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Franco Colapinto hat die Vorwürfe zurückgewiesen, er trage die Verantwortung für den schweren Unfall von Oliver Bearman beim Großen Preis von Japan. Seiner Ansicht nach war nicht sein Fahrverhalten ausschlaggebend, sondern ein extremes Geschwindigkeitsgefälle zwischen den beiden Autos.
Bearman schlug in Runde 21 in der Spoon-Kurve in die Streckenbegrenzung ein, nachdem er nach links ausgewichen war, um Colapinto zu vermeiden. Der Haas-Pilot nutzte gerade zusätzliche Energie für ein Überholmanöver, während Colapinto Energie für die Batterie zurückgewann. Die Annäherungsgeschwindigkeit zwischen den beiden Fahrzeugen betrug rund 45 km/h. Bearman blieb von schweren Verletzungen verschont und erlitt lediglich Prellungen, die im Medical Centre per Röntgenuntersuchung bestätigt wurden.
Rückblickend erklärte Colapinto, er habe die Kurve genauso durchfahren wie in den Runden zuvor und sei vom Ausmaß der Geschwindigkeitsdifferenz überrascht gewesen.
„Es war wirklich seltsam. Der Geschwindigkeitsunterschied war so groß, es fühlte sich fast an wie eine Out-Lap, es war wirklich merkwürdig“, sagte er gegenüber Medienvertretern.
„Es ist eine Kurve, die wir voll fahren, und er war 50 km/h schneller als ich – das ist schon sehr ungewöhnlich.“
Colapinto beschrieb den Streckenabschnitt als besonders anspruchsvoll aufgrund seiner schnellen, fließenden Charakteristik.

„Es wird heikel, wenn die Geraden nicht wirklich gerade sind, sondern in eine Kurve übergehen. Als ich in die Spiegel geschaut habe, drehte er sich schon im Gras und überholte mich sogar – da kann man sich vorstellen, wie groß der Geschwindigkeitsunterschied war.“
Er betonte, dass er weder seine Linie verändert noch eine plötzliche Bewegung gemacht habe.
„Ich habe mich kein bisschen bewegt oder irgendetwas in der Art gemacht. Ich denke, der Geschwindigkeitsunterschied und vielleicht auch die Gummireste auf der Strecke haben eine Rolle gespielt, aber der entscheidende Punkt ist, dass ein Auto 50 km/h schneller war – und genau dann wird es gefährlich.“
Der Unfall entfachte erneut Diskussionen über große Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Fahrzeugen. Nach dem Rennen kritisierte Carlos Sainz die FIA dafür, Warnungen der Fahrer vor den Risiken erheblicher Annäherungsgeschwindigkeiten nicht ausreichend berücksichtigt zu haben. Der Weltverband veröffentlichte später eine Stellungnahme zu dem Thema.
Colapinto zog Parallelen zu einem früheren Vorfall.

„Es ist dasselbe, was in Melbourne passiert ist – nur war das beim Rennstart, und ich musste jemandem ausweichen, der 100 km/h langsamer war. Solche Dinge passieren mit diesen Autos, und wir müssen einfach verstehen, wie wir das Problem etwas entschärfen können.“
Er deutete an, dass der Einsatz zusätzlicher Energie beim Vorfall in Japan eine entscheidende Rolle gespielt habe.
„Ich habe auf dieser leicht gebogenen Geraden keinen Boost genutzt, aber ich glaube, Ollie hat ihn eingesetzt, weil er sehr stark aussah und etwa 45 km/h schneller war als in seiner vorherigen Runde – und das ist ein enormer Unterschied.“
Für Colapinto lag das Kernproblem weder in der Positionierung noch in der Absicht, sondern in der schieren Geschwindigkeitsdifferenz zwischen zwei Autos mit unterschiedlichen Energiestrategien – ein Faktor, der seiner Ansicht nach eine alltägliche Rennsituation rasch in etwas deutlich Gefährlicheres verwandeln kann.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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