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Ferrari wird beim Großen Preis von Italien sein durch ADUO zugelassenes Motor-Upgrade einführen. Dabei kombiniert das Team die neue Antriebseinheit mit aerodynamischen Überarbeitungen und streckenspezifischen Komponenten für das Heimrennen.
Die Entscheidung folgt auf Zuverlässigkeitsprüfungen und die Bestätigung, dass Ferrari mehr als 4 % hinter dem Benchmark für „Additional Development and Upgrade Opportunities“ (ADUO) zurückliegt. Dieser Rückstand erlaubt es dem italienischen Rennstall, während der Saison zwei Upgrades vorzunehmen, und das Team hat sich dazu entschlossen, das erste davon direkt in Monza einzusetzen.
Die Ferrari-Ingenieure unter der Leitung von Enrico Gualtieri haben die Antriebseinheit 067/7 freigegeben, nachdem wiederholte Prüfstandtests bestätigt hatten, dass sie die erforderliche Zuverlässigkeitsschwelle erreicht hat. Der Motor verfügt über einen überarbeiteten Brennraum und einen neuen Turbolader, was einen Leistungszuwachs von 15 PS verspricht. Ferrari erwartet, dass dieser Zuwachs den Rückstand auf Mercedes – deren Antriebseinheit als das stärkste Gesamtpaket gilt – halbieren wird.
Eine Leistungssteigerung wird zudem durch einen neuen, von Shell entwickelten Kraftstoff erwartet. Ferrari zielt in Monza nicht nur auf eine höhere Spitzenleistung ab, sondern auch auf eine überarbeitete Drehmomentabgabe, um die Verteilung der elektrischen Energie zu optimieren.
Der Zeitpunkt des Upgrades ist von großer Bedeutung. Ferraris ADUO-Timing könnte das Motorenrennen 2027 neu ordnen, doch die unmittelbare Priorität liegt darauf, vor dem heimischen Publikum ein starkes Ergebnis zu erzielen.
Die Scuderia wird zudem eine aerodynamisch effizientere Version ihres „Macarena“-Heckflügels einsetzen, der bei bisherigen Veranstaltungen noch nicht zum Einsatz kam. Auch der angeblasene Diffusor (Blown Exhaust) kehrt zurück, wobei Ferrari diesen bei Bedarf anpassen könnte, falls in Monza eine weitere Reduzierung des Luftwiderstands erforderlich sein sollte.
Das Team bereitet zudem eine Sonderlackierung vor, die an die Erfolge von Michael Schumacher mit Ferrari erinnern soll. Diese Hommage verleiht einem Wochenende, das die Scuderia als potenziellen Startpunkt für ihre Aufholjagd im Titelkampf identifiziert hat, eine besondere Note.
Ferrari hat in den letzten beiden Rennen das Podium verpasst und wurde in beiden Läufen von McLaren überholt. In der Konstrukteurswertung liegt das Team nun 87 Punkte hinter Mercedes, was den Druck erhöht, das technische Paket endlich in zählbare Punkte umzumünzen.
Mercedes hat bestätigt, dass Kimi Antonelli nach einem vollständigen Wechsel der Antriebseinheit vom Ende des Feldes starten wird. Grund dafür sind Zuverlässigkeitsprobleme, die ihn über sein erlaubtes Kontingent hinaus befördert haben. Für George Russell wird keine Strafe erwartet; Baku gilt aufgrund ähnlicher Streckencharakteristiken wie Monza als möglicher Ort für einen Wechsel.
Ferraris jüngste Bilanz beim Heimrennen bietet wenig Trost: Das Team hat nur drei der letzten 19 Großen Preise von Italien gewonnen. Der neue Motor, die überarbeitete Aerodynamik und die Startplatzstrafe gegen Mercedes bieten dem Team jedoch eine klare Gelegenheit, zurückzuschlagen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.