Formel 2 in Madrid: Mutprobe und Präzision am Madring

Eine neue Herausforderung in Madrid
Die Formel 2 reist für die elfte Station der Saison 2026 nach Spanien, doch dieses Wochenende markiert ein echtes Debüt: Erstmals überhaupt trägt die FIA Formel 2 ein Event auf dem neuen Madring in Madrid aus. Der extrem schnelle Stadtkurs, der sich über fast fünf Kilometer erstreckt, verlangt den Piloten ab der ersten Runde absolute Präzision ab, während sie das Limit der Strecke ausloten.
Für Fans, die jede Session live verfolgen möchten, gibt es den vollständigen Zeitplan und alle Infos zur TV-Übertragung für Runde 11 am Madring im Vorfeld des Wochenendes.
Der Kurs kombiniert flüssige Kurvenkombinationen mit blinden Einlenkpunkten und lässt kaum Raum für Fehler. Die Streckencharakteristik wird bereits mit dem von Mauern gesäumten Mittelsektor in Budapest verglichen, während Formel-3-Fahrer, die das Layout im vergangenen Monat bei Testfahrten kennenlernten, Parallelen zum Jeddah Corniche Circuit zogen.

Das Freie Training gibt die Marschroute vor
Mit nur einem einzigen 45-minütigen Freien Training vor dem Qualifying ist fehlerfreies Fahren Gold wert. Die Piloten, die ohne Zwischenfälle Runden abspulen können, verschaffen sich einen entscheidenden Vorteil für die anschließende 30-minütige Zeitenjagd um die Startaufstellung.
Dieser systematische Aufbau ist auf einem Stadtkurs besonders wichtig. Der schnellste Weg führt nicht über sofortiges Risikofahren am absoluten Limit, sondern über eine schrittweise Steigerung: Daten analysieren, Zeitreserven aufdecken und dann am Freitagnachmittag im Qualifying vollen Einsatz zeigen. Als Belohnung winkt eine der spektakulärsten Runden des Jahres, bei der Fahrer und Fahrzeug in perfekter Harmonie arbeiten müssen.

La Monumental im Mittelpunkt
Kurve 12 ist das unbestrittene Aushängeschild des Madring. Die Rechtskurve weist eine Überhöhung von bis zu 13,5 Grad auf und ist damit die steilste Kurve im gesamten Rennkalender. Sie scheint schier endlos zu verlaufen, ehe die Strecke am Kurvenausgang ansteigt und die Piloten in eine knifflige Bremszone bergab für Kurve 13 schickt.
Beim Beschleunigen am Ausgang wirken enorme G-Kräfte, die die Piloten regelrecht in ihre Cockpits pressen. Nach der Kuppe geht es bergab in den Schlusssektor, wo eine flüssige Folge von Links- und Rechtskurven erneut vollen Mut verlangt. „La Monumental“ dürfte sowohl für die Zuschauer ein absolutes Highlight sein als auch eine potenzielle Überholgelegenheit bieten – wenngleich abzuwarten bleibt, wer sich hier eine beherzte Attacke zutraut.

Câmara rückt Tsolov auf die Pelle
Nikola Tsolov reist mit 177 Punkten und sechs Saisonsiegen als Meisterschaftsführender an. Doch Rafael Câmara hat den Rückstand auf 11 Punkte verkürzt, nachdem er sich in Monza seine fünfte Pole-Position des Jahres sicherte und im Hauptrennen Rang zwei belegte.
Der Pilot von Invicta Racing präsentiert sich aktuell in bestechender Form: Sein letztes Sonntagsergebnis außerhalb der Top 4 datiert aus dem Juni beim vierten Saisonlauf in Monte Carlo. Tsolov hingegen sammelte an den vergangenen beiden Rennwochenenden lediglich 16 Zähler und wartet seit seinem dritten Platz im Hauptrennen von Spa-Francorchamps vor der Sommerpause auf ein Podestergebnis.
Madrid bietet Câmara somit die perfekte Bühne, um seine Aufholjagd fortzusetzen – während Tsolov dringend antworten muss, bevor die Meisterschaft Ende September nach Baku weiterzieht.
