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Imola gilt zunehmend als aussichtsreicher Kandidat für die Austragung des diesjährigen Formel-1-Saisonfinales. Die italienische Strecke könnte Portimão überholen, während die Formel 1 nach einem Ersatz für die weiterhin von einer Absage bedrohten Rennen im Nahen Osten sucht.
Über die Möglichkeit berichtete zunächst The Race; inzwischen wurde sie auch von Quellen bestätigt, die von RacingNews365 zitiert werden. Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran haben bereits zur Verschiebung der Großen Preise von Bahrain und Saudi-Arabien geführt. Da die Instabilität in der Region anhält, sind auch die Rennen in Katar und Abu Dhabi – die den Kalender abschließen sollen – zunehmend gefährdet.
Für Bahrain hat die Formel 1 bereits eine Lösung gefunden. Das Rennen soll nun am 4. Oktober auf dem Sepang International Circuit in Malaysia stattfinden und gemeinsam mit Aserbaidschan und Singapur einen Dreifach-Grand-Prix bilden. Damit ist zumindest ein Teil des Kalenderproblems logistisch gelöst; die Frage nach dem Saisonfinale bleibt jedoch deutlich komplizierter.
Sollten Katar und Abu Dhabi beide aus dem Kalender gestrichen werden, gilt ein zusätzliches Rennen Anfang Dezember – zwei Wochen nach dem Großen Preis von Las Vegas – als praktikabelste Lösung. Zusammen mit dem Ersatzrennen für Bahrain in Malaysia würde der Kalender damit wieder 22 Grands Prix umfassen und wichtige kommerzielle Verpflichtungen erfüllen.
Portimão war lange Zeit der klare Favorit. Auf dem Algarve International Circuit wurde bereits der Große Preis von Portugal ausgetragen, außerdem herrscht dort im Dezember vergleichsweise mildes Wetter. Nun wird die Eignung der Strecke jedoch genauer hinterfragt.
Der Circuit verfügt über eine Vereinbarung für die Austragung des Großen Preises von Portugal in den Jahren 2027 und 2028. Zugleich soll die Infrastruktur vor diesen Veranstaltungen deutlich verbessert werden. Ein Rennen im Dezember könnte diese Arbeiten beeinträchtigen – und Portimãos Argumente in einer entscheidenden Phase schwächen.
Dadurch hat sich für Imola eine neue Möglichkeit eröffnet. Die Strecke steht nun fest auf der Shortlist der Formel 1. Das Autodromo Enzo e Dino Ferrari verfügt über Erfahrung mit späten Saisonrennen: Während der COVID-19-Pandemie kehrte die Strecke im November 2020 in den Kalender zurück und wurde 2022 erneut als Ersatz für den Großen Preis von China eingesetzt. Eine anschließende Vereinbarung über drei Jahre hielt Imola bis 2025 im Kalender.
Ein Rennen im Dezember wäre dennoch eine klare sportliche Herausforderung. Tageshöchsttemperaturen von durchschnittlich nur 7 °C würden das Aufwärmen der Reifen besonders schwierig machen und könnten das Kräfteverhältnis am Rennwochenende maßgeblich beeinflussen.
Die Strecke bietet jedoch eine überzeugende Geschichte. Kimi Antonelli ist der Favorit auf den diesjährigen Fahrertitel, Ferrari kämpft weiterhin um die Konstrukteursmeisterschaft, und Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali stammt aus Imola. Vor diesem Hintergrund könnte der Circuit einen symbolträchtigen Schauplatz für ein von Unsicherheit geprägtes Saisonfinale liefern. Die umfassendere Neuordnung des Kalenders zeigt sich bereits in der Bestätigung von Sepang als Ersatz für Bahrain; die endgültige Entscheidung über das Abschlussrennen steht jedoch weiterhin aus.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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