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Die Beziehung zwischen Honda und Aston Martin steht im Jahr 2026 bereits unter Spannung, da beide Seiten öffentlich die Verantwortung für die Vibrationsprobleme hin- und herschieben, die den AMR26 in Suzuka geplagt haben.
Honda erlebte die Schwierigkeiten von Aston Martin beim Heim-Grand-Prix in Japan aus nächster Nähe – und die Nachwirkungen entwickelten sich schnell zu einem offenen Schlagabtausch.
Aston Martin erlebte in Suzuka ein weiteres enttäuschendes Rennwochenende. Lance Stroll erreichte nach einem Problem mit dem Wasserdruck nicht das Ziel, während Fernando Alonso dem Team immerhin die erste Zielankunft der Saison bescherte – wenn auch auf Platz 18 mit einer Runde Rückstand.
Dem AMR26 fehlte es im gesamten Rennen deutlich an Pace, zudem traten im Verlauf des Wochenendes mehrere Probleme zutage. Das Ausmaß der Schwierigkeiten blieb nicht unbemerkt – insbesondere nicht bei Hondas Führungsspitze, die beim Heimrennen in der Aston-Martin-Garage anwesend war.
Laut dem spanischen Journalisten Antonio Lobato zeigte sich das Top-Management von Honda alles andere als zufrieden.
„Aber aus meiner Sicht war es insgesamt ein ziemlich schwieriges Wochenende für Aston Martin und Honda, besonders für Honda, weil sie zu Hause gefahren sind“, sagte Lobato gegenüber SoyMotor.
Er ergänzte, dass Honda-Verantwortliche die Garage besuchten, als das Team vom Ende der Startaufstellung ins Rennen ging, und bezeichnete das Geschehen auf der Strecke als „ein echtes Desaster“.

Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen anhaltende Vibrationen am AMR26 – ein Problem, das sowohl bei Alonso als auch bei Stroll für Besorgnis sorgt.
Aston Martin deutete an, dass die Power Unit die Ursache sei. Honda weist diese Einschätzung jedoch entschieden zurück.
Der japanische Hersteller erklärt, dass zwar eine Vibration auftrete, wenn der Motor auf dem Prüfstand in Sakura laufe, diese jedoch erst nach der Integration ins Chassis deutlich verstärkt werde.
„Und sie sagen, dass es Vibrationen gibt, wenn sie den Motor starten, wenn sie die Power Unit auf dem Prüfstand in Sakura laufen lassen“, erläuterte Lobato.
„Aber dass sich diese Vibration verstärkt, sobald sie im Chassis eingebaut ist – nach dem Motto: ‚Hey, ihr tragt auch eine Mitschuld, oder? Auch ihr habt euren Anteil daran, dass diese Vibrationen entstehen.‘“
Trotz Hondas Aussage, das Problem sei deutlich verbessert worden, schien das Onboard-Material von Alonso dem zu widersprechen. Während des Rennens nahm er kurzzeitig eine Hand vom Lenkrad – ein Moment, der darauf hindeutete, dass das Problem noch nicht vollständig gelöst war.
Die Meinungsverschiedenheiten werfen zwangsläufig Fragen zur Stabilität der Partnerschaft auf – insbesondere, da nun beide Seiten öffentlich die Verantwortung von sich weisen.

Honda hat Gerüchte über eine „sich verschlechternde“ Beziehung zu Aston Martin zurückgewiesen. Dennoch sind die Spannungen offensichtlich, und die Situation erfordert dringend eine gemeinsame Abstimmung.
Die bevorstehende einmonatige Pause im Rennkalender nach den Absagen von Bahrain und Saudi-Arabien kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Sie bietet beiden Organisationen die Gelegenheit, das Geschehen aufzuarbeiten, Differenzen auszuräumen und an einer Lösung sowohl für das Chassis des AMR26 als auch für die Integration der Power Unit zu arbeiten.
Wichtig ist zudem: Die Budgetobergrenze bleibt von den beiden abgesagten Rennen unberührt. Für Aston Martin bedeutet das, dass das Team pro verbleibendem Rennwochenende mehr Ressourcen einsetzen kann, ohne finanzielle Nachteile befürchten zu müssen – ein potenziell bedeutender Vorteil im Kampf gegen die Schwächen zu Saisonbeginn.
Ob diese Pause zum Wendepunkt wird oder lediglich tiefere Probleme überdeckt, hängt davon ab, wie effektiv Honda und Aston Martin wieder an einem Strang ziehen können. Suzuka hat jedenfalls nicht nur sportliche Defizite offengelegt – sondern auch Risse innerhalb der Partnerschaft sichtbar gemacht.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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