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George Russell setzte seinen beeindruckenden Start in die Formel-1-Saison 2026 fort und sicherte sich den Sieg im Sprint beim Großen Preis von China. Nach einem frühen Duell mit Lewis Hamilton und einem späten Restart nach der Safety-Car-Phase holte er in Shanghai die maximale Punktzahl. Nach seinem Triumph in Melbourne baut der Mercedes-Pilot mit einer weiteren abgeklärten Vorstellung auf dem 5,451 Kilometer langen Shanghai International Circuit seine Führung in der Weltmeisterschaft weiter aus.
Von der Pole-Position aus schien Russell alles im Griff zu haben – doch der Sprint entwickelte sich rasch zu einem packenden Schlagabtausch zwischen den ehemaligen Mercedes-Teamkollegen. Hamilton, im roten Ferrari sichtlich beflügelt, griff in den ersten Runden aggressiv an und eroberte sich mit mutigen Spätbremsmanövern in Kurve 1 gleich zweimal die Führung zurück.

In Runde 3 zog Hamilton außen vorbei und übernahm P1, doch Russell konterte auf der langen Geraden mit überlegener Batterie-Performance. Mehrfach wechselte die Führung, während Charles Leclerc direkt dahinter lauerte, bereit, jeden Fehler auszunutzen.
Die Vorentscheidung fiel in Runde 6: Russell setzte seine Energiefreigabe perfekt ein, durchbrach vor Kurve 1 endgültig das DRS-Fenster und setzte sich ab, während Hamiltons Reifen erste Anzeichen von Graining zeigten. Von da an kontrollierte der Mercedes-Pilot das Tempo in freier Fahrt.
„Ich musste geduldig bleiben“, sagte Russell nach dem Rennen. „Lewis war in den ersten Runden wirklich stark, aber als wir die Reifen besser im Griff hatten, war die Pace da.“

Ferraris Rennpace war erneut beeindruckend, besonders am Start. Leclerc stürmte in der ersten Runde von Platz sechs auf drei nach vorne, und beide Ferrari hielten Russell in der ersten Hälfte des 19-Runden-Sprints unter Druck.
Doch der Reifenabbau erwies sich als kostspielig. Hamiltons linker Vorderreifen zeigte im Duell mit Russell starkes Graining, wodurch Leclerc in Runde 8 an seinem Teamkollegen vorbeiziehen konnte, nachdem er über Funk gemeldet hatte: „Ich glaube, Lewis hat Probleme.“
Ein spätes Safety Car – ausgelöst durch den stehengebliebenen Audi von Nico Hülkenberg – rückte das Feld noch einmal zusammen und eröffnete Ferrari eine letzte Chance. Beide Teams holten ihre Fahrer im Doppelstopp an die Box, wodurch sich die Reihenfolge kurzzeitig verschob. Doch Russell meisterte den Restart souverän, trotz eines kleinen Heckschnappers von Leclerc aus der letzten Kurve.
Leclerc kam nur 0,674 Sekunden hinter Russell ins Ziel, Hamilton wurde nach einem späten Überholmanöver gegen Lando Norris auf frischen Reifen Dritter. Ermutigende Zeichen für Ferrari – doch mit wärmeren Temperaturen am Sonntag bleibt der Reifenverschleiß ein kritischer Faktor.

Kimi Antonellis rohes Tempo war erneut offensichtlich, doch für den jungen Mercedes-Piloten wurde der Sprint zur Achterbahnfahrt. Ein schwacher Start warf ihn im Feld zurück, und eine Kollision mit Isack Hadjar in Kurve 6 brachte ihm eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe wegen Verursachens einer Kollision ein.
Trotz dieses Rückschlags kämpfte sich Antonelli wieder nach vorne, überholte zunächst Norris und später auch Hamilton in einer starken Aufholjagd. Zwischenzeitlich lag er sogar auf Rang zwei, ehe er seine Strafe während der Safety-Car-Phase absitzen musste und schließlich Fünfter wurde.
Das Tempo ist unbestritten – doch die Fehler kosten wertvolle Punkte.

McLaren bestätigte seinen Status als klar drittschnellstes Team. Norris belegte Rang vier, Oscar Piastri wurde Sechster, nachdem er unter Safety-Car-Bedingungen angewiesen wurde, eine Position zurückzugeben. Konstante Punkte – doch die absolute Geschwindigkeit, um Mercedes und Ferrari ernsthaft herauszufordern, fehlt noch.
Für Red Bull Racing verlief der Sprint ernüchternd. Max Verstappen erwischte einen miserablen Start und fiel bis auf P15 zurück, ehe er sich noch auf Rang neun nach vorne kämpfte – knapp außerhalb der Punkteränge. Hadjars Rennen war durch die Kollision mit Antonelli und eine riskante Reifenstrategie beeinträchtigt; er wurde 15.
Der RB22 scheint mit den kühleren Bedingungen in Shanghai nicht zurechtzukommen. Zudem befindet sich der hauseigene Motor noch in einer frühen Entwicklungsphase – bis zum Qualifying gibt es für das Team einiges aufzuarbeiten.

Weiter hinten im Feld zeigte Liam Lawson eine starke Leistung und fuhr auf harten Reifen auf Rang sieben, während Oliver Bearman mit einer beherzten Defensivleistung als Achter den letzten Punkt holte.
Die Zuverlässigkeit bleibt in dieser neuen Ära ein zentrales Thema. Hülkenberg schied mit einem vermuteten Problem an der Power Unit aus, ebenso erreichten Valtteri Bottas und Arvid Lindblad nicht das Ziel. Sergio Perez erlebte für Cadillac ein schwieriges Rennen, verlor spät Teile der Karosserie und kassierte zudem eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen eines Vergehens unter Safety Car.
Russells zweiter Sieg in Folge festigt seine frühe Führung in der Weltmeisterschaft und unterstreicht den Vorteil von Mercedes bei kühleren Bedingungen. Ferrari ist nah dran – besonders auf kurzen Distanzen – muss jedoch seine Probleme mit dem Reifenabbau in den Griff bekommen, um dauerhaft angreifen zu können.
Vor dem noch ausstehenden Qualifying zum Großen Preis von China 2026 gehört das Momentum klar Russell. Die entscheidende Frage lautet nun: Kann ihn an diesem Wochenende in Shanghai überhaupt jemand stoppen?

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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