
Wird geladen

Nur wenige Tage nach dem Großen Preis von Japan kehrt Ferrari bereits auf die Strecke zurück. Da die Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien abgesagt wurden, bietet die ungeplante Pause im Rennkalender der Scuderia die Gelegenheit, ihr Entwicklungsprogramm mit einer Reihe sorgfältig geplanter Testeinsätze zu intensivieren.
Ferraris Testteam startet in Mugello mit einem zweitägigen TPC-Programm (Testing of Previous Cars). Bemerkenswert ist, dass keiner der Stammfahrer auf der Hausstrecke der Scuderia im Einsatz sein wird. Stattdessen übernehmen die Simulatorfahrer, die eine zentrale Rolle im Entwicklungsprozess spielen, das Steuer.
Antonio Giovinazzi, Arthur Leclerc und Antonio Fuoco werden sich am Lenkrad abwechseln – eine wertvolle Trainings- und Evaluierungseinheit. Ihre Arbeit sorgt in einer entscheidenden Phase der Saison für Kontinuität zwischen Simulator-Korrelation und Datenerhebung auf der Strecke.
Mit Blick auf das Reglement ab 2026 haben die neuen Fahrzeuggenerationen nichts mehr mit den bisherigen Ground-Effect-Boliden gemein. Daher hat die FIA den Teams erlaubt, im Rahmen von TPC-Programmen die Fahrzeuge des Vorjahres einzusetzen. Ferrari wird folglich den SF-25, das Auto aus der Saison 2025, nutzen, anstatt – wie zuvor vorgeschrieben – auf mindestens zwei Jahre alte Fahrzeuge zurückgreifen zu müssen.
Nach dem Einsatz in Mugello reist Ferrari weiter nach Monza zum zweiten Filmtag der Saison. Berichten zufolge ist dafür Dienstag, der 21. April, vorgesehen.
Die Wahl des „Tempels der Geschwindigkeit“ ist strategisch motiviert. Innerhalb der im Rahmen eines Filmtags erlaubten 200 Kilometer soll der SF-26 auf einer der anspruchsvollsten Strecken in puncto Energierückgewinnung erprobt werden. Am Steuer sitzen die Stammfahrer Charles Leclerc und Lewis Hamilton.
Auch wenn es sich offiziell um einen kommerziellen Filmtag handelt, hat der Einsatz klare technische Bedeutung. Ferrari will Fortschritte bei den Systemen zur Energierückgewinnung sowie in der Aerodynamik bewerten und die begrenzte Laufleistung nutzen, um gezielt Leistungsdaten zu sammeln.
Auch der viel diskutierte „Macarena“-Flügel wird Teil des Aerodynamikpakets sein. Sein Renndebüt ist für Miami geplant, wenn die Weltmeisterschaft am 3. Mai fortgesetzt wird – damit ist der Test in Monza ein wichtiger Vorbereitungsschritt.
Darüber hinaus steht bei Ferrari am 9. und 10. Februar ein Regenreifentest mit Pirelli in Fiorano auf dem Programm – eine Sitzung, die zuvor verschoben worden war.
Insgesamt zeigen diese Einsätze, wie konsequent Ferrari die unerwartete Pause im Rennkalender nutzt. Von simulatorgestützten TPC-Runden in Mugello bis hin zu gezielten Aerodynamik- und Energierückgewinnungstests in Monza schöpft die Scuderia jeden verfügbaren Kilometer aus, um optimal in die nächste Phase der Saison zu starten.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
Möchten Sie einen Kommentar hinzufügen? Laden Sie unsere App herunter, um an der Unterhaltung teilzunehmen!
Kommentare
Noch keine Kommentare
Seien Sie der Erste, der Ihre Gedanken teilt!