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Der frühere Formel-1-Kommissar Johnny Herbert hat die FIA-Offiziellen verteidigt, die an den jüngsten Strafen gegen Lewis Hamilton beteiligt waren. Der Ferrari-Pilot müsse die Verantwortung für seine bislang letzte Sanktion beim Großen Preis von Ungarn übernehmen.
Hamilton hat seinen Frust geäußert, nachdem er an drei Rennwochenenden insgesamt vier Strafen erhalten hatte. Die jüngste folgte in Ungarn: Wegen einer Überschreitung des Tempolimits in der Boxengasse um gerade einmal 0,1 km/h bekam er eine Fünf-Sekunden-Strafe.
Der Verstoß ereignete sich während einer virtuellen Safety-Car-Phase. Hamilton deaktivierte den Geschwindigkeitsbegrenzer in der Boxengasse einen Sekundenbruchteil zu früh. Auch wenn die Abweichung äußerst gering war, ändere das laut Herbert nichts daran, wer dafür verantwortlich war.
„Man kann nicht sagen, es sei einfach nur Pech gewesen. Ein Fahrer darf weder bestraft werden, nur weil man ihn vielleicht nicht mag, noch darf man eine solche Entscheidung damit begründen. So funktioniert das nicht“, sagte Herbert.
Er verwies auf die Struktur des Kommissarsverfahrens und die Notwendigkeit, die geltenden Richtlinien konsequent anzuwenden.
„Die Richtlinien sind eindeutig und liegen auf dem Tisch. Im Raum sitzen vier Kommissare, die eng zusammenarbeiten. Man kann Regeln und Richtlinien nicht einfach ignorieren, denn das führt zu allen möglichen weiteren Problemen. Außerdem würde es die Fahrer gegen die Entscheidung aufbringen“, fügte er hinzu.
Herberts Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Hamilton die Konstanz der Rennleitung weiterhin infrage stellt. Bei Gesprächen der Fahrer mit der FIA soll der siebenfache Weltmeister erklärt haben, dass Offizielle eine gegen ihn beim Großen Preis von Großbritannien ausgesprochene Fehlstartstrafe als Fehler anerkannt hätten.
Trotz dieser grundsätzlichen Bedenken glaubt Herbert nicht, dass die Strafe in Ungarn unter demselben Blickwinkel betrachtet werden sollte. Er betonte, dass einheitliche Entscheidungen unverzichtbar seien, hielt das Eingreifen der Kommissare bei der Überschreitung des Boxengassenlimits aber für richtig.
„Konsequenz bei der Vergabe von Strafen ist deshalb entscheidend – genau das fordern Teams und Fahrer seit jeher. Meiner Meinung nach leisten die Kommissare hervorragende Arbeit“, sagte Herbert.
Zudem deutete er an, dass Hamiltons Erfahrung ihm hätte helfen müssen, den Fehler zu vermeiden.
„Der Tempoverstoß war ganz klar Hamiltons Fehler. Dafür kann man niemand anderen verantwortlich machen“, fügte Herbert hinzu. „Hätte der Lewis von vor zehn Jahren so etwas gemacht? Wahrscheinlich nicht. Ich weiß nicht, warum er sein Urteilsvermögen so völlig falsch eingeschätzt hat. Letztlich gibt es dafür keine Entschuldigung.“
Die Debatte verschärft die Beobachtung, unter der FIA-Kommissare und Fahrstandards stehen. Für Ferrari besteht die unmittelbare Priorität darin, operative Fehler abzustellen, durch die kleinste Abweichungen zu verlorenen Chancen führen. Die grundsätzliche Entwicklung des Teams ist davon unabhängig – mehr dazu in unserem Bericht über Ferraris Upgrade-Strategie für den SF-26.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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