ELMS in Silverstone: Vier Titelentscheidungen spitzen sich zu

Silverstone rüstet sich für packenden ELMS-Showdown
Die European Le Mans Series biegt mit den 4 Hours of Silverstone am Sonntag, dem 13. September, auf die Zielgerade ein – und in allen vier Meisterschaftsklassen ist die Titelentscheidung noch völlig offen. Vor den verbleibenden zwei Saisonläufen trennen die 47 gemeldeten Teams in den Klassen LMP2, LMP2 Pro/Am, LMP3 und LMGT3 nur hauchdünne Abstände. Damit avanciert das fünfte Rennwochenende zur potenziellen Vorentscheidung vor dem großen Finale in Portimão.
Das übergeordnete Bild im Langstreckensport präsentiert sich ähnlich umkämpft, wie schon der WEC-Titelkampf 2026 nach dem Lauf in Austin verdeutlichte. In der ELMS verteilt sich die Hochspannung jedoch lückenlos über das gesamte Feld: Ein einzelnes Spitzenergebnis – oder ein folgenschwerer Ausfall – kann das Gesamtklassement komplett auf den Kopf stellen.

LMP2: Forestier und United im packenden Gleichschritt
Forestier Racing by Panis und United Autosports liegen mit jeweils 70 Zählern punktgleich an der Tabellenspitze. Dank der Triumphe in Barcelona und Imola hält der Oreca 07-Gibson mit der Startnummer 29 im direkten Vergleich jedoch die Nase vorn. Oliver Gray, Esteban Masson und Louis Rousset reisen somit mit dem denkbar knappsten Vorteil gegenüber der Mannschaft von United Autosports an, die in Le Castellet siegreich war.
Auf Rang drei lauert die #18 von IDEC Sport mit 52 Punkten. Jamie Chadwick, Valerio Rinicella und Laurents Hörr belohnten sich nach drei vierten Plätzen in Folge in Spa-Francorchamps mit einem Podestplatz und sicherten sich zusätzlich den Bonuspunkt für die Pole-Position. Die Sieger von Spa – Jakub Smiechowski, Nick Yelloly und Tom Dillmann – weisen 28 Zähler Rückstand auf die Tabellenführung auf und wollen ihren jüngsten Aufwärtstrend fortsetzen. Für Lokalmatador Yelloly steht zudem das Heimrennen an; im Vorjahr überquerte sein Bolide in Silverstone als Zweiter die Ziellinie.

LMP2 Pro/Am: Kein Raum für Fehler
Auch in der LMP2 Pro/Am herrscht Punktgleichheit: Algarve Pro Racing und AF Corse teilen sich mit 61 Zählern die Spitze. Der Oreca mit der Startnummer 20 führt die Wertung dank der höheren Anzahl an Podiumsplatzierungen an, doch AF Corse hat mit der Startnummer 83 nach dem Triumph in Spa-Francorchamps Boden gutgemacht. Vector Sport und das Duqueine Team folgen mit jeweils 49 Punkten in Schlagdistanz. Sollte eine der führenden Mannschaften patzen, droht ein sofortiger Führungswechsel.
Die amtierenden Champions von AO by TF belegen derzeit Rang fünf. PJ Hyett, Louis Delétraz und Dane Cameron nehmen einen Podestplatz ins Visier – nachdem sie den Sieg in Silverstone im vergangenen Jahr um lediglich 0,141 Sekunden verpasst hatten.

LMP3 und LMGT3: Offener Schlagabtausch garantiert
In der LMP3-Klasse befindet sich CLX Motorsport in der vielversprechendsten Ausgangslage. Nach zwei Siegen in Serie führt das Team das Klassement mit 15 Punkten Vorsprung auf R-ace GP an. Ein dritter Erfolg würde Paul Lanchère, Alexander Jacoby und Louis Iglesias vor dem Showdown in Portimão ein komfortables Polster verschaffen, wenngleich Rinaldi Racing lediglich einen Zähler hinter R-ace GP lauert.
Noch enger gestaltet sich das Geschehen in der LMGT3: Zwischen den ersten sechs Fahrzeugen liegen magere 13 Punkte, während noch 52 Zähler zu vergeben sind. Der Porsche 911 GT3 R LMGT3 (#75) von Proton Competition behauptet die Tabellenspitze mit 53 Punkten knapp vor der Corvette Z06 LMGT3.R (#33) des Titelverteidigers TF Sport. Auch Team Qatar by Iron Lynx, Proton Competition, GR Racing und Kessel Racing besitzen intakte Titelchancen. Das Feld umfasst 14 Sportwagen von sechs verschiedenen Herstellern.
