische und asiatische Austragungsorte geprüft. Silverstone bot kürzlich an, ein Rennen am Ende des Jahres auszurichten, doch das unvorhersehbare britische Winterwetter macht dies zu einem unrealistischen Unterfangen – ein Schicksal, das auch andere europäische Strecken teilen.
Eine praktikablere Option in der Ferne ist die Türkei. Der Istanbul Park Circuit soll ab der nächsten Saison nach einem Fünfjahresvertrag bis 2031 wieder dauerhaft in den Kalender zurückkehren. Ein Einspringen für den Termin vom 2. bis 4. Oktober zwischen Aserbaidschan und Singapur wäre logistisch sinnvoll, doch eine so kurzfristige Ergänzung würde zahlreiche Anstrengungen erfordern.
Vorerst haben die F1 und die FIA Optionen auf dem Tisch, doch viele komplexe Puzzleteile müssen zusammenpassen, bevor die endgültige Form der Saison klar wird.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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