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Jaguar-Teamchef Ian James sagt, dass der größte Feind des Teams in der entscheidenden Phase der Formel-E-Saison nicht etwa das Tempo, der Druck oder die Erwartungen seien, sondern Ablenkung. Diese Sorge hätte durch den bestätigten Abschied von Mitch Evans am Ende der Saison leicht verstärkt werden können, doch das Team ist überzeugt, dass der Zeitpunkt der Ankündigung den Fokus stattdessen geschärft hat.
Evans’ Abschied war bereits seit geraumer Zeit ein offenes Geheimnis. Der Neuseeländer wird Jaguar nach zehn Jahren bei den „Big Cats“ verlassen, um sich neuen Herausforderungen in der Gen4-Ära zu stellen. Es wird allgemein erwartet, dass er in der nächsten Saison für das neue Formel-E-Team Opel an den Start gehen wird, auch wenn eine offizielle Bestätigung noch aussteht. Jaguar-Ersatzfahrer Stoffel Vandoorne gilt als klarer Favorit auf seine Nachfolge und ist bereits in das Gen4-Entwicklungsprogramm des Teams eingebunden.
Durch die Bekanntgabe der Trennung noch vor dem Berliner E-Prix im Mai konnten Evans und Jaguar eine potenzielle Quelle für Spekulationen zu einem kritischen Zeitpunkt des Jahres eliminieren. Diese Entscheidung hat dem Team aus Kidlington einen klareren Weg in die letzten Rennen ermöglicht, einschließlich der Station in Sanya, wo Evans als Tabellenführer antritt. Weitere Informationen zum Kontext der Veranstaltung finden Sie in unserem Leitfaden: Die Formel E kehrt nach Sanya zurück: Asiatischer Auftakt unter unsicheren Bedingungen.
Auf die Frage, ob die Saison einfacher geworden sei, seit Evans’ Abschied öffentlich gemacht wurde, antwortete James mit Ja – nicht, weil sich die sportliche Aufgabe geändert habe, sondern weil die Ungewissheit beseitigt wurde.
„Ja, ich denke, Mitch ist ein absoluter Profi. Gemeinsam mit dem Team können wir den Lärm von außen ausblenden“, sagte James gegenüber RacingNews365.
„Intern war es jedoch definitiv hilfreich, diese Klarheit zu haben und keine Spekulationen mehr zu haben – egal ob für Mitch oder irgendein Teammitglied –, die darüber im Unklaren waren, was die Zukunft bringt.“
James betonte, dass Jaguars Ansatz nun bewusst fokussiert sei: Rennen für Rennen, sogar Session für Session. Freies Training, Qualifying und das Rennen selbst werden als separate Ausführungspunkte behandelt und nicht als Teil einer umfassenderen, emotionalen Abschiedserzählung.
Evans geht in den ersten Sanya E-Prix seit 2019 mit einem Vorsprung von 19 Punkten in der Meisterschaft. Der Fahrertitel ist der große Preis, den er mit Jaguar noch nicht gewonnen hat, obwohl das Team schon einmal kurz davor stand, bevor es unter dramatischen und kontroversen Umständen scheiterte.
James ist entschlossen, sich nicht durch vermeidbaren Lärm von der Geschichte einholen zu lassen.
„Unser größter Feind in den nächsten sieben Rennen ist jede Art von Ablenkung. Ein Teil meiner Rolle ist es, diese so weit wie möglich zu minimieren und alle ihre Arbeit machen zu lassen“, fügte er hinzu.
Für Jaguar und Evans ist die Mission nun einfach: Den Abschied im Stillen halten, die Ausführung präzise gestalten und die Klarheit in einen Meisterschaftssieg verwandeln.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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