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Lewis Hamilton hat angedeutet, dass sein ehemaliges Formel-1-Team Mercedes im Qualifying womöglich noch immer zusätzliche Performance freisetzt – über einen Mechanismus, der an den früheren „Party-Modus“-Vorteil erinnert. Eine Behauptung, die McLarens Lando Norris umgehend zurückwies.
Mercedes hat sich in dieser Saison bislang in allen drei Qualifyings als klare Referenz etabliert. Die Silberpfeile konnten ihren Vorsprung im Verlauf der Sessions kontinuierlich ausbauen und lagen in Q3 im Schnitt nahezu sechs Zehntelsekunden vorne.
Für Hamilton wirkt dieses Muster auffallend vertraut.
Während seiner Zeit bei Mercedes setzte das Team ab 2018 im Qualifying bekanntermaßen eine besonders aggressive Motorabstimmung ein – eine Einstellung, die der Brite selbst als „Party-Modus“ bezeichnete.
„Unser Qualifying-Modus ist der spaßigste Modus – er sollte der ‚Party-Modus‘ sein“, sagte Hamilton vor dem Großen Preis von Australien 2018. „Er liefert die meiste Leistung und die meiste Energie, und damit erreichen wir unsere höchsten Geschwindigkeiten.“
Dieser Vorteil wurde Mitte der Saison 2020 eingeschränkt, als die FIA Änderungen an den Motoreneinstellungen zwischen Qualifying und Rennen untersagte. Artikel C5.23 des Technischen Reglements besagt: „Das Antriebsaggregat muss während jeder gewerteten Runde in allen Sessions einer Veranstaltung im selben Verbrennungsmotor-Modus (ICE-Modus) betrieben werden, mit Ausnahme der freien Trainings.“

Trotz dieser regulatorischen Vorgaben glaubt Hamilton, dass Mercedes möglicherweise noch immer einen Weg findet, im entscheidenden Moment zusätzliche Leistung freizusetzen.
Nach dem Qualifying zum Großen Preis von China gefragt, ob der im Rennen geringere Vorteil von Mercedes im Vergleich zur Qualifying-Dominanz auf Energienutzung oder Reifenmanagement zurückzuführen sei, verwies Hamilton auf etwas Vertrauteres.
„Ich war sehr, sehr lange bei Mercedes, daher weiß ich, wie es dort läuft. Im Qualifying haben sie einen anderen Modus, den sie nutzen können – ein bisschen wie früher der ‚Party-Modus‘. Sobald sie in Q2 sind, schalten sie ihn ein, und wir haben das nicht.“
Er verwies auf einen deutlichen Leistungssprung zwischen den Sessions.
„Man sieht, dass wir in Q1 nicht weit weg sind, vielleicht ein Zehntel dahinter. Und plötzlich ist da ein riesiger Schritt. Ein Zehntel Rückstand in Q1, glaube ich, und dann auf einmal sieben Zehntel oder eine halbe Sekunde. Das ist ein großer Sprung.“
Hamilton räumte ein, dass Mercedes diesen Vorteil im Renntrimm nicht im gleichen Maße behält, betonte jedoch, dass im Qualifying – insbesondere ab Q2 – weiterhin etwas Zusätzliches herausgeholt werde.
„Wir müssen herausfinden, was das ist. Aber sie können noch etwas mehr extrahieren, besonders in Q2.“

Der amtierende Weltmeister Lando Norris wies diese Vermutung entschieden zurück.
„Das haben wir nicht“, stellte der McLaren-Mercedes-Pilot klar.
Direkt gefragt, ob er glaube, dass Mercedes noch immer über einen solchen Modus verfüge, antwortete Norris unmissverständlich.
„Nein. Manchmal bildet man sich Dinge ein, wenn man ein bisschen danebenliegt.“
Der Austausch verdeutlicht die wachsende Spannung rund um die Qualifying-Form von Mercedes – und die Frage, ob der Vorsprung auf technischer Raffinesse oder schlicht perfekter Umsetzung beruht. Vorerst bleibt die Debatte offen, auch wenn das Fahrerlager in der Bewertung gespalten ist.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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