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Audi hat Christian Horner als bevorzugten Kandidaten identifiziert, um Jonathan Wheatley zu ersetzen. Der frühere Red-Bull-Teamchef steht kurz vor dem Ende seiner Freistellung („Gardening Leave“) und bereitet sich auf eine mögliche Rückkehr in die Formel 1 vor.
Horner wurde im vergangenen Juli nach 20 Jahren an der Spitze von Red Bull entlassen – vor dem Hintergrund nachlassender Ergebnisse und eines Machtkampfs mit Helmut Marko. Sein Abschied wurde im September offiziell vollzogen, obwohl sein Vertrag eigentlich bis 2030 gelaufen wäre. Im Zuge der Einigung auf eine reduzierte Abfindung verkürzte Horner seine Freistellungsphase, die voraussichtlich im April endet – und damit den Weg für ein Comeback freimacht.

Audis Interesse an Horner folgt auf den Rücktritt von Jonathan Wheatley im März. Wheatley hatte die Leitung erst im vergangenen April übernommen, nachdem er Red Bull während Horners Amtszeit verlassen hatte. Sein Abschied wurde nur wenige Stunden nach ersten Verbindungen zu Aston Martin bekannt, wo er voraussichtlich wieder mit Adrian Newey zusammenarbeiten wird.
Die Situation eröffnet die Aussicht auf eine ungewöhnliche Runde im Führungskräfte-Karussell: Horner zu Audi, Wheatley zu Aston Martin und Newey weiterhin mit Fokus auf die Fahrzeugentwicklung.
Laut Formula Technica betrachten hochrangige Audi-Verantwortliche Horner als den „idealen Kandidaten“, um wieder Ordnung zu schaffen und dem Team eine langfristige Vision zu geben. Der deutsche Hersteller benötigt demnach „dringend“ eine starke Führungspersönlichkeit, die effektives Management und klare strategische Leitlinien gewährleisten kann.
Wichtig ist dabei: Audi geht nicht davon aus, dass Horners Verpflichtung zu Spannungen mit F1-Projektleiter Mattia Binotto führen würde. Binotto soll es bevorzugen, sich auf das operative Renngeschäft zu konzentrieren statt auf politische Themen – wodurch übergeordnete Managementbefugnisse potenziell Horner zufallen könnten.

Das zentrale Hindernis ist nicht sportlicher, sondern struktureller Natur.
Berichten zufolge ist Horner entschlossen, in die Formel 1 als Anteilseigner zurückzukehren – nicht lediglich als Angestellter. Seine Zeit abseits des Fahrerlagers nutzte er, um Investoren für eine teilweise Übernahme eines Teams zu gewinnen. Während seiner Zeit bei Red Bull hielt er im Gegensatz zu Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der 28 % der Anteile an den Silberpfeilen besitzt, keine Beteiligung.
Alpine hat bestätigt, dass Horner Gespräche mit Otro Capital über den Erwerb von dessen 24-prozentigem Anteil am in Enstone ansässigen Team im Rahmen eines Konsortiums geführt hat. Allerdings ist auch Mercedes an den Otro-Anteilen interessiert – eine Entwicklung, die Horner aufmerksam registriert haben soll.
Das Engagement von Mercedes könnte Horners Überlegungen beeinflusst haben. Berichten zufolge wäre er nun offen für eine „Allianz“ mit Audi, sofern der deutsche Hersteller ihm umfassende Managementkontrolle garantieren kann. Unter diesen Voraussetzungen würde er einen Wechsel „ernsthaft in Betracht ziehen“.

Audis Eigentümerstruktur sorgt für zusätzliche Komplexität. Das Unternehmen verkaufte im November 2024 einen 30-prozentigen Anteil an seinem F1-Projekt an die Qatar Investment Authority. Ob Audi bereit wäre, seine Beteiligung weiter zu verwässern, um Horner zu gewinnen, bleibt ungewiss.
Horners Wunsch nach Anteilen scheint zentral für seine Überlegungen zu sein. Er hat lange die Eigentümerrolle von Wolff bei Mercedes beobachtet und zudem gesehen, wie Lawrence Stroll Newey einen fünfprozentigen Anteil an Aston Martin gewährte, um dessen Wechsel zu sichern. Wenn Audi seine Unterschrift will, könnte ein Anteil am Team Teil des Angebots sein müssen.
Während sich der April nähert und Horners Freistellung endet, wird das Zusammenspiel aus Kontrolle, Eigentum und langfristiger Vision darüber entscheiden, ob Audi eine der bedeutendsten Personalverpflichtungen im aktuellen Formel-1-Feld realisieren kann.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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