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George Russell setzte beim Großen Preis von Japan 2026 früh ein Ausrufezeichen und sicherte sich im ersten Freien Training in Suzuka die Bestzeit, während Mercedes seinen starken Saisonstart fortsetzte. Der dritte Lauf der Weltmeisterschaft begann bei klarem Himmel auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs – und es war der WM-Führende, der Teamkollege Kimi Antonelli in einer von minimalen Abständen, viel Verkehr und einigen Zwischenfällen geprägten Session knapp hinter sich ließ.
Russells Bestzeit von 1:31,666 Minuten auf dem C3-Softreifen reichte für Platz eins – allerdings nur hauchdünn. Antonelli lag nach einer Verbesserung auf seinem Soft-Run lediglich 0,026 Sekunden zurück und deutete damit ein teaminternes Duell an, das an diesem Wochenende für reichlich Spannung sorgen dürfte.

Mercedes gehörte zu den ersten Topteams, die auf die weiche Mischung wechselten – und Russell lieferte sofort ab. Antonelli hatte zuvor durch einen leichten Verbremser etwas Zeit verloren, was ihn vermutlich ein bis zwei Zehntel kostete. Der italienische Rookie fing sich jedoch schnell und setzte seinen erfahreneren Teamkollegen konsequent unter Druck.
Da beide Fahrer 2026 bereits Rennen gewonnen haben, entwickelt sich die teaminterne Dynamik bei Mercedes zunehmend zu einer der spannendsten Geschichten der Saison. Russell war hier und in China Schnellster im FP1 – doch Antonelli zeigt deutlich, dass er weit mehr als nur die Nummer zwei ist.
McLaren etablierte sich im Laufe der Stunde als erster Verfolger von Mercedes. Lando Norris, der wegen eines Problems in der Garage zunächst wertvolle Streckenzeit verlor, kämpfte sich zurück und wurde mit einer 1:31,798 Dritter – nur 0,132 Sekunden hinter der Spitze. Oscar Piastri belegte Rang vier und lag lediglich 0,067 Sekunden hinter Norris.
Der geringe Abstand innerhalb des Teams unterstreicht, wie ausgeglichen das McLaren-Duo ist. Nach einem schwierigen Sonntag in Shanghai, als beide Autos das Rennen nicht aufnehmen konnten, war es – abgesehen von einer wegen Tracklimits in Kurve 14 gestrichenen Runde von Norris – eine dringend benötigte saubere Session.
McLaren absolvierte zu Beginn unterschiedliche Programme: Norris war zunächst auf Medium-Reifen unterwegs, während andere bereits auf Soft setzten. Doch die Endpace zeigt, dass sie Mercedes dicht auf den Fersen sind.

Ferrari belegte die Plätze fünf und sechs, wobei Charles Leclerc knapp vor Lewis Hamilton lag. Nur 0,085 Sekunden trennten die beiden Scuderia-Piloten: Leclerc fuhr eine 1:31,955, Hamilton eine 1:32,040 – jeweils auf frischen Soft-Reifen.
Ferrari präsentiert sich konkurrenzfähig, lag bei der absoluten Pace jedoch hinter Mercedes und McLaren zurück. Eine Szene zwischen Hamilton und Max Verstappen in Kurve 15 wurde notiert und soll nach der Session untersucht werden – zusätzlicher Zündstoff für das Wochenende.
Verstappen kam nicht über Rang sieben hinaus und lag mehr als sieben Zehntel hinter Russells Bestzeit. Der Red-Bull-Pilot hatte früh mit der Balance zu kämpfen, meldete unter anderem ein Ausbrechen im letzten Streckenabschnitt, und wirkte trotz mehrerer Runs auf Medium und Soft nie vollständig zufrieden.

Zu den positiven Überraschungen im FP1 gehörte Racing Bulls. Liam Lawson sicherte sich Platz acht, während Rookie Arvid Lindblad seine starke Frühform 2026 mit Rang zehn bestätigte. Ohne vorherige Suzuka-Erfahrung wirkte Lindblad erneut abgeklärt und konstant schnell.
Esteban Ocon schob sich im Haas auf Rang neun zwischen die beiden Racing-Bulls-Fahrer und setzte seine solide Frühform fort. Oliver Bearman wurde 14., doch beide Haas-Piloten deuteten an, dass bei stabilen Bedingungen ein Kampf um Q3 möglich ist.
Auch Audi platzierte beide Fahrzeuge knapp außerhalb der Top 10: Gabriel Bortoleto wurde Elfter, Nico Hülkenberg Zwölfter – zwischenzeitlich getrennt durch lediglich 0,039 Sekunden.

Nicht für alle verlief die Stunde reibungslos. Alexander Albon erlebte eine besonders unruhige Session. Nach einem Ausritt ins Kiesbett in den Degner-Kurven – inklusive leichter Berührung der Streckenbegrenzung – kollidierte er später in Kurve 16 mit Sergio Perez.
Albon setzte innen zum Überholmanöver an, während beide auf schnellen Runden unterwegs waren. Perez schien ihn nicht bemerkt zu haben und lenkte ein, woraufhin sich der Williams drehte und Trümmerteile auf der Strecke verteilte. Der Zwischenfall führte zu einer Virtual-Safety-Car-Phase und wird wegen Verursachens einer Kollision untersucht.
Die Schwierigkeiten bei Williams waren offensichtlich: Albon wurde 18., Carlos Sainz 17. Auch Cadillac erlebte eine schwierige Einheit – Perez und Valtteri Bottas landeten auf den Plätzen 19 und 20.

Aston Martin bildete das Schlusslicht: Lance Stroll wurde 21., Jak Crawford 22. Crawford ersetzte im FP1 Fernando Alonso und sammelte mit Aero-Rakes am Auto wertvolle Daten beim Heimrennen von Motorenpartner Honda.
Der flüssige Streckenverlauf von Suzuka stellte einmal mehr die Fahrzeugbalance und das Vertrauen der Fahrer in den Vordergrund. Mercedes wirkt stabil und berechenbar, McLaren ist in Schlagdistanz, und Ferrari bleibt dran, liegt über eine Runde jedoch noch leicht zurück.
Da die Abstände im gesamten Feld oft nur Hundertstel betrugen und mehrere Vorfälle bereits von den Rennkommissaren geprüft werden, ist alles angerichtet für ein intensives Qualifying.
Sollte das FP1 ein Fingerzeig sein, deutet sich an der Spitze ein direktes Duell an – Russell gegen Antonelli –, während Norris gefährlich in Lauerstellung bleibt.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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