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Daniel Ricciardo hat die Tür für eine Teilnahme am Indianapolis 500 so gut wie zugeschlagen und liefert eine offene und bildhafte Einschätzung, warum das legendäre Ovalrennen für ihn weit außerhalb seiner Komfortzone liegt.
Der ehemalige Formel-1-Fahrer besucht das Rennen an diesem Wochenende in einer ganz anderen Funktion – als Markenbotschafter, der mit IndyCar-Pilot Conor Daly zusammenarbeitet, um für seine Weinmarke zu werben. Daly, der als Achter in der Startaufstellung steht, begrüßte Ricciardo im Vorfeld des Events als Gast in seinem Speed Street-Podcast, und das Gespräch kam schnell auf die Aussicht, dass der Australier jemals einen wettbewerbsfähigen Auftritt in Indianapolis absolvieren könnte.
Die Antwort war unmissverständlich.
"Es ist etwas anderes, was ihr da macht", sagte Ricciardo. "Du hast gesagt, Max hat es gesagt, ich sage es schon seit vielen Jahren – es macht mir eine Heidenangst. Ich liebe es, es ist verdammt großartig."
Ricciardos Eingeständnis spiegelt eine Haltung wider, die unter aktuellen und ehemaligen F1-Fahrern zu einem wiederkehrenden Thema geworden ist. Max Verstappen hat sich bereits zuvor ebenso deutlich gegen einen Start im "Brickyard" ausgesprochen und trocken festgestellt: "Ich muss dort nicht mein Leben riskieren und mich möglicherweise verletzen." Die schiere, unerbittliche Natur des Oval-Rennsports – hohe Geschwindigkeiten, Mauern am Streckenrand und kaum der Abtrieb, auf den sich F1-Fahrer verlassen – lässt selbst die erfahrensten Grand-Prix-Piloten zögern.
Dennoch betonte Ricciardo ausdrücklich, dass diese Zurückhaltung keinerlei Arroganz oder Überlegenheitsgefühl entspringe.
"Es gibt definitiv kein 'Wir sind cooler als ihr'", sagte er. "Davon ist nichts zu spüren, zumindest habe ich das nie so erlebt. Wir alle lieben letztendlich den Rennsport. Ihr betreibt eine ganz andere Disziplin, besonders das Oval-Zeug, verglichen mit dem Rundstreckenrennen, das wir mit einer Tonne Abtrieb fahren."
Es ist ein Thema, das weit über die F1 hinausgeht. Das Indy 500 zieht weiterhin Fahrer an, die bereit sind, sich auf diese ganz spezielle Art von Gefahr einzulassen – Katherine Legge zum Beispiel wird die erste Rennfahrerin, die sich an 'The Double' versucht, indem sie am selben Tag sowohl das Indy 500 als auch das Coca-Cola 600 der NASCAR bestreitet.
Trotz aller Einschüchterung ist Ricciardos Bewunderung für die Disziplin aufrichtig. Er erinnerte sich daran, wie er über Weihnachten ein Sprint-Car-Rennen sah, und das Spektakel hinterließ sichtlich Eindruck.
"Ich war zu Hause über Weihnachten bei einem Sprint-Car-Rennen. Ich habe zugeschaut und dachte nur: 'Oh mein Gott'. Die sind verdammt großartig und sie sind verrückt."
Es ist diese Art von rohem Respekt, der definiert, wie viele in der Formel-1-Welt den Oval- und Short-Track-Rennsport sehen – aufregend anzusehen, aber zutiefst beängstigend, wenn man selbst darüber nachdenkt, es zu tun. Für Ricciardo zumindest scheint Indianapolis ein Zuschauersport zu bleiben.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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