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Mattia Binotto hat einen aufschlussreichen Einblick in die Verhandlungen gegeben, die dazu führten, dass Carlos Sainz Williams gegenüber Audi vorzog. Er enthüllte, dass der Spanier eine Entscheidung traf, die ganz allein seine eigene war – und nicht von seinem berühmten Vater beeinflusst wurde.
Als Sainz vor der Saison 2025 seinen Platz bei Ferrari an Lewis Hamilton verlor, wog er Angebote von drei Mittelfeldteams ab: Williams, Audi – das zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Namen Sauber operierte – und Alpine. Letztendlich setzte sich das Projekt von James Vowles bei Williams durch. Doch laut Binotto, der während ihrer gemeinsamen Zeit bei Ferrari eng mit Sainz zusammenarbeitete, spielten im Hintergrund noch andere Kräfte eine Rolle.
Im Podcast Beyond the Grid äußerte sich der Audi-CEO nachdenklich, aber abgewogen, als er auf das Scheitern bei der Verpflichtung des vierfachen Grand-Prix-Siegers angesprochen wurde.
„Nein, [ich war nicht enttäuscht]“, sagte Binotto. „Wir hatten bei Ferrari natürlich eine gute Beziehung. Ich wusste, dass ich ihm vertraute. Es war gut, sich zu treffen, zu diskutieren und sich mit ihm zu unterhalten.“
Binotto deutete dann gezielt an, dass Sainz Sr. – der Audi bereits dreimal bei der Rallye Dakar vertreten und 2024 die Trophäe gewonnen hat – möglicherweise in Richtung des deutschen Herstellers gedrängt haben könnte. Doch sein Sohn schlug offenbar einen anderen Weg ein.
„Er hat es abgewogen, aber wie bei jedem anderen bin ich immer sehr respektvoll gegenüber den Entscheidungen der Menschen“, fügte Binotto hinzu. „Wenn er sich anders entschieden hat, freue ich mich für ihn, denn ehrlich gesagt glaube ich, dass er seine eigene Wahl getroffen hat, und das war wichtig. Ich würde sogar sagen, dass er seine eigene Wahl getroffen hat und nicht die seines Vaters, was großartig für ihn ist.“

Während Sainz' Debütsaison bei Williams im Jahr 2025 ein Achtungserfolg war – neunter Platz in der Fahrerwertung mit zwei Podiumsplätzen –, sieht der Start unter dem neuen Reglement ganz anders aus. Vowles hatte Sainz versprochen, dass Williams unter den neuen Regeln zu den Spitzenreitern gehören wolle, doch Produktionsverzögerungen über den Winter haben dazu geführt, dass das Team Schwierigkeiten hat, den Rückstand auf die Top-Teams zu verringern; tatsächlich ist dieser Rückstand sogar deutlich angewachsen.
Sainz hat in den ersten fünf Saisonrennen nur sechs Punkte geholt – drei neunte Plätze –, was ihn auf den 13. Platz in der Meisterschaft zurückwirft. Noch aussagekräftiger ist vielleicht seine durchschnittliche Qualifying-Position von 16, eine Zahl, die die aktuelle Hackordnung des FW47 wohl treffender widerspiegelt.
Bei Audi ist das Bild derweil gemischt. Gabriel Bortoletos neunter Platz beim Saisonauftakt in Australien bleibt die einzige Punkteausbeute des Teams, während Zuverlässigkeitsprobleme das Projekt plagen – zwei Nicht-Starts (DNS) und ein Ausfall (DNF) in den ersten fünf Rennen. Bortoleto selbst hat auf anhaltende Probleme mit der Antriebseinheit hingewiesen, die das Team schon vor Rennbeginn Positionen kosten könnten.
Da Audi mit der Fahrerpaarung Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto zufrieden zu sein scheint, dürften die Fluchtmöglichkeiten für Sainz – sollte er sich dazu entschließen, eine Ausstiegsklausel zum Jahresende zu ziehen, die angeblich in seinem Williams-Vertrag verankert ist – begrenzt sein. Ein Wechsel zu Red Bull wurde zwar diskutiert, doch dieses Szenario hängt vollständig davon ab, ob Max Verstappen das Team verlässt oder zurücktritt.
Vorerst bleibt Sainz bei Williams und navigiert durch eine Saison, die das Vertrauen, das er in Vowles' Vision gesetzt hat, auf eine harte Probe stellt. Was zumindest klar ist: Die Entscheidung lag ganz allein bei ihm – ein Punkt, den Binotto offensichtlich gerne anerkennen wollte.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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