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Ferrari scheint mit dem Timing seines zweiten ADUO-Upgrades einen strategischen Coup gelandet zu haben. Die Einschätzung des technischen Analysten von RacingNews365, Paolo Filisetti, folgt auf die offizielle Bestätigung der FIA bezüglich der ADUO-Zuteilungen (Additional Development and Upgrade Opportunities) nach der zweiten offiziellen Messperiode.
Die Entscheidung bestätigt die aktuellen Entwicklungsmöglichkeiten und sorgt für mehr Klarheit in der Leistungsrangfolge der Motoren. Der Verbrennungsmotor von Red Bull-Ford bleibt das Maß der Dinge, während Mercedes mit einem bestätigten Rückstand von zwei Prozent auf dem zweiten Platz geführt wird. Ferrari, Audi und Honda liegen jeweils mehr als vier Prozent zurück, wobei die FIA ihre exakten Zahlen aufgrund von Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht veröffentlicht hat.
Die Bestätigung der FIA ist mehr als nur eine Momentaufnahme der aktuellen Leistung. Die ADUO-Zuweisungen legen nun die Ressourcen für die kommende Saison fest, einschließlich der Erleichterungen bei der Budgetobergrenze für die Motorenentwicklung und zusätzlicher Prüfstandstunden. Für Hersteller, die ihre Zuteilungen bereits nutzen, wird der Zeitpunkt jedes Eingriffs entscheidend für den Wert der Maßnahme.
Genau hier sticht Ferraris Plan hervor. Die Scuderia plant, ihre ADUO-2-Evolution am kommenden Wochenende in Monza einzuführen und schafft damit eine frühe Basis, um ihr Entwicklungsprogramm für 2027 zu gestalten. Dieser Schritt folgt auf die Bestätigung der ADUO-Unterstützungsstufen durch die FIA, die in diesem aktuellen Bericht zu den offiziellen Zulagen detailliert aufgeführt sind.
Der Vorteil liegt in der Struktur des Messzyklus. Die dritte und letzte ADUO-Messung des aktuellen Zyklus wird keine rückwirkenden Auswirkungen auf die Entwicklungsrechte haben, die im Rahmen der ersten beiden Messungen vergeben wurden. Was ein Hersteller durch diese ersten Bewertungen erhält, bleibt bestehen, unabhängig davon, was die dritte Überprüfung ergibt. Eine Neukalibrierung erfolgt erst mit der ersten Messung des nächsten Jahres.
Das schafft ein potenziell wertvolles Szenario für Ferrari. Sollte das Upgrade in Monza den Rückstand von über vier Prozent auf etwa zwei Prozent reduzieren, würde diese Verbesserung die beiden nachfolgenden ADUO-Eingriffe, die dem Team bereits für 2027 zugewiesen wurden, nicht schmälern. Diese Zuteilungen blieben unangetastet.
Die Rechnung könnte also stark zu Ferraris Gunsten aufgehen. Eine vollständige Leistungsangleichung an die führenden Hersteller erscheint vor Beginn der Saison 2027 als realistische Möglichkeit. Da für Anfang nächsten Jahres bereits ein zweiter ADUO-Eingriff geplant ist, könnte Ferrari theoretisch die Führung übernehmen, bevor die FIA nach der sechsten Runde die Entwicklungsrechte neu verteilt.
Der entscheidende Faktor ist möglicherweise nicht die Zuteilung selbst, sondern der Zeitpunkt, den Ferrari für den Einsatz gewählt hat. Monza könnte den Beginn einer Entwicklungskurve markieren, die in der Lage ist, die Kräfteverhältnisse unter den Motorenlieferanten innerhalb weniger Monate zu verändern.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.