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Ferrari befindet sich in einem Rennen gegen die Zeit, um eine überarbeitete Version des viel diskutierten „Macarena“-Heckflügels fertigzustellen. Lewis Hamilton und Charles Leclerc sollen das Update im Rahmen eines geplanten Filmtags in Monza gegen Ende dieses Monats evaluieren.
Nach der Absage der Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien und der daraus resultierenden fünfwöchigen Pause im Formel-1-Kalender will die Scuderia die wertvolle Streckenzeit auf dem Kurs des Großen Preises von Italien am 21. oder 22. April nutzen. Das Ziel ist klar: entscheidende Daten sammeln, um einen möglichen Renneinsatz beim Grand Prix von Miami vorzubereiten.
Ferrari ist solide in die Saison 2026 gestartet. Leclerc liegt mit 49 Punkten auf Rang drei der Fahrerwertung, Hamilton ist mit 41 Zählern Vierter. Trotz dieses vielversprechenden Auftakts liegt der SF-26 jedoch hinter dem Mercedes W17 zurück – einem Fahrzeug, das George Russell und Andrea Kimi Antonelli bislang Siege beschert hat.
Dieser Leistungsrückstand hat den Fokus auf Ferraris aerodynamische Weiterentwicklung verstärkt, insbesondere auf das „Macarena“-Heckflügelkonzept, das erstmals bei den Vorsaisontests in Bahrain zu sehen war.

Der revolutionäre Flügel sorgte bei den Tifosi für große Erwartungen, doch die ersten Einsätze warfen intern Fragen auf. Nachdem das Bauteil im Training in China eingesetzt worden war, kamen bei Ferrari Zweifel an der Zuverlässigkeit auf – letztlich entschied man sich in Japan gegen einen Einsatz.
Die in Shanghai gesammelten Daten bestätigten diese Bedenken. Die in Bahrain präsentierte Version galt als nicht renntauglich, da der Heckflügel zu Balanceproblemen auf der Strecke beitrug.
Besonders auffällig war, dass sowohl Hamilton als auch Leclerc beim Anbremsen in Kombination mit Einlenken über Instabilität am Heck klagten – ein Mangel an Stabilität, der sich vor allem in den Kurvenpassagen von Shanghai als problematisch erwies.
Ferrari arbeitet nun mit Hochdruck an einer B-Spec-Version des „Macarena“-Heckflügels, wobei strukturelle Überarbeitungen und eine Gewichtsreduktion im Fokus stehen. Ursprünglich war das Renndebüt beim Großen Preis von Kanada geplant, doch nun wird versucht, den Zeitplan vorzuziehen und Miami ins Visier zu nehmen.

Ein Einsatz in Miami ist weiterhin möglich, eine endgültige Entscheidung soll jedoch erst nach den Trainingssessions fallen.
Zusätzliche Dringlichkeit entsteht durch das Format des Miami-Wochenendes mit Sprint, das lediglich eine einzige Trainingssession vorsieht. Zudem sind durch die Absage von Bahrain und Saudi-Arabien zwei weitere Wochen potenzieller Streckenzeit entfallen, was die Bedeutung des Filmtags in Monza weiter erhöht.
Beim Test in Monza soll nicht nur der überarbeitete Heckflügel im Mittelpunkt stehen. Ferrari plant außerdem, einen überarbeiteten Unterboden zu testen, der den gesamten Abtrieb des SF-26 verbessern soll, ergänzt durch weitere aerodynamische Anpassungen und mögliche Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung.

Parallel dazu bereitet das Team für Miami eine deutlich überarbeitete Motorensoftware vor, um die Auswirkungen des sogenannten Super Clipping zu verringern – ein Problem, das den SF-26 auf den Geraden Performance gekostet hat, da es mit der Energierückgewinnung der Power Unit zusammenhängt.
Insgesamt stellen diese Entwicklungen einen koordinierten Vorstoß dar, um den Rückstand auf Mercedes zu verkürzen. Angesichts begrenzter Vorbereitungszeit und eines engen Entwicklungsfensters könnte der Test in Monza entscheidend für die nächste Phase von Ferraris Saison 2026 sein.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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